Arbeitskreis Veeter Platt zeichnet engagiertes Mitglied aus

Von: mlo
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Der Arbeitskreis „Veeter Platt“ zeichnete Rudi Dreuw (Mitte) aus. Die Laudation hielten Franz-Willi Hirtz und Hildegard Nießen. Foto: M. L. Otten

Stolberg-Vicht. Mehr als 150 Interessierte waren der Einladung des Arbeitskreises Veeter Platt und dem Förderverein der Pfarre Vicht in das Pfarrheim an der Rumpenstraße gefolgt. Das kurzweilige Angebot beim Frühlingsfest unter dem Motto „Wenn alle Mele flööte“ bot Raum für Gedichte und Geschichten in Veeter Mundart, Platt- und Hochdeutsch sowie Lieder zum Mitsingen, für die sich die „Kniekehlchen“, Ferdi Evertz, Bernd Müller, (Gitarren), Thomas Roufs (Ukulele) und Silas Nobel (Bass-Ukulele), aus Herz Jesu Münsterbusch verantwortlich zeigten.

Der Arbeitskreis Veeter Platt präsentierte derweil Geschichten und Frühlingsgedichte bekannter Mundartdichter, zu denen André Franzen, Tillmann Gottschalk, Hildegard Beyer oder Franz-Willi Hirtz gehören. Feinsinnig und treffend rezitierten die Akteure, allen voran Moderator Franz-Willi Hirtz und seine Mitstreiter Vera Gerhards, Helga Nellessen, Erna Ihrlich, Margrit Heinrichs, Dr. Walter Haas, Hermann Josef und Norbert Franzen aus diversen Frühlingsgedichten und erzählten humorvolle Geschichten um die verwitwete Großmutter, die viel zu viele Tabletten nimmt und bald nur noch die Socken falten kann.

Für den „Struwwelpeter“, den Dr. Walter Haas ins Plattdeutsche übersetzt hatte und vortrug sowie seiner Moritat „Dä is net van Veet“, erhielt der Verfechter des Plattdeutschen viel Beifall. Ob Osterstrauch, Tischdeko, oder Brotzeit und Nachtisch, viele fleißige Hände waren in Vicht für diesen Tag am Werk, damit sich die Gäste hier wohl fühlten.

Und das taten sie im besten Sinne. Sie waren dankbar für die herzliche offene Aufnahme und die positive Stimmung im Pfarrheim. Der Höhepunkt des Nachmittages war die Ernennung Rudi Dreuw zum 2. „Ehrenlehmjöres“. Der Ehrenamtsbeauftragten Hildegard Nießen oblag es, diese vorzunehmen und die Rede für den Jubilar zu halten. Was es mit diesem Namen auf sich hat, erläuterte sie in den drei Steigerungsformen, die da sind positive Form, Komparativ und Superlativ.

Die gebräuchliche Bezeichnung für den Vichter Bürger ist der „Veeter Jong“. Die 1. Steigerungsform ist dann der „Lehmjöres“, der zur Dorfgemeinschaft dazugehört und der sich in das lebendige Dorfleben mit einbringt und es mit gestaltet. Beim „Ehrenlehmjöres“, der 2. Steigerungsform, wird dem Vichter Bürger viel Anerkennung gezollt. Er ist im Gemeindeleben fest verankert und zeigt einen überragendes Engagement für alle Mitbürger im Ort. Er hat der Bevölkerung unzählige Stunden gewidmet und das immer mit Wärme und Mitgefühl im Herzen.

Neben Dreuws Autorentätigkeit hob Nießen sein kirchliches und soziales Engagement hervor: seit März 2010 leitet er die Vichter Seniorennachmittage, seit Mai 2011 ist er stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins für die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist, Vicht, seit Dezember 2013 Vorsitzender des Vichter Pfarreirates und seit Januar 2016 betreut er Flüchtlinge, die in Vicht wohnen.

Als bekannt wurde, dass Rudi Dreuw nach Karl Lütteke der zweite „Ehrenlehmjöres“ sei, war dieser zunächst überrascht, aber dann tief berührt. Er bedankte sich bei allen für die Entscheidung und nahm den Titel gerne an. Franz-Willi Hirtz versprach, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass Ehrentafeln von Lüttecke und Dreuw im Eingangsbereich des Pfarrheimes angebracht werden sollen.

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