Antje Detmers und ihre Steffi

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Blindenhund „Steffi” und Fra
Blindenhund „Steffi” und Frauchen Antje Detmers (vorne links) zu Gast in der Klasse 3 b der Grundschule Grüntalstraße, hintere Reihe (v.l.) Tina Sous, Katharina Winter und Herbert Sorge.

Stolberg. Die schwarze Schäferhunddame Steffi stellt für die Jungen und Mädchen der Klasse 3 b der Grundschule Grüntalstraße eine Attraktion dar. Allein schon das eigenartige weiße Geschirr, an dessen oberen Ende sich ein Bügel befindet, erregt die Aufmerksamkeit der neun und zehn Jahre alten Schüler.

Schließlich ist Steffi ein Blindenführhund, und das befremdend wirkende Geschirr muss die zweijährige Hundedame tragen, damit ihre Besitzerin Antje Detmers, die sehbehindert ist, sich daran festhalten und so den Kontakt zum Hund herstellen kann.

Außer Detmers und Hund Steffi ist auch Herbert Sorge, Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereines der Städteregion Aachen, Gast der von Lehramtsanwärterin Katharina Winter vorbereiteten Unterrichtseinheit.

Der 62-Jährige, der von einer Linsentrübung gekennzeichnet ist, hat neben dem Blindenführhund noch weitere, den Alltag der Sehbehinderten erleichternde Hilfsmittel mitgebracht: einen weißen Blindenstock, einen kleinen Scanner und eine Blindenschreibmaschine. Deren Funktionen erklärt Sorge, indem er den Kindern die Geräte in die Hand gibt und zum Selbstausprobieren einlädt. So erfahren die Schüler, dass man mit Hilfe des Scanners im Supermarkt die an den Verpackungen angebrachten Strichcodes entziffern kann, um so Informationen über Inhalt und Größe der Produkte zu erhalten. Oder, dass der Blindenstock den Sehbehinderten als Orientierung dient und mit dazu bei trägt, dass man im Straßenverkehr Hindernisse rechtzeitig erkennen kann.

Geduldig beantwortet Sorge die zahlreichen Fragen, die sich überwiegend um den Alltag der Sehbehinderten drehen. „Schulklassen sind unsererseits ein gerne in Anspruch genommener Ansprechpartner. Die Kinder sind wissbegierig und haben viele Fragen, die wir bereitwillig beantworten. Von uns erhalten sie Informationen aus erster Hand”, sagt Herbert Sorge. Mit dabei ist auch Klassenlehrerin Tina Sous, die gemeinsam mit Winter die 19 Kinder auf das Projekt eingestimmt hat. Schließlich haben sich die Schüler im Vorfeld von Steffis Besuch mit der Sinneswahrnehmung beschäftigt und mit verbundenen Augen die für einen Blinden wichtigen Funktionen Tasten, Hören, Riechen und Schmecken trainiert.
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