Anmeldung in Grundschulen: Klarheit erst im neuen Jahr

Von: Michael Grobusch
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Anmeldung ist nicht gleich Aufnahme: In den nächsten Wochen wird zu klären sein, in welchen Fällen dem Elternwunsch entsprochen werden kann. Foto: stock/epd

Stolberg. Die Würfel sind gefallen, und dennoch stehen wesentliche Entscheidungen noch aus. Denn anders als in den Vorjahren, als aus den Anmeldungen für die Grundschulen ziemlich unmittelbar die Zahl der Eingangsklassen in den zehn Einrichtungen im Stadtgebiet resultierte, steht der Verwaltung die eigentliche Arbeit diesmal noch bevor.

Ihre Aufgabe wird es in den kommenden Wochen sein, den in den Einschreibungen zum Ausdruck gebrachten Elternwillen mit dem Beschluss des Schulausschusses in Einklang zu bringen. Dieser hatte sich Mitte Oktober auf Basis des 8. Schulrechtsänderungsgesetzes auf eine neue Festlegung der Zügigkeiten und Klassengrößen verständigt.

Die tiefste Kluft zwischen Angebot und Nachfrage offenbart sich erwartungsgemäß auf dem Donnerberg. Mit 76 Anmeldungen liegt die Grundschule Höhenstraße nur relativ knapp unter der Marke des Vorjahres (82). Diesmal wird sie allerdings deutlich mehr Kinder ablehnen müssen, weil die Politik eine Aufgabe der Dreizügigkeit und eine Reduzierung in zwei Schritten auf nur noch zwei Züge beschlossen hat.

Die praktischen Konsequenzen sind naheliegend: Weil nahezu die Hälfte der Anmeldungen auf Eltern zurückgeht, die nicht auf dem Donnerberg wohnen, dürfte bei ihnen die Wohnortnähe als erstes Kriterium im Verfahren zum Ausschluss führen.

Das wiederum könnte direkte Auswirkungen auf die Hermannstraße haben. Die dortige internationale Begegnungsschule registriert im Vergleich zu den Vorjahren ein gestiegenes Interesse und legt bei den Anmeldungen deutlich zu von 36 im Jahr 2012 auf diesmal 50. Gespannt sein darf man, in welchem Umfang sich diese Zahl durch die Ablehnungen auf dem Donnerberg noch erhöht. Und ob damit die beschlossene Zweieinhalbzügigkeit an der noch vor Kurzem von der Einzügigkeit bedrohten Schule überhaupt ausreichen wird.

„Rückläufe“ von der Höhenstraße dürfte es auch in der Grüntalschule geben. Sie kommt derzeit auf 44 Anmeldungen (2012: 39)und hat somit noch einige Plätze in ihren beiden ersten Klassen frei. Das gilt auch für die dritte innerstädtische Einrichtung: In der Atsch liegen 43 Anmeldungen (2012: 41) vor. Mehr Anfragen als Plätze hat unterdessen Günther Jansen in der Prämienstraße. Angesichts des beschlossenen Rückzuges von drei auf zwei Klassen pro Jahrgang werden nicht alle 66 angemeldeten Kinder aufgenommen werden können.

Jansen, der auch Sprecher der Grundschulleiter-Konferenz ist, äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung zum weiteren Ablauf des Anmelde- und Annahmeverfahrens zurückhaltend: „Wir sind bei der Analyse der Zahlen in der Innenstadt und gleichen diese mit der Vorgabe der Politik ab. Inwiefern sich daraus ein Handlungsbedarf ergeben könnte, ist momentan noch nicht absehbar.“

Absehbar ist auch noch nicht, ob es in Gressenich im nächsten Schuljahr noch zwei erste Klassen geben wird. Weil dort gemeinsamer Unterricht (GU) erteilt wird, gilt laut Beschluss des Schulausschusses die Klassenhöchstgrenze von 24 Kindern. Nach Angaben der Stadt sind bislang nur 28 Anmeldungen eingegangen. Sollte es bei dieser Zahl bleiben, wird es wohl keine zweite Eingangsklasse für das Schuljahr 2014/15 geben. Knapp könnte es auch in Mausbach werden, wo 33 Anmeldungen für geplante zwei Klassen vorliegen.

Von derartigen Sorgen ist man in Zweifall weit entfernt: 41 Einschreibungen bilden eine solide Basis für weiterhin zwei erste Klassen in Stolbergs seit Donnerstag offiziell ersten Nationalpark-Schule – die Auszeichnung wurde am Vormittag in Schleiden vergeben. Im Soll sind auch die Schulen Bischofstraße (61 Anmeldungen/dreizügig) und Breinig (52/zweieinhalbzügig).

Bescheide „im ersten Drittel“

Bis zum Versand der verbindlichen Aufnahmebestätigung wird noch einige Zeit vergehen. „Der Ausschuss hat den Grundsatzbeschluss gefasst, jetzt geht es in die konkrete Umsetzung“, will sich der städtische Fachbereichsleiter nicht auf einen Zeitplan festlegen. „Wir haben es schließlich mit einem Novum zu tun.“ Die Verwaltung werde auf Basis der nun vorliegenden Zahlen einen Verteilungsschlüssel erarbeiten. Günther Jansen geht derweil davon aus, dass die Aufnahmebescheide „erst im ersten Drittel 2014“ verschickt werden können.

Die Aufgaben für die nächsten Wochen sind klar verteilt, wie Willi Seyffarth betont: „Wir als Schulträger kümmern uns um die definitive Zahl, Größe und Verteilung der Eingangsklassen. An wen die daraus resultierenden Plätze am Ende vergeben werden, ist dann eine schulinterne Angelegenheit.“

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