Angebot zur Hilfe von Migranten für Migranten

Von: Marie-Luise Otten
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Stolberg. Nur eine Handvoll Damen des Frauen-Netzwerkes und einige männliche Interessierte türkischer Kulturvereine waren der Einladung von Susanne Goldmann, Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Stolberg, in den Ratssaal gefolgt. Dort berichtete Carolin Sobiech, Landeskoordinatorin für NRW, über das jüngste Projekt des Ethno-Medizinischen Zentrums Hannovers.

Das Anliegen dieses gemeinnützigen Vereins ist höchst interessant, setzt er sich doch seit 1989 für die gesundheitlichen Belange von Migranten ein. Er sieht sich dabei als Vermittler zwischen den Kulturen und bietet in 15 Sprachen kultur- und sprachspezifische Konzepte und Dienste wie zum Beispiel Dolmetschervermittlung und Aufklärungsveranstaltungen zur Gesundheit an.

Zugleich motiviert er Migranten, vorhandene Versorgungsangebote sinnvoll zu nutzen und mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit zu entwickeln.

Die Statistiken zeigen, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland stetig zunimmt. Ältere Personen mit Migrationshintergrund stellen dabei die stärkste wachsende Gruppe dar. Aufgrund der sich ändernden Familienstruktur ist eine Pflege durch Angehörige nicht oder nicht mehr realisierbar.

Zusätzlich können Sprachschwierigkeiten und Informationsdefizite eine Inanspruchnahme von Hilfen und Angeboten von Pflegemaßnahmen durch Menschen mit Migrationshintergrund erschweren.

Zehn Bundesländer, 39 Standorte

Das Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten”, kurz „MiMi” das bundesweit mit 39 Standorten in zehn Bundesländern tätig ist, möchte diesen Problemen entgegenwirken, indem es sich an erfolgreich integrierte und engagierte Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wendet und diese zu so genannten Gesundheitsmediatoren ausbildet. Voraussetzung hierfür sind sehr gute Deutschkenntnisse und ein hohes Bildungsniveau.

Mit vier Projektstandorten begann das MiMi-Projekt 2003. In NRW gibt es mittlerweile zusätzliche Standorte in Bochum, Düsseldorf, Ennepe-Ruhr-Kreis, Gütersloh, Köln, Leverkusen und Rhein-Sieg-Kreis, die jeweils Vollschulungen (50 Stunden) und Vertiefungsschulungen zu acht Spezialthemen für die Ausbildung zum Gesundheitsmediatoren anbieten.

Vermittelt werden theoretische und methodische Kenntnisse zur Gesundheitsförderung und Prävention. Die ausgebildeten Mediatoren organisieren anschließend selbständig Informationsveranstaltungen in ihrer jeweiligen Landessprache an.

Neben medizinischen Informationen wird auf Strukturen und Anlaufstellen in NRW verwiesen, die bei Fragen und Problemen unterstützen können. Das gesamte Projekt wird mit Hilfe von Fragebögen und im Rahmen von regelmäßigen Konferenzen und landesweiten Tagungen dokumentiert und ausgewertet.
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