Arbeiten im Betrieb: Die Sicherheit immer im Auge behalten

Von: oha
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Am Messerstand können die Mitarbeiter der Dalli-Werke ausprobieren, welches Teppichmesser eher ungefährlich ist. Foto: O. Hansen

Stolberg. Ein Schnitt mit dem Messer in den Arm, beim Sprung vom Gabelstapler auf die Erde den Fuß gebrochen. Schnell ist bei der Arbeit im Betrieb etwas passiert. Derartige und ähnliche Unfälle sollen bei den Dalli-Werken und bei Mäurer & Wirtz nach Möglichkeit vermieden werden.

Deshalb bieten die Unternehmen ihren Beschäftigten regelmäßig Sicherheits- und Gesundheitstage an.

Unter dem Motto „Hand in Hand für Sicherheit und Gesundheit“ haben der Betriebsrat und die Produktion die Sicherheitstage organisiert und sich die einzelnen Stationen des Parcours untereinander aufgeteilt. Das Ingenieurbüro für den betrieblichen Umweltschutz half beim Aufbau der Stationen.

Am Dienstagmorgen nutzten die ersten Mitarbeiter die Gelegenheit, sich von Experten beraten zu lassen. Das Angebot gilt auch für den Mittwoch. Solange die Beschäftigten den Sicherheitsparcours durchlaufen, stehen die Produktionsmaschinen notfalls still. Sicherheit geht eben vor.

Da ging es zum Beispiel um das „Stolpern, Stürzen, Rutschen“. Natürlich geht es die Treppe nur mit der Hand am Handlauf rauf und runter. Das hat sich inzwischen aber bei den meisten Mitarbeitern ins Gedächtnis eingebrannt. Aber wie ist es mit den anderen Bewegungen während der Arbeit?

Beim Sprung von einem simulierten Gabelstapler wird im Parcours das Gewicht des Mitarbeiters gemessen, mit dem er auf dem Boden ankommt. Auch Betriebsratsmitglied Bernd Reitler versucht sein Glück: 200 Kilogramm zeigt die Waage an. „So schwer bin ich natürlich nicht“, versichert Reitler.

Der Sprung aus der Höhe von einem halben Meter hat sein Gewicht mal eben fast verdreifacht. Ein Proband hat es an diesem Morgen auf fast 500 Kilogramm gebracht. Wenn die Füße dann bei diesem hohen Gewicht nicht richtig auf dem Boden aufkommen, ist der Sehnenriss vorprogrammiert. Gleiches gilt für den Teppich im Büro, der nicht hundertprozentig gerade auf dem Boden liegt. Eine tückische Stolperfalle.

Oder die Stromzuleitung zum Computer auf dem Arbeitstisch, die quer über dem Fußboden verläuft. Viele sind über das Kabel schon gefallen und haben sich womöglich etwas gebrochen. Am nächsten Stand werden viele verschiedene Schutzhandschuhe präsentiert.

Für jede Arbeitshandlung gibt es eigentlich den passenden Schutzhandschuh. Ebenso wie man unter verschiedenen Messern wählen kann. Das übliche Teppichmesser, das zum Öffnen von Kartons benutzt wird, ist nicht ungefährlich. Rutscht die Klinge ab, kann das Messer tiefe Wunden in der Hand oder im Oberschenkel verursachen.

Besser ist es in diesem Falle, eine spezielle Schere zu benutzen: scharf genug, um einen Karton aufzuschneiden, aber so präpariert, dass sie nicht ins menschliche Fleisch schneiden kann. Ein entsprechendes Teppichmesser sei in Arbeit, versichert der Experte am Stand.

Auf dem Hof des Unternehmens ist ein Pkw aufgebaut, in dem ein Überschlag simuliert wird. Ein weiteres Gerät kann messen, wie stark die Rückenmuskulatur ist. Der Rücken, ein Schwachpunkt nicht nur für die Mitarbeiter, die ständig am Fließband stehen, sondern auch bei den Kolleginnen und Kollegen am Schreibtisch im Büro. Da hilft regelmäßige Gymnastik.

Hätte es gereicht?

In einer Halle wird eine Staplerfahrt simuliert. Der Proband muss bremsen, wenn er ein Hindernis entdeckt. Hat es noch gereicht, oder wäre es zum Zusammenstoß gekommen? Die Betriebsfeuerwehr ist bei den Sicherheitstagen ebenso mit einem Stand vertreten wie Apotheker, die den Blutdruck der Beschäftigten messen.

Auch ein Sehtest steht auf dem Programm und die Ermittlung der Zuckerwerte. Wie kann ich mein Übergewicht reduzieren? Das verrät die Ernährungsberaterin, die den Beschäftigten wichtige Tipps gibt. Und wer schon mal mit Rückentraining beginnen will, kann das gleich vor Ort in der Halle tun. Eine Trainerin der Betriebskrankenkasse zeigt Übungen, die man auch zu Hause durchaus wiederholen kann.

Zur Belohnung für den anstrengenden Parcours gibt es für die Beschäftigten zum Abschluss übrigens eine leckere Tasse Kaffee. Übrigens nach dem Messen des Blutdrucks.

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