An vier Stellen soll der Steinweg netter werden

Von: Jürgen Lange
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Noch eine Vision im Rathaus: Den Stadtplanern schwebt auch der Abriss dieser Anbauten vor, um den Vichtbach erlebbarer zu machen und den Blick auf die Burg besser genießen zu können. Foto: J. Lange
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Die geplanten Maßnahmen im Quartier oberer Steinweg im Überblick. Später steht auch die Gestaltung des südlichen Endes zur Diskussion.

Stolberg. Eichen, Buchen, Linden, Kastanien und Platanen haben in der Gunst verloren. Die berühmten mitteleuropäischen Bäume sind einfach nicht mehr gefragt, wenn es um die Gestaltung einer Innenstadt geht. Heute darf‘s schon ein wenig exotischer sein. Laubbäume mit ursprünglichen Wurzeln in Asien oder Amerika, mit bunt gefärbtem Laub im Herbst, auffallenden Blüten und wundersamen Früchten.

Nicht nur am Mühlener Bahnhof, sondern auch im Quartier des oberen Steinwegs sollen Japanischer Schnurbaum und Amberbaum Einzug halten. Immerhin setzten Schmalblättrige Esche und Boulevard-Eiche am Bastinsweiher deutliche heimische Zeichen, aber auch hier finden mit Katsurabaum und Eisenholzbaum sowie Kupfer-Felsenbirne auswärtige Gäste einen Standort in Stolberg.

Die Kupfer-Felsenbirne ist ebenfalls im Gespräch für das Steinweg-Quartier. Bei der Wahl der Baumsorten spielt allerdings nicht nur eine etwas spektakulärere Optik eine Rolle, sondern auch ihre Widerstandsfähigkeit im schwierigen Biotop einer Innenstadt.

Mittwoch soll jedenfalls der Ausschuss für Stadtentwicklung die Ausführungsplanung für den oberen Steinweg auf den Weg bringen – auf Basis der vom Aachener Büro Reicher Haase und den in Planungswerkstätten mit Bürgern gemeinsam entwickelten Entwürfen. Dabei spielt weniger die Auswahl des späteren Bewuchses eine Rolle, denn die Neugestaltung eines zentralen Platzes und die Aufwertung der Zugangssituation.

Voraussetzung ist der Abriss der Häuser Nr. 38 und 40, der noch das Rheinische Amt für Denkmalpflege in Brauweiler beschäftigt. Weichen sollen die Gebäude zur Gestaltung eines Quartiersplatzes und um den Vichtbach erlebbarer zu machen. Dazu soll zwischen verbleibender Bebauung und der Wurstbrücke auch ein kleiner Balkon ausgebildet werden.

Neben einem hölzernen Sitzpodest als Treffpunkt soll eben ein Schnurbaum den nördlichen Bereich des Platzes markant prägen. Im südlichen Teil soll die Fläche frei gehalten werden, so dass sie multifunktional nutzbar ist. Angestrebt wird eine Nutzung mit Außengastronomie. Übrigens soll zur Absicherung des Platzes zur Vicht hin das alte, aufbereitete Geländer vom Bastinsweiher eingesetzt werden.

Quasi gegenüber soll der kleine Platz am Brunnen aus der Werkstatt von Matthias Peters aufgewertet werden, indem er stärker in die Gestaltung des Steinwegs integriert und die Trennung der Gehwege aufgehoben wird und so eine einheitliche Fläche entsteht. Der Brunnen soll nördlich verschoben werden, damit er stärker in den Vordergrund rückt. Anstelle der drei kleinen Bäume soll ein markanter Schnurbaum gesetzt werden, der von einem Halbkreissitzelement begleitet wird. Zwischen Quartiers- und Brunnenplatz sollen zudem drei Kupfer-Felsenbirnen in einem Beet mit hölzerner Sitzauflage gesetzt werden.

Neu entstehen soll zudem ein kleiner Platz an der Ecke von Rathausumfahrt und Stielsgasse, wo heute noch Garagen stehen. „Es entsteht ein attraktiver und grüner Eingang zum Steinweg und zur Altstadt“, erklärt Tobias Röhm. Versehen mit einer neuen Treppenanlage an der dann garagenfreien Hausfront werde eine kurze Verbindung zwischen der höher gelegenen Rathausumfahrt zur Stielsgasse geschaffen, so der Technische Beigeordnete weiter. Eingerahmt von einer niedrigen Sichtbetonmauer ist eine dreieckige Grünfläche vorgesehen mit einem zentralen Amberbaum nebst Unterpflanzung. Zur Seite der Stielsgasse hin ist eine lange Sitzbank aus Beton vorgesehen.

Eine Vision ist heute noch die Neugestaltung der Ecke von Mühlenstraße und Steinweg, da der Erwerb eines angebauten Schaufensterbereiches derzeit nicht möglich ist. Dennoch haben sich die Stadtplaner für diese Ecke bereits Gedanken gemacht. Ihnen schwebt ein kleiner Platz mit Blick auf die Vicht und Aussicht auf die Burg vor. Der Raum zur Mühlenstraße hin soll aufgeweitet werden, und zur Vicht hin eine größere Aufenthaltsfläche mit Balkon und Kunstspielgerät entstehen. Kupferfarbene Kübelelemente sollen eine Grünfläche einfassen, die mit Kupfer-Felsenbirnen bepflanzt wird.

Mit 461.000 Euro kalkuliert

Die Beleuchtung aller Plätze soll analog zum Kaiserplatz mit Stelen erfolgen. Die bisherigen Planungen sind bereits Bestandteil des Förderantrages für das laufende Jahr. Voraussichtlich im März wird der Vergabeausschuss die letzten Planungsphasen vergeben, so dass im kommenden Jahr die Maßnahmen im oberen Steinweg umgesetzt werden können. Dafür stehen insgesamt 461.000 Euro in den beiden Haushaltsjahren bereit. Die Höhe des Landeszuschusses liegt bei 80 Prozent.

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