„Appell für Nazi-freie Stadt”: Bürger rücken enger zusammen

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. „Was wir 2008 zweimal erleben mussten, wollen wir nicht noch einmal erleben.” Gerhard Keiling spricht nicht für sich alleine, wenn er mit Blick auf die Aufmärsche von Neonazis im vergangenen Frühjahr seine Emotionen in Worte fasst.

Vielmehr steht seine Entschlossenheit für die Gemütslage eines ganzen Viertels, das gegen die Perspektive aufbegehrt, am 4. April erneut von einer braunen Horde bedroht und von der Polizei aus Gründen der Sicherheit im eigenen Stadtteil isoliert zu werden.

„Die Mühle steht im Mittelpunkt der Nazi-Demonstrationen. Deswegen fühlen sich die Anwohner und Geschäftsleute hier besonders betroffen”, weiß Susanne Hendeß und fordert: „Wir wollen in unserer Stadt an jedem Tag ungehindert und ohne Bedrohung leben, einkaufen, verkaufen und Besuch empfangen können - auch am 4. April.”

Die Buchhändlerin steht gemeinsam mit Gerhard Keiling, Udo Beitzel und Esin Cinar an der Spitze einer Bewegung von Anwohnern und Geschäftsleuten, die in der Mühle auf die Solidarität der Menschen baut und sich dafür einsetzt, dass die Bewohner noch enger zusammenrücken. „Viele Leute haben Angst. Aber gemeinsam ist man stärker, und das trifft auf der Mühle ganz besonders zu”, will Esin Cinar, die in der Salmstraße eine Modeboutique betreibt, ein kollektives Bewusstsein wecken.

Das wollen die Initiatoren auch mit einer Unterschriftenaktion. Bis Mitte März soll über möglichst viele Unterschriften die Forderung zum Ausdruck gebracht werden, dass die angekündigten Neonazis die Innenstadt nicht betreten dürfen und der angekündigte „Trauermarsch” am besten ganz verboten werden sollte. Die Listen liegen in vielen Geschäften der Mühle aus, können auch bestellt werden, und sollen Ferdi Gatzweiler schließlich überreicht werden.
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