Arbeit fällt nicht vom Himmel

Von: ds
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Stolberg. Für Millionen Menschen ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt trotz Rückgang der Arbeitslosigkeit weiterhin dramatisch. Wenn auch die Jugendarbeitslosigkeit hierzulande bei 5,5 Prozent liegt, begünstigen Defizite in Bildung, Qualifikation, fehlende Ausbildungsplätze und Arbeit die Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen.

Erneut rufen die beiden großen Kirchen im Raum Aachen zu Spenden und Kollekten auf. Die Solidaritätskollekte mit dem Titel: „Weil Arbeit nicht vom Himmel fällt, … sind wir gefragt!“ findet am 9. und 10. Mai sowie am Wochenende 16./17. Mai in allen 14 Stolberger Gemeinden statt und setzt dieses Mal ihren Fokus auf arbeitslose junge Menschen.

„Eine nachhaltige politische Auseinandersetzung mit diesem Thema ist genauso wichtig wie die konkreten Leistungen der zahlreichen Projekte und Initiativen zu Gunsten der Langzeitarbeitslosen“, sagt Anne Weisshaupt, Projektstelle „Lobbyarbeit für Langzeitarbeitslose“ bei „Pro Arbeit“.

Diese kirchlichen Arbeitslosenprojekte seien auf Spenden aus der Bürgerschaft angewiesen, auch im Rahmen der Solidaritätskollekte. Mit dem Geld werden Maßnahmen wie eine qualifizierte Bildungs- und Beschäftigungsarbeit mit Langzeitarbeitslosen finanziert. Weisshaupt: „Kirchliche Arbeitslosenarbeit erhebt den Anspruch, die Betroffenen besonders stark in ihrer Würde anzunehmen und zu fördern – knapper staatlicher Unterstützung zum Trotz.“

Sie erklärt, dass die Kirchen selbst nach wie vor in diese Menschen in der Städteregion investiere und eigene Mittel einsetze. So würden jährlich mehr als 320.000 Euro aus Kirchensteuergeldern und weitere etwa 70.000 Euro aus Kollekten, Einzelspenden und Solidaritätslauf investiert.

Mit der Solidaritätskollekte ist zum Beispiel die Mittagsverpflegung in der Jugendwerkstatt an zwei Tagen pro Woche gesichert. Die durch die Jugendberufshilfe getragene Werkstatt fördert laut Leiterin Gertrud Smets junge Menschen, die in besonderem Maße Schwierigkeiten haben, eine Berufs- und Lebensperspektive zu finden.

Ein weiteres Beispiel für Hilfe vor Ort ist die Erwerbslosenberatungsstelle der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). „Existenzsicherung ist ein großes Thema, und da ist es umso schlimmer, wenn Jugendliche schon aus ihren Familien heraus mit schlechten Wurzeln kommen und ohne Perspektive sind“, erläutert Erika Lieber von der Beratungsstelle. Die KAB informiert und berät rund ums SGB II, hilft bei Antragsstellungen und der Berufswegeplanung, erklärt und prüft Bescheide. „Das sind kaum zu bewältigende Hürden, besonders für junge Menschen“, so Lieber.

Unterstützung durch die Soli-Aktionen erfahren auch die Mobilen Sozialen Dienste (MSD). „Neben unserer Arbeit für Alte, kranke, pflegebedürftige und behinderte Menschen bieten wir Arbeitslosen die Möglichkeit, den Ein- und Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden“, sagt Petra von den Brincken, stellvertretende Pflegedienstleitung.

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