Ansichten über Jahrzehnte: Alter Saal der Stadthalle

Von: Toni Dörflinger
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Sein derzeitiges Gesicht erhielt der Stadthallenkomplex in den späten 1990er Jahren. 1997 wurde nämlich der anfänglich so genannte Bau „Stadthallenpassage“ in Angriff genommen. Foto: Toni Dörflinger
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Das Schwarz-Weiß-Foto aus dem Bestand des Stadtarchivs zeigt die Stadthalle in ihrem Zustand von 1972. Foto: Stadtarchiv Stolberg

Stolberg. Im November 1961 konnte der im Rosentalgarten errichtete zwei- beziehungsweise dreigeschossige Backsteinbau der Stadthalle seiner Bestimmung übergeben werden. Herzstück des weitläufigen Gebäudekomplexes – bereits sieben Jahre zuvor hatte man in Düren einen ähnlich gestalteten Bau mit gleicher Funktion eröffnet – war der Saal, der einschließlich einer Empore rund 1200 Personen Platz bot.

Geleitet und unterhalten wurde die Stadthalle anfänglich von einer sogenannten Betriebsführungsgesellschaft, an der neben der Stadt auch eine örtliche Bank beteiligt war. Im Juni 1970 wurde das Gebäude durch einen Großbrand teilweise vernichtet.

Die Wiedereröffnung erfolgte im August 1972. Nun verfügte die Stadthalle auch über eine neue Gaststätte, die unter dem Namen „Kupferkanne“, dem Baukörper als Anbau vorgelagert war. Unser historisches Foto entstand vermutlich kurz vor der Wiederinbetriebnahme der Stadthalle. Eine Besonderheit der Gaststätte Kupferkanne waren die großformatigen, als Fenster dienenden Glasbilder, die Stolberger Industrie-, Handwerks- und Altstadtmotive zeigten.

Inzwischen befindet sich eines der künstlerisch wertvollen Glasbilder – die Abbildung zeigt den als Langer Hein bezeichneten früheren Zentralkamin der Münsterbuscher Zinkhütte – in der „IG-Stube“ des Münsterbuscher Jugendheimes. In den frühen 1980er Jahren wurde im hinteren Bereich der Stadthalle, wo sich noch ein Reststück des alten Rosentalgartens befand, die so genannte „Musikmuschel“ errichtet.

Die halbkreisförmige, mit Plexiglasscheiben versehene Konstruktion, die Studenten der Aachener Hochschule entworfen hatten, sollte für Open-Air-Konzerte und ähnliche Freiluftveranstaltungen genutzt werden. Doch der halbkreisförmige Pavillon war von witterungsbedingten Unzulänglichkeiten gekennzeichnet. Weil er nicht bis zum Boden reichte machten Wind und Regen den Aufführenden weiterhin zu schaffen. Und so wurde er 1993 wieder abgebaut und trat am Haken eines Transportfahrzeuges hängend seine Reise nach Brand an, um an der Gesamtschule eine neue Bestimmung zu finden.

Sein derzeitiges Gesicht erhielt der Stadthallenkomplex in den späten 1990er Jahren. 1997 wurde nämlich der anfänglich so genannte Bau „Stadthallenpassage“ in Angriff genommen. Er wird seitdem für die Unterbringung eines Seniorenzentrums im Obergeschoss und einiger Geschäfte im Erdgeschoss – wozu unter anderem auch ein Eiscafé zählt – genutzt. Derzeit läuft in der Passage der Ausbau des Itertalklinik Seniorenzentrums. 66 Einzel- und zwei Doppelzimmer entstehen ebenso wie 20 barrierefreie Wohnungen mit Betreuungsangebot.

Zudem soll bis Mitte nächsten Jahres in den Räumen des früheren Verbrauchermarktes die zentrale Großküche für alle aktuell acht Standorte eingerichtet werden.

 

 

Fotos: Stadtarchiv Stolberg/Toni Dörflinger

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