Stolberg-Vicht - Angeblicher Picasso gibt weiter Rätsel auf

Angeblicher Picasso gibt weiter Rätsel auf

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Präsentierte der Presse angeblich einen echten Picasso im Kunsthof in Vicht: Galeristin Angelika Kühnen (rechts) und Graciela, die Ehefrau des Mittelsmannes, der ins Visier der Ermittler geriet. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Vicht. Es wäre eine weltweite Sensation gewesen - ein bislang unbekanntes Gemälde des Malers Pablo Picasso, das wie aus dem Nichts im Vichter Kunsthof aufgetaucht ist. Dass es sich um ein Original aus dem Atelier des Spaniers handelt, glauben Polizei und Staatsanwaltschaft jedoch nicht. „Nach den Erkenntnissen unserer Sachverständigen ist das Bild nicht echt”, erklärt Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Aufgrund laufender Ermittlungen wurden über mehrere Wochen keine Informationen an die Presse weitergereicht. Aufmerksam geworden war die Polizei durch einen Artikel in unserer Zeitung, in dem über das angebliche Picasso-Bild berichtet wurde.

Das Gemälde sei nach Aussage des Mittelsmannes, der das Gemälde nach Vicht brachte, im Besitz einer Gruppe von Geschäftsleuten, die wie er anonym bleiben wollten. Woher das Bild stammt und wo es die Jahre über war, auch darüber gab es keine Auskunft.

Als Verhandlungsbasis wurden 3,5 Millionen Euro genannt, was für ein nichtgelistetes Picasso-Bild geradezu günstig wäre. Eine Expertise zum Gemälde gibt es nicht. Für die Polizei ergab sich in der Summe ein Anfangsverdacht im Hinblick auf Markenrechtsverletzung und Urkundenfälschung, dem sie nachging. „Nach unseren Erkenntnissen ist der Mann, der das Bild im Auftrag verkaufen sollte, davon ausgegangen, das Bild sei echt und hat im guten Glauben gehandelt”, so Deller, der die Ermittlungen einstellt.

Angelika Kühnen vom Kunsthof ist immer noch von der Echtheit des Bildes überzeugt: „Eine Farbanalyse hat ergeben, dass das Bild alt ist. Es wurde 1924 oder davor gemalt, das steht fest.” Dies sei auch der Zeitraum, in dem sich Pablo Picasso in Paris aufhielt.

Auf der Rückseite des Bildes befinde sich ein Stempel einer Galerie aus Paris. „Die Galerie existiert leider nicht mehr”, erzählt Kühnen. Wenn der vermeintliche Picasso offiziell in einer Galerie war, wieso ist das Bild dann unbekannt? „Auf diese Fragen haben wir noch keine Antwort”, sagt Kühnen, die betont, nie vorgehabt zu haben, das Bild zu erwerben.

„Fotografien des Bildes wurden kürzlich zur Feststellung der Echtheit an den Sohn Picassos nach Paris geschickt. Wir sind gespannt auf die Antwort”, sagt Kühnen.
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