Stolberg - Archivale des Monats: Antrag für Gallmey-Gruben

Archivale des Monats: Antrag für Gallmey-Gruben

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Der Aushang beschäftigt sich mit Gallmey-Gruben. Foto: Stadtarchiv

Stolberg. Um die Geschichte der Stadt dokumentieren zu können, ist jedes Kommunalarchiv auf private Schenkungen angewiesen. Regelmäßig gelangen so durch geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger historisch wertvolle Unterlagen und Objekte in das städtische Archiv, die somit auf Dauer der Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden können.

Vor wenigen Wochen wurden dem Stadtarchiv auf diese Weise auch zwei Plakatanschläge der französischen Verwaltung von 1811 gespendet. Es sind zwei öffentliche Aushänge des „Maire de la Commune“, also des Bürgermeisters von Büsbach, das durch die Franzosen zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben worden war. Sie betreffen den für Stolberg bedeutenden Galmeibergbau. Zweck der öffentlichen Anschläge war es, Nachricht darüber zu geben, dass Konzessionen auf Erzabbau unter Tage erteilt werden sollten.

In zwei Spalten ist die öffentliche Information vom 27. Mai 1811 mit „AVIS“ bzw. „Nachricht“ überschrieben und tut kund von den avisierten Aktivitäten im Untergrund.

„Laut an Unsrer Präfektur den 8. September 1810 und 24. May 1811 eingeschriebener Bittschriften, haben die Herren Johann Heinrich Motter, Johann Heinrich Ganser und Johann Flamm, wohnhaft zu Busbach, die schließliche Berechtigung auf den Gallmey des Busbacher-Berges […], worauf sie arbeiten, nachgesucht.“ Die Herren beabsichtigten nun, für ein Gebiet von fast achtzig Hektar die Erlaubnis des untertägigen Abbaues zu erhalten – umgerechnet in die bekannte Vergleichseinheit etwa 112 Fußballfelder. Die beigegebene Definition des Gebietes lässt sich nicht einfach deuten, da die Bezugspunkte für uns heute sehr vage sind. „Von dem Kalkofen […] bis an die beyden Gräben“ ist da zu lesen und weiter „beym Burnstuttgen […] bis an den Weg von Stollberg Nro. 5“. Später wurde aus dem Bauernstüttgen das so genannte Burgstüttgen, hier wird die Verortung also klarer.

Der „Heerbach“, das „Haus Hassenberg Nro. 8“ und schließlich „das Haus von Conrads, Nro. 9“ sind weitere Anhaltspunkte für den Umfang des Terrains, welches im Grunde wohl einen Großteil der heutigen Büsbacher Siedlungsfläche umfasste. Und wegen dieser Ausdehnung mit nicht unerheblichem Eingriff in den Untergrund musste das Ersuchen gemäß des II. Artikels öffentlich gemacht werden, so dass sowohl „Aehnliche Gesuche“ wie auch „Einwendungen dagegen“ und „Klagen der Grundeigenthümer“ ermöglicht werden. Da beide Druckwerke mit einem Format von 62,5 cm mal 37 cm auf Büttenpapier in hervorragendem Zustand sind, kann davon ausgegangen werden, dass diese Exemplare selbst nie zum Aushang kamen.

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