Stolberg - Armut bekämpfen und Armut verhindern

Armut bekämpfen und Armut verhindern

Von: Michael Grobusch
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Mit zusätzlichen Projekten un
Mit zusätzlichen Projekten und einer noch intensiveren Netzwerkarbeit will die Stadt Stolberg gegen Kinderarmut in der Kupferstadt vorgehen und den Betroffenen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die letzte Bestätigung gab es am Dienstag. In Köln wurde die Stadt Stolberg offiziell und auch ein bisschen feierlich in die Runde der elf Kommunen und Kreise aufgenommen, die im Rahmen eines Projektes des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) zunächst bis Juli 2014 Projektmittel erhalten.

Der Titel der Initiative ist dabei zugleich Programm: „Teilhabe ermöglichen, kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut”.

Die Verbesserung der Lebenssituation vieler Kinder und bessere Teilhabemöglichkeiten für diese am gesellschaftlichen Leben will das Jugendamt mit seiner Teilnahme erreichen. Dafür überweist das Land in drei Tranchen insgesamt 32.000 Euro, den Eigenanteil von 28.000 Euro steuert die Stadt über die Einbeziehung einer Planstelle im Bereich der „Frühen Hilfen” bei.

„Armut von Kindern findet sich in allen Städten und Kreisen des Rheinlandes. Wir wollen den Folgen von Kinderarmut entschlossen entgegentreten. Mit den örtlichen Jugendämtern werden wir im Rahmen unseres Programms Strukturen schaffen, die dies ermöglichen.”


Das ist ganz im Sinne von Josef Offergeld. Und der Abteilungsleiter Kinder- und Jugendförderung ist durchaus stolz, dass die Bewerbung aus der Kupferstadt angenommen worden ist. „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, stellte er am Nachmittag nach der Rückkehr von seinem Termin beim LVR fest und ergänzte: „Bei der Auswahl hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass wir hier schon Strukturen geschaffen haben und in der Lage sind, kurzfristig in die Umsetzung des Projektes einzusteigen.”

Den wohl entscheidenden Impuls zur Bewerbung hatte es im November vergangenen Jahres gegeben. Damals waren Experten aus dem Stadtgebiet zu einer Fachtagung in den Zinkhütter Hof gekommen. Thema des Tages: Kinderarmut.

„In der inhaltlichen Auseinandersetzung wurde deutlich, dass es nicht allein um rein finanzielle Mittel geht, sondern auch um Bildung, Gesundheit, soziales Miteinander, Wohnqualität und gesellschaftliche Teilhabe”, blickt Fachbereichsleiter Willi Seyffarth zurück und zugleich nach vorne: „Wir planen einen Ausbau der bestehenden Angebote und die Erweiterung des funktionierenden Netzwerkes zur Installierung präventiver Angebote.”

Prävention rückt also auch hier zunehmend in den Vordergrund, Kinderarmut soll nicht nur bekämpft, sondern zukünftig vor allem verhindert werden. „Die Angebote müssen so angelegt werden, dass sie alle Stolberger Kinder erreichen, ohne diese aber zu stigmatisieren”, unterstreicht Netzwerk-Koordinatorin Sandra Schilling.

Das klingt noch sehr allgemein, soll aber in den kommenden Wochen mit konkreten Inhalten gefüllt werden. Ein erster Schritt wird die Erweiterung des Netzwerkes „Starkes Aufwachsen in Stolberg” um den Schwerpunkt „Kinderarmut” sein. „Die Steuergruppe wird dann konkret neue Maßnahmen und Projekte entwickeln”, kündigt Josef Offergeld an. Dabei gehe es auch um die Einbindung neuer Partner. Denn je breiter Stolberg im sozialen Bereich aufgestellt sei, desto früher und besser könnte die Armutsbedrohung für Kinder in der Kupferstadt erkannt werden.


„Für uns ist klar, dass die Arbeit nicht mit dem Projekt in drei Jahren endet, sondern die Koordination im Bereich Kinderarbeit eine dauerhafte Maßnahme bleiben soll”, betont Josef Offergeld.

In diesem Sinne sei es von Vorteil, dass Sandra Schilling dank ihrer unbefristeten Anstellung auch längerfristig planen und arbeiten könne. Dass dies auf breite Zustimmung stoßen wird, steht für Willi Seyffarth außer Frage: „Das Thema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und als zentraler Bestandteil der Netzwerkarbeit der frühen Hilfen erkannt worden.”
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