Archivale April: Stolberg preußische Bürgermeisterei

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Stolberg. Das Stadtarchiv Stolberg präsentiert seit Januar 2016 jeden Monat ein Archivale, das als eindrucksvolles Dokument die Stadtgeschichte illustriert. Das „städtische Gedächtnis“ beherbergt viele Urkunden, Akten, Bilder, Bücher, Zeitungen und Gegenstände der letzten Jahrhunderte, um sie für die Verwaltungsarbeit, die Geschichtswissenschaft und Bildung dauerhaft zu bewahren.

Für historische Forschung steht das Archiv jedem Bürger offen, und Archivar Christian Altena berät gerne interessierte Bürger, die mehr über Wissenschaft und Geschichte erfahren möchten.

Stolberg war über Jahrhunderte eine kleine Unterherrschaft in adligem Besitz. Es lag im Herzogtum Jülich-Kleve-Berg, das 1614 an die Wittelsbacher Herzöge von Pfalz-Neuburg fiel. Die Hauptstadt der Stolberger war damals Düsseldorf und blieb es bis 1777, als den Landesherren auch noch das Kurfürstentum Bayern übertragen wurde. So war bis 1795 Mannheim bzw. München die Residenz der Stolberger Landesherrn. Mit dem Einmarsch der Franzosen und der Eingliederung ins Französische Kaiserreich 1801 wurde Paris die Hauptstadt der Stolberger. Der Adelsherrschaft hatten die revolutionären Republikaner auch in Stolberg ein Ende bereitet, fortan hatte Stolberg als Mairie im Kanton Eschweiler eine rein bürgerliche Kommunalverwaltung.

Besitz zurück gegeben

Als die Preußen 1815 ihre Entschädigungsprovinzen am Rhein in Besitz nahmen, gaben sie den adligen Burgherren zwar ihren Besitz zurück, die städtische Verwaltung blieb jedoch öffentliche Angelegenheit. Viele als effizient erkannte Elemente der französischen Verwaltung wurden beibehalten, selbst der „Code Civile“. Das französische Recht hatte als „Rheinisches Recht“ ein Fortleben im westlichen Deutschland bis ins Jahr 1900.

Das Archivale zeigt Seiten des ersten Bandes des „Amtsblatts der Regierung zu Aachen“, das seit Einführung der Bürgermeisterei Stolberg vor genau 200 Jahren im April 1816 in der Stadtverwaltung und später in ihrem Archiv untergebracht wurde – zusammen mit allen Gesetzes- und Verordnungsblättern der folgenden Bezirks-, Provinz-, Landes-, Reichs- und Bundesregierungen bis heute.

Es ist die Verordnung Nr. 1 der königlich preußischen Regierung, in der Stolberg neben den Bürgermeistereien Büsbach und Gressenich im Regierungsbezirk Aachen als (vorläufig) zugehörig zum neu gegründeten Landkreis Aachen „zur Kenntnis des Publikums“, also öffentlich vermeldet wurde. Seit 1816 löste Berlin dann die französische Metropole als Hauptstadt der Stolberger ab, während Koblenz die Provinzhauptstadt wurde.

Den Regierungsbezirk Aachen löste man nach über 150 Jahren 1972 auf. Der Landkreis und spätere Kreis Aachen wurde 2009 in die Städteregion Aachen umgewandelt.

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