Stolberg - Archivbilder: Der Bastinsweiher wie zu Kaisers Zeiten

Archivbilder: Der Bastinsweiher wie zu Kaisers Zeiten

Letzte Aktualisierung:
11935344.jpg
Vermutlich noch älter: Den Bastinsweiher lichtete Berta Steinfels laut Stempel im Jahre 1898 ab, als sich das Quartier rund um die alte Ellermühle ganz anders zeigte als heute. Keines der Bauwerke im Vordergrund hat daher das letzte Jahrhundert überlebt. Quelle: Stadtarchiv

Stolberg. Das Stadtarchiv Stolberg präsentiert seit Januar 2016 jeden Monat ein Archivale, das als eindrucksvolles Dokument die Stadtgeschichte illustriert. Das ‚städtische Gedächtnis‘ beherbergt viele Urkunden, Akten, Bilder, Bücher, Zeitungen und Gegenstände der letzten Jahrhunderte, um sie für die Verwaltungsarbeit, die Geschichtswissenschaft und Bildung dauerhaft zu bewahren.

Für historische Forschung steht das Archiv jedem Bürger offen und Archivar Christian Altena berät zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung gerne interessierte Bürger, die mehr über Wissenschaft und Geschichte erfahren möchten.

Das Archivale des Monats März ist ein frühes Foto des Bastinsweiher. Über 6000 Fotografien befinden sich im Bestand der fotografischen Sammlung des Stadtarchivs. Viele der Bilder wurden angefertigt von den örtlichen Fotografen Hubert Lütters und Berta Steinfels, denen wir zahlreiche Stadtansichten vor und nach dem Jahr 1900 verdanken.

Den Bastinsweiher lichtete Steinfels laut Stempel im Jahre 1898 ab, als sich das Quartier rund um die alte Ellermühle ganz anders zeigte als heute. Das auf Karton aufgezogene Foto war Teil einer Bildreihe, die in einem städtischen Gebäude die Entwicklung der Stadt darstellte.

In der Kaiserzeit wurde begonnen, dass ungeordnete Stadtbild mit Gewerbebetrieben und Fabrikgebäuden und teils eher ländlichem Charakter zu ordnen und zu einer modernen Mittelstadt umzubauen. Keines der Bauwerke im Vordergrund hat daher das letzte Jahrhundert überlebt.

Die Bauwerke der Ellermühle waren in den 1930ern baufällig und einen Willen oder Gesetz zum Erhalt historischer Kupferhöfe gab es noch nicht. So wurde das Bauwerk, das auf einen der ältesten Kupferhöfe Stolbergs zurückgeht, nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen. An den alten Kupferhof erinnert nur noch ein Straßenname, während das umgebene Gebiet kurioserweise seit vielen Jahren nach dem ebenfalls fast gänzlich untergegangenen Kupferhof Frankenthal benannt ist.

Ebenso wie der Ellermühle erging es den Fabrikgebäuden der Sayette-Spinnerei aus dem 19. Jahrhundert. Die Produktionsstätte zeichnete sich aus durch einen für die frühe Industrialisierung um 1830 typischen Schornstein auf quadratischem Grundriss, hinter dem der kleine Kirchturm von St. Mariä Himmelfahrt hervorlugt. Da die Mühlener Kirche bis 1895 mit den beiden wuchtigen Türmen ausgestattet wurde, wie sie noch heute stehen, muss das Foto älter sein, als es der damalige Stempel vorgibt.

Mitten in der Stadt, wo in den 1920er Jahren und später wieder in den 1950er und 1960er Jahren moderne Stadthäuser entstanden, würde man heute kaum mehr Produktionsstätten vermuten, wo damals Messing bzw. Tuche und feine Garne hergestellt wurden. Allein fünf Schornsteine zeigen, dass die Mühle vor über hundert Jahren ein Industriestandort war.

Die leeren Straßen mit altertümlichen Holzkarren, wie sie über Jahrhunderte gebräuchlich waren, geben dem Bild einen pittoresken Charakter, der nicht zuletzt verstärkt wird durch das zentrale Bildmotiv, den Bastinsweiher, der als ältester Mühlenteich Stolbergs bis heute existiert.

Wenn die neuerliche Umgestaltung des nach der Direktorenfamilie der Spinnerei benannten Weihers abgeschlossen ist, wird die Ansicht wieder etwas von der ursprünglichen Gestalt des Gewässers widerspiegeln.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert