Arbeiter an der Vicht haben jede Menge Müll am Haken

Von: Kolja Linden
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Gar kein untypischer Fund: Geräte wie diesen Tretroller finden Arbeiter immer wieder bei ihren Reinigungsaktionen der Vicht. Foto: K. Linden

Stolberg. Noch fließt die Vicht ziemlich gemächlich durch ihr Stolberger Bett in Richtung Inde. Die frostigen Temperaturen haben den Pegelstand bisher nicht steigen lassen, doch das kann sich ändern, wenn in der Eifel der Schnee schmilzt.

Der Hochwasseraktionsplan des Wasserverbandes Eifel/Rur (WVER) sieht in der Vicht jedenfalls ein gewisses Gefahrenpotenzial, und deshalb bekommt der Bach ein bis zwei Mal pro Jahr sein Bett gemacht. Seit Montag sind acht Mann der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) mit zwei Fahrzeugen und jeder Menge Gerät am und im Fluss im Einsatz; läuft alles glatt, dann werden sie am Mittwoch fertig, sagt Georg Paulus.

Der Leiter des Technischen Betriebsamts überwacht die Arbeiten, die eine gemeinsame Aktion der Stadt Stolberg und des WVER sind. „Wir schneiden den Bewuchs entlang der Vicht, soweit das sinnvoll ist, zurück”, sagt Paulus. Der Bach soll frei fließen können; das Bett wird also gemacht, um eine „Verstopfung” zu verhindern.

Ganze Fahrräder im Wasser

Dass die Arbeiter dabei nicht nur Gestrüpp, sondern immer auch eine Menge Müll entfernen, ärgert Paulus. „Gerade im Sommer, wenn sich die Leute viel im Freien aufhalten, liegt viel Müll herum”, sagt er. „Das ist erstens nicht schön und zieht zweitens auch Ungeziefer an.”

Zwar ist gerade Winter, dennoch ziehen die Arbeiter auch jetzt jede Menge Unrat aus dem Bach. Das meiste ist Plastikmüll, aber auch einen kompletten Tretroller holt einer der Arbeiter auf Höhe der Bushaltestelle aus dem Wasser. Kein ungewöhnlicher Fang: „Wir finden immer Fahrräder oder unsere eigenen Absperrbaken aus der Vicht”, sagt Georg Paulus. „Auch Einkaufswagen sind sehr beliebt.” Im vergangenen Jahr haben Unbekannte auf Höhe der Grüntalstraße gleich zweimal einen Papiercontainer in den Bach geworfen - inklusive Inhalt.

Gereinigt wird nur der Innenstadtbereich. Angefangen haben die Arbeiter an der Zweifaller Straße, ungefähr gegenüber dem Burg-Center. Das Ende erreichen sie am Mittwoch auf Höhe des Bahnübergangs an der Eisenbahnstraße. „Dahinter ist keine Gefahr mehr”, sagt Georg Paulus, diese gelte im Wesentlichen für den Bereich, wo Bachufermauern sind.

Drei Tage dauert die Aktion allerdings nur im Übergang von Winter zu Frühjahr. „Im Herbst sind wir locker eine Woche dran”, erklärt Paulus. Das liegt nicht nur am Müll, der im Sommer anfällt, sondern vor allem auch am Pflanzenwuchs. „Wir haben im Sommer Probleme mit dem Bärenklau, den man auch unter dem Namen Herkulesstaude kennt.” Die sich in unseren Breiten immer stärker ausbreitende Pflanze wirkt ätzend, die Arbeiter müssen sich dementsprechend schützen, sonst gibt es Verbrennungen. „Und Abschneiden hilft da gar nicht”, sagt Paulus, „wir versuchen, die Pflanzen auszugraben.”

Die Arbeiter haben sich aufgeteilt. Während die einen am Ufer und den Ufermauern das Gestrüpp zurückschneiden, schmeißen es andere - zum Beispiel auf Höhe des Kaplan-Dunkel-Platzes - ins fließende Wasser. Aber nicht, um es auf diese Weise loszuwerden: Hier dient der Bach als Transportmittel. Denn ein Stück weiter, an der Brücke Eschweilerstraße, steht eine zweite Gruppe, um die Sträucher wieder einzusammeln. „Der reine Grünschnitt geht in die Kompostierung”, sagt Paulus. „Alles, was Müll enthält, landet dagegen in der Verbrennung.”

Wenn die Arbeiter am Ende das Ziel an der Eisenbahnstraße erreichen, haben sie nicht nur die Hochwassergefahr verringert. Die Vicht sieht dann auch wieder deutlich freundlicher aus.
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