Stolberg - Anmeldungen: Ansturm auf Grundschule Höhenstraße

Anmeldungen: Ansturm auf Grundschule Höhenstraße

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Die Grundschule an der Grüntalstraße in Stolberg wird voraussichtlich mit 47 Erstklässlern in das neue Schuljahr starten. Foto: M. Grobusch
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Die Sprecherin der Stolberger Grundschulleiter-Konferenz, Renate Krickel. Foto: O. Hansen

Stolberg. Nähme man die Anmeldezahlen für das Grundschuljahr 2015/16 einfach so, wie sie am Mittwochabend dem Fachausschuss vorgestellt werden, dann wäre nicht lange zu überlegen, was es zu tun gilt: Die Grundschule Donnerberg müsste ganz schnell und umfangreich erweitert werden.

Die Nachfrage ist seit Jahren enorm hoch, erneut hat die Einrichtung an der Höhenstraße einen Ansturm erlebt. Mit 78 Anmeldungen wurde der Vorjahreswert noch einmal knapp übertroffen (76). Die maximale Aufnahmekapazität für den Eingangsjahrgang liegt jedoch nur bei 44 Kindern.

Doch weil bei der Festlegung der Zahl und Größe der Eingangsklassen an den zehn Grundschulen im Stadtgebiet der Elternwille zwar ein wichtiges, aber längst nicht das einzige Kriterium ist, wird es die Erweiterung am Donnerberg nicht geben. Die Tatsache, dass viele Kinder aus anderen Stadtteilen eingeschrieben worden sind, widerspricht dem Prinzip der wohnortnahen Beschulung. Und die Stadt will auch für die nächsten Jahre sicherstellen, dass alle Grundschulstandorte erhalten werden können.

Vor allem um das zu erreichen, ist im vergangenen Jahr – zunächst unter Moderation des Bildungsbüros der Städteregion – die „Verteilerkonferenz“ ins Leben gerufen worden. Deren Aufgabe ist es, alljährlich die in den Anmeldungen zum Ausdruck gebrachten Wünsche von Eltern und Kindern, also die Nachfrage, mit dem vorhandenen Angebot in Einklang zu bringen. Schulleitungen, Stadtverwaltung, Politik und Schulaufsicht haben sich jetzt wieder an einen Tisch gesetzt. „Wir sind zu einem Ergebnis gekommen, das von uns einstimmig getragen wird“, berichtet die Sprecherin der Grundschulleiter-Konferenz, Renate Krickel. Auch Stolbergs Schuldezernent Robert Voigstberger lobte die konstruktive Atmosphäre, die eine Einigung bereits in der zweiten Sitzung ermöglicht habe.

Diese sieht konkret vor, dass die Grundschule Donnerberg mit ihrer jahrgangsübergreifenden Eingangsstufe zweieinhalbzügig bleibt. Damit müssen 34 Kinder, deren Eltern sich für die Höhenstraße entschieden hatten, abgelehnt werden. Der überwiegende Teil der Betroffenen wohnt in anderen Stadtteilen, meist in der Innenstadt. Und dort soll er dann auch einen Platz finden. Weil an den Alternativstandorten Hermannstraße und Würselener Straße nur noch wenige Plätze verfügbar sind, empfiehlt die Konferenz eine Aufstockung der Grundschule Grüntal von zwei auf drei Eingangsklassen. „Hier gibt es die räumlichen Voraussetzungen, und die Schulleitung hat sich zu diesem Schritt bereit erklärt“, betont der schulpolitische Sprecher der SPD, Patrick Haas. Und sein CDU-Kollege ergänzt: „Auf diesem Wege erreichen wir auch eine möglichst homogene Verteilung der Schulneulinge in der Innenstadt.“ Die Grundschule Hermannstraße bleibt derweil zweieinhalbzügig, die Grundschule Atsch zweizügig.

In der Grundschule Mausbach wird es ab dem Sommer zum zweiten Mal in Folge nur eine erste Klasse geben. Mit 27 ist die Zahl der angemeldeten Kinder gegenüber dem Vorjahr noch einmal um sechs zurückgegangen. In Gressenich (41) und Zweifall (37) wird es hingegen jeweils zwei Eingangsklassen geben – zumindest im neuen Schuljahr. Klar ist schon jetzt, dass die Gesamtzahl der Eingangsklassen für diese drei Einrichtungen in den Außenbezirken aufgrund der vorliegenden demografischen Zahlen dauerhaft von insgesamt sechs auf nur noch fünf reduziert wird. „Das hat zur Konsequenz, dass eine der Schulen im jährlichen Wechsel nur eine Eingangsklasse haben wird“, so Renate Krickel. Von der Gefährdung eines Schulstandortes könne jedoch keine Rede sein. „Eine Schule darf nur dann nicht eigenständig fortgeführt werden, wenn sie dauerhaft einzügig ist mit weniger als 82 Schülern. Und davon sind wir auch in Mausbach noch ganz weit entfernt.“

In der Grundschule Breinig, bis dato zweieinhalbzügig, ist mit 69 Anmeldungen die Aufnahmekapazitäten im jahrgangsübergreifenden Unterricht zu 100 Prozent ausgeschöpft. Deshalb wird es dort im Sommer drei Eingangsklassen geben. Da Vertreter der großen Koalition an den Sitzungen der Verteilerkonferenz beteiligt waren, kann von einer breiten Zustimmung des Schulausschusses am Mittwochabend (18 Uhr, Museum Zinkhütter Hof, Cockerillstraße) ausgegangen werden. Weitaus schwieriger wird die Entscheidung sein, welche 34 an der Höhenstraße angemeldeten Kinder abgelehnt werden müssen. Zuständig ist hier per Gesetz die Schulleitung und somit Hille Breuer. Sie wird in den kommenden Wochen mit den betroffenen Eltern Gespräche führen.

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