An der Anna-Klöcker-Straße wird wieder gebohrt

Von: Jürgen Lange
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Im Neubaugebiet Anna-Klöcker-Straße sind wieder Bohrtürme zur Sanierung des Erdreiches aufgefahren. Foto: J. Lange

Stolberg-Donnerberg. Es wird wieder gebohrt: Sieben Jahre nach dem großen Schock an der Anna-Klöcker-Straße sind weitere Sondierungsmaßnahmen zur Sicherung des von Altbergbaus durchlöcherten Untergrundes angelaufen. Im Juli 2010 war der Traum vom Eigenheim für die Bewohner des Neubaugebietes zum Alptraum geworden, nachdem sie eigentlich auf den längst überfälligen Ausbau ihrer Erschließungsanlagen gehofft hatten.

Aber laut einem wenige Tagen zuvor im Auftrag VR-Bank, die das Neubaugebiet vermarktet hat, und der Bankaktiengesellschaft BAG, der genossenschaftliche Spezialist für Krisenfälle, vorgelegten Gutachten stehen mindestens fünf Gebäude in einem Bereich „der von Bebauung freizuhalten und gegen Betreten zu sichern ist“. Schächte und Folgeschäden der Bergbauaktivitäten in den Feldern „Wolfeter Hoffnung“ und „Hammerberg“ (von 1821 bis vermutlich um 1840) sind demnach die Ursachen.

Die Bewohner fühlen sich von der Bank betrogen, weil die die Immobilien in Kenntnis der Bergbauproblematik veräußert habe. Für sie beginnen Jahre der Angst und ein Ringen um die eigene Existenz. Noch heute sind nicht alle juristischen Auseinandersetzungen mit der Bank abgeschlossen; zudem ist eine Klage gegen die Stadt anhänig, weil sie ihr Mehrwissen verschwiegen habe.

Sieben Immobilien hat die Bank mittlerweile von ihren Kunden zurück erworben, fast zwei Dutzend unbebaute Flurstücke befinden sich weiterhin im Besitz der BAG. Teile des 2,2 Hektar großen Areals sind mittlerweile durch ein Verpressen des Untergrundes saniert worden. Dazu hatte die Stadt der VR-Bank einen Aufschub für den Ausbau der Erschließungsanlagen bis Juli 2017 gewährt.

Im Oktober letzten Jahres kündigten VR-Bank und BAG eine Information für die Anlieger des Neubaugebietes im November an. Die Vorbereitungen für den Straßenausbau und die Vermarktung der freien Parzellen sollen anlaufen. Mehrere Anfragen unserer Zeitung bei der VR-Bank zum weiteren Vorgehen in dem Neubaugebiet blieben inhaltlich unbeantwortet.

Aus der Redaktion vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass durch Kern- und Kleinrammbohrungen sowie Rammsondierungen in bis zu 40 Meter Tiefe der Untergrund sondiert werden soll, um weitere Sanierungsmaßnahmen anzulassen. Erkundet werden sollen Vererzungszonen, Schächte, Pingen und Lagerstätten. Vor den Arbeiten wurde ein Beweissicherungsverfahren an Häusern und Grundstücken angelassen. Eine Auswertung der Arbeiten soll bis August 2017 vorliegen.

Allerdings gehen Anlieger davon aus, dass die Banken bereits weitaus mehr unternehmen, als sie ihnen gegenüber angekündigt haben. Demnach werde der Untergrund beispielsweise unter den der BAG gehörenden Immobilien bereits mit einem speziellen Gemisch verpresst – ein Umstand, den das Vertrauen der Anwohner nicht gerade wiederherstellt. Ein weiteres Indiz für die bereits angelaufene Sanierung des Untergrundes ist das mittlerweile im Neubaugebiet aufgestellte Vorratssilo.

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