Angeklagter räumt Besitz von Kinderpornografie ein

Von: wos
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Aachen/Stolberg. Die 43-jährige Altenpflegerin Michaela O. aus Stolberg und der 55-jährige arbeitslose Dieter H. aus Aachen sind vor einer Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts angeklagt, im Jahr 2010 die damals neunjährige Tochter der Angeklagten zu sexuellen Handlungen mit einem Dritten gezwungen zu haben.

Des Weiteren wird Dieter H. der Besitz und die Verbreitung zahlreicher kinderpornografischer Dateien im Jahr 2014 zur Last gelegt.

Das heute 15-jährige Mädchen war in dem Verfahren vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen als Zeugin geladen. Als Tochter der Angeklagten nutzte sie das ihr zustehende Zeugnisverweigerungsrecht, sie sagte nichts zu den damaligen Vorfällen, so auch die beiden Angeklagten, die zunächst nur über ihre persönlichen Verhältnisse Auskunft gaben.

Im Fall des angeklagten sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen handelt es sich um zwei Vorfälle im Jahr 2010, als die beiden Angeklagten über einen Skype-Chat Kontakt zu einem Pädophilen aus der Schweiz aufnahmen. Der willigte anscheinend ein, für die Gegenleistung von 400 Schweizer Franken nach Stolberg zu kommen, um dort sexuelle Kontakte zu der Neunjährigen zu haben.

Bei einem ersten Treffen kam es laut Anklage auch dazu. Das Mädchen musste sich anfassen und von dem Mann streicheln lassen. Bei einem zweiten Treffen habe das Mädchen die Handlungen verweigert. Der Schweizer Kunde ist inzwischen gestorben.

Zu diesen Vorfällen sagten beide am Mittwoch nichts. Geständig allerdings ließ sich der 55-jährige Aachener zu den bei ihm in seinen Computern und auf drei Festplatten gefundenen kinderpornografischen Dateien ein. Als man ihn Mitte 2014 in der Stolberger Straße in Aachen festnehmen wollte, bedrohte sich der nach eigenen Angaben depressive Mann selber mit einem Fleischermesser.

Sein Arzt konnte ihn beruhigen, die Polizei durchsuchte seine Wohnung und wurde fündig. Auf den gesicherten Dateien waren mehr als neun Stunden kinderpornografische Videos zu sehen, darunter sexuelle Handlungen mit Kleinkindern und Babies. Den Besitz dieses Materials gab der Angeklagte zu und ließ von seinem Anwalt verlesen, er schäme sich dafür. Das Verfahren wird am 29. August fortgesetzt.

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