Angelika Kühnen hat Werke großer Künstler gesehen

Letzte Aktualisierung:
Der Europäische Kunsthof in V
Der Europäische Kunsthof in Vicht: Vor allem der Wechsel zwischen den aufstrebenden jungen Künstlern und den etablierten lockte viele Kunstinteressierte und namhafte Sammler in das Vichtbachtal. Foto: B. Bernd

Stolberg-Vicht. Mit einer krönenden Abschlussausstellung feiert Angelika Kühnen im September den 14. Jahrestag ihres Europäischen Kunsthof Vicht. Im September 1998 hatte die größte Galerie der Euregio zunächst eher unspektakulär seine Tore erstmals geöffnet.

Allerdings setzte Angelika Kühnen zusammen mit dem Journalisten Bernd Groten sehr schnell Akzente. Niemand geringerer als das Urgestein der Informellen Kunst, Professor Karl Otto Götz, wohl der bedeutendste lebende Vertreter zeitgenössischer Kunstentwicklungen, sorgte mit seinen Arbeiten dafür, dass der Europäische Kunsthof schnell über die Grenzen der Euregio hinaus bekannt wurde.

„50 + 1” - der Titel dieser Ausstellung zum 14. Geburtstag hat erstmals nichts mit einem Künstler zu tun. Das Ergebnis, 51, steht für die Dauer der Ausstellung. Und nach 51 Tagen ist dann endgültig Schluss mit dem Europäischen Kunsthof in Vicht. Angelika Kühnen verabschiedet sich von „ihrer Hofanlage”, die sie vorher schon verkauft hatte (wir berichteten). Sie hat sich zwischenzeitlich anderweitig orientiert.

Doch ohne Kunst kann die Malerin Angelika Kühnen nicht wirklich leben. „Für mich ist ein sehr schöner langer Weg zu Ende. Mit sehr viel Freude im Herzen, aber auch etwas Wehmut nehme ich Abschied aus Vicht. Mit einem veränderten Konzept bleibe ich aber in der hiesigen Kunstszene. Stolberg ist seit vielen Jahren meine Heimat. Ich liebe die vielen historischen Bauwerke, die Altstadt, die Menschen, die hier leben. Vom hoch gelegenen Breinig bin ich einst mit meinem Mann ins Tal der Vicht gezogen. Nun begebe ich mich wieder auf eine Anhöhe mit Fernblick und freue mich darauf. Und natürlich wird es wieder ein altes historisches Gebäude sein”, betont die Galeristin.

Die 51-Tage-Finnissage beginnt am Samstag, 1. September, um 12 Uhr. Ausgestellt werden eine Vielzahl von Arbeiten der Künstler, die seit Jahren über zahlreiche Ausstellungsprojekte mit dem Kunsthof verbunden sind. Eine ganze Reihe von hervorragenden Einzelobjekten und Bildern aus der privaten Sammlung von Angelika Kühnen werden die Kunstsammlerherzen höher schlagen lassen, denn die Malerin trennt sich von vielen Arbeiten aus ihrer 14-jährigen Sammlertätigkeit.

Ein Highlight zum Abschluss: Arbeiten von 51 Künstlern der modernen und zeitgenössischen Kunst wird Angelika Kühnen vom 1. September bis zum 21. Oktober in den Ausstellungsräumen des Europäischen Kunsthofes zeigen. Dabei werden auch Kuriositäten gezeigt, wie einzelne Gipsstücke des „Animalocaris”, einem riesigen Urtier der Künstlerin Lin May Saeed.

Gerade die „jungen wilden” Künstler der Düsseldorfer Kunstakademie wie Milovan Radonjic, Felix Wunderlinch, die Hundemalerin Ophelia Greub und der Holz-Skulpturenkünstler Jems Robert KokoBi prägten über Jahre das Know-how dieses Ausstellungsortes. „Erinnern Sie sich noch an den toten und blutenden Hirschen an der Galeriewand oder die tote Katze in der Mülltonne von Irmin Vincenz, die aus dem Suermondt-Ludwig-Museum Aachen verbannt wurde”, fragt Angelika Kühnen.

Vor allem der Wechsel zwischen der aufstrebenden jungen Kunst und den „Etablierten” lockte Kunstinteressierte und namhafte Sammler in das Vichtbachtal.

Die Künstler der Mülheimer Freiheit Peter Bömmels und Volker Tannert gehörten ebenso dazu, wie die Professorin Rissa, H.A. Schult, Marianne Roetzel, Norbert Tadeus, Günther Uecker oder Ernst Wille. Doch auch die heimischen Künstler waren sehr präsent. Allen voran der begnadete Metallkünstler Lothar Scheffler mit seinen archaischen Figurengruppen.

Angelika Kühnen und der Europäische Kunsthof sind natürlich untrennbar mit dem Namen Hartmut „Hacky” Ritzerfeld verbunden. Seit fast 20 Jahren arbeiten beide in einem Atelier und bereicherten sich immer gegenseitig mit Ideen. Nicht selten sind beim Kaffee trinken auf der Innenhof-Terrasse Ideen für neue Projekte entstanden.

Der Name Ritzerfeld zog natürlich auch dessen Studienkollegen der Düsseldorfer Kunstakademie in den Kunsthof. Viele ehemalige Beuys-Schüler kamen als Besucher und stellten schließlich selber hier aus. Allen voran Felix und Irmel Droese, Daniela Flörsheim, Jörg Immendorff und Johannes Stüttgen. Und natürlich durften auch originale Kunstobjekte des Meisters Professor Joseph Beuys nicht fehlen.

Da es nicht möglich ist, alle Projekte und Künstler aufzulisten, seien einige besondere Ausstellungshöhepunkte genannt. Außergewöhnliche Exponate der spanischen Künstler Pablo Picasso und Salvador Dali, sowie eine komplette Sammlung des deutschen Anton Räderscheidt waren neben Joseph Beuys sicherlich die aufregendsten und auch wertvollsten Ausstellungen im Europäischen Kunsthof.

Kunstinteressierte sollten es sich nicht entgehen lassen, letztmalig eine Ausstellung im südländischen Flair dieser historischen Hofanlage im Vichtbachtal zu besuchen. Viele kleine Kunstwerke in einer einzigartig umfangreichen Zusammenstellung bieten eine Reise durch über 100 Jahre Kunst in Europa und 14 Jahre Ausstellungsprogramm im Europäischen Kunsthof.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 21. Oktober, zu sehen. Die Öffnungzeiten im Europäischen Kunsthof Vicht in der Eifelstraße 63 sind freitags, samstags und sonntags, jeweils von 12 bis 18 Uhr.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert