„Art Tour de Stolberg“: Vier Künstlerinnen und Live-Performance

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Stolberg. Werke von vier Künstlerinnen und eine ganz besondere Kunstaktion erwarten die Besucher bei der „Art Tour de Stolberg“ und an den der Kunstausfahrt folgenden zwei Wochenenden am Hammerberg 13. Gastgeberin Birgit Engelen öffnet ihr Atelierhaus und den idyllischen Skulpturengarten, zeigt Auszüge ihres eigenen Schaffens und präsentiert drei interessante euregionale Gastkünstlerinnen.

So wird eine große künstlerische Bandbreite zu sehen sein, die unter anderem Zeichnungen und plastische Objekte aus Ton, Bronze, Kunststoff, Draht und Papier umfasst. Sabine Jacobs‘ Skulpturen entspringen der Naturbetrachtung. Sie muten fragil an und strahlen zugleich eine innere Stärke aus, die den Betrachter unwiderstehlich fasziniert. Jacobs knotet dünnen Eisendraht, biegt ihn einzeln, empfindet ihn einer natürlichen Geste, einer Anatomie nach und kaschiert ihn zum Teil mit Papier. Was entsteht sind organisch gewachsene, vielschichtige Objekte von leichtem und hoch assoziativem Charakter. Sie künden von fortschreitender Entwicklung und zerbrechlicher Kraft, von Balance, Bewegung und Zusammengehörigkeit.

In José Fijnauts Schaffen lassen sich die frei entstehenden Objekte sowohl vom Material als auch von dem auslösenden Gegenstand der Werke inspirieren. Ihre Formsprache ist dabei ebenso vielfältig wie die Materialität ihrer Werke. Ton, Kunststoffe, Sammelstücke jeder Art wie Murmeln, Kuchenspitzenpapier oder Stofftiere kommen in neuer und fast unkenntlicher Gestalt daher. Kombiniert mit einer Geste lassen die Plastiken von Fijnaut den Betrachter oft auch schmunzeln, öffnen aber immer den Blick für die ihnen innewohnenden Bedeutungen und Polaritäten.

Maria Stams‘ Arbeiten sind eine gelungene künstlerische Gratwanderung zwischen Figürlichem und Abstraktem. In gebrochenen Oberflächenstrukturen findet sie ihren sehr individuellen Ausdruck in schwerem irdenen oder metallischen Material. Mit großer Sensibilität weist Stams kunstvoll darauf hin, dass Menschen Persönlichkeiten sind. Kratzer, Arbeitsspuren, gebrochene Kanten, locker aufgesetztes Material zeugen ebenso von der Einzigartigkeit eines jeden Menschen wie Gestik oder Mimik ihrer Skulpturen. Fijnaut und Stams wirken als „Koppig Limburg“ auch gemeinsam, und das zeigen sie am zweiten Tag der „Art Tour de Stolberg“, Sonntag, 10. Mai, von 11.30 bis 13.30 Uhr am Hammerberg vor den Gästen der Kunstausfahrt mit einer Performance.

„Koppig“ bedeutet frei übersetzt aus dem Limburgischen „eigensinnig“ und spiegelt die Freude an der Individualität des Einzelnen in seinen Sichtweisen, Ansichten und seiner Persönlichkeit wider. In diesem Sinne werden die beiden Künstlerinnen live zwei Porträt-Plastiken eines Stolberger Kopfs anfertigen. Modell sitzen wird Paul M. Kirch, und dafür, dass die Performance kurzweilig wird, sorgt Dr. Dirk Tölke. Der Kunsthistoriker führt während der Kunstaktion ein Gespräch mit Kirch, spricht mit ihm über Stolberg, die Kunstszene in der Kupferstadt und vieles mehr.

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