Stolberg - Ankermieter des Rathaus-Carées steht immer noch nicht fest

Ankermieter des Rathaus-Carées steht immer noch nicht fest

Von: -jül-
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Frühzeitig gerüstet für den Bundestagswahlkampf in 2018: Ein Fotograf begleitet Helmut Brandt bei seiner Sommertour in Stolberg hier mit Ralf Wallraven, Karina Wahlen und MdL Axel Wirtz (v.l.).

Stolberg. Die mit Spannung erwartete gute Nachricht hat Stefan Wallraven beim Besuch von Helmut Brandt noch nicht parat. Wer Ankermieter im Parterre des Rathaus-Carées wird, steht noch immer nicht fest.

Nachdem zuerst eine Fitness-Kette und dann der niederländische Discounter „Action“ abgesprungen sind, „hinken wir mit der Vermarktung natürlich hinterher“, erklärt der in der Firmengruppe von Fred Pfennings für die Vermarktung zuständige Projektbeauftragte dem Bundestagsabgeordneten, der in Stolberg einen Tag lang auf Erkundungstour unterwegs ist.

Auch die klassischen Handelsketten sind noch nicht so richtig angesprungen auf das rund 1300 m2 große Ladenlokal am Steinweg. Und mit anderen Interessenten konnte sich der Vermieter nicht über die Miete einigen. „Das ist immerhin eine 1a-Lage“, sagt Wallraven.

Zwar ist der Investor geneigt, einem Mieter entgegenzukommen, aber letztlich soll es auch ein für die Lage in der Fußgängerzone passender sein. In der Rathaus-Passage gegenüber sei das Warten nun von Erfolg gekrönt worden. Ein Friseur ist eingezogen in das frühere Ladenlokal eines Deko-Ladens.

Und für die frühere Rossmann-Filiale schwebt Wallraven „am liebsten gute Gastronomie oder ein Geschäft mit neuen Konzepten“ vor. Gleichwohl soll im Oktober der Ankermieter für die Obergeschosse starten können. Dort wird letzte Hand angelegt für entstehen 39 barrierefreie Wohneinheiten mit 50 bis 70 Quadratmeter der Itertalklinik Seniorenzentrum, für deren Bewohner Betreuung angeboten wird.

Die Gesellschaft von Dr. Christoph Kösters ist neben Kornelimünster, Walheim und Roetgen in der Kupferstadt auch engagiert in Alt Breinig und der Stadthallen-Passage. Die Fassade des früheren Victor-Kaufhauses zur Enkerei hin ist aufgerissen für großflächige Fensterfronten, die auch einen Blick auf die Burg erlauben. In Dachgeschossen des Objektes sind kleine Balkons entstanden. Auf den Etagen ist noch Raum für Praxen und Büros zu haben.

Die Entwicklung im Einzelhandel gibt Helmut Brandt derweil zu denken. „Die klassischen Strukturen müssen sich heutigen Anforderungen öffnen“, sagt der 65-Jährige, der als Justiziar Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der CDU-Bundestagsfraktion ist. Dabei zielt das Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz auf das Internet. „Neben dem stationären Geschäft vor Ort sollten die Kaufleute zunehmend online ihre Waren und Dienstleistungen anbieten“, sagt Brandt.

So könnten sie sich nicht nur ein zusätzliches Standbein verschaffen, sondern der ohnehin zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel begegnen. Eine Argumentation, die Landtagsabgeordneter Axel Wirtz und die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen, die den Abgeordneten bei seiner Sommertour begleiten, nur unterstreichen können. Durchaus auch aus eigener Erfahrung.

Im Internet kann man ja recherchieren, aber beim heimischen Handel sollte man dann ordern“, sagt Wirtz. Voraussetzung sei natürlich, dass die Geschäfte den Service der Beschaffung oder einer Online-Bestellung auch anbieten würden. „Wer das heute nicht tut, dem entgehen geschäftliche Chancen“, unterstreicht Helmut Brandt.

Wie das auch in Stolberg funktionieren kann, erläutert in der Bodega im Kupferhof Alter Markt Christian Clément. Neben dem klassischen Verkauf und Verköstigungen werden beispielsweise Bestell-, Liefer- und Versandservice angeboten. Clément kooperiert mit lokalen Restaurants und Gaststätten, engagiert sich bei Festivitäten in der Kupferstadt ist bringt mit eigenen Events immer wieder für Abwechslung.

Das lockt Kunden an, die die Gastfreundschaft des Wahlstolbergers zunehmend schätzen lernen. „Ein erfolgversprechendes Modell“, sagt Brandt. Gezielte Neuerungen versprächen Aufmerksamkeit. Wie das von professioneller Seite gehandhabt werden kann, präsentierten Tamara Patrcevic und
Susanne Kaivers-Gerads von der Agentur „Oecher Design“, die mit der „Kupfer in den Adern“-Kampagne für Aufmerksamkeit gesorgt hat und neue Publikationen für die Stadt herausgibt.

Mehr Aufmerksamkeit auf die touristischen Besonderheiten der Kupferstadt lenken möchte Jürgen Gerres, der jüngst die Leitung der Stolberg-Touristik übernommen hat. In Helmut Brandt fand er als stellvertretendem Mitglied im Ausschuss für Tourismus des Bundestages einen interessierten und versierten Gesprächspartner. Eine erfolgreiche Intensivierung der touristischen Vermarktung stärke die lokale Geschäftswelt.

Einen anderen Ansatz, die Nahversorgung in ländlichen Gebieten zu erhalten, lernte Brandt im „Vichter Dorfladen“ kennen. Den Erhalt der Nahversorgung hatten die Bewohner vor zwei Jahren mit dem eigenen Laden und Café nach Schließung sämtlicher Geschäfte selbst auf die Beine gestellt. Dabei ist mehr entstanden als eine Verkaufs- und Lottoannahmestelle.

Der Dorfladen ist sozialer Treffpunkt, hier kommt man zusammen, tauscht Neuigkeiten aus, erlebt Dorfgemeinschaft, berichtet Rudolf Vanderhuck als stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins. „Das ist ein schönes Beispiel für eine aktive Dorfgemeinschaft“, sagt Brandt. Der Vichter Dorfladen ist ein wichtiges Vorbild für andere Ortschaften, in denen es keine Nahversorgung mehr gibt“.

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