Ampel soll Anliegergebot in der Altstadt durchsetzen

Von: -jül-
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Beschlossen ist jetzt erst einmal, die Kosten für die Installation einer Ampel mit Kennzeichenerkennung zu ermitteln.

Stolberg. Am Donnerstag zwischen 10.26 Uhr und 11.35 Uhr hat es acht Autofahrer erwischt, die auf der Burgstraße zu schnell unterwegs waren. Die Städteregion hat in Höhe des kleinen Brunnens unterhalb des Luciawegs auf der verkehrsberuhigten Anliegerstraße das Tempo gemessen; „dabei gelten aktuell 10 km/h als Schrittgeschwindigkeit“, sagte ihr Sprecher Holger Benend.

Die Burgstraße zwischen Alter Markt und Haus-Nr. 1 ist nach Anwohner-Protesten zwar bereits seit 2012 als mobile Messstelle anerkannt, gemessen wurde dort jedoch nur selten: weitere vier Mal mittags im Januar 2014 sowie morgens im November und Dezember 2015. Die Anzahl ahnbarer Verstöße lag zwischen fünf und zehn bei 69 bis 162 Durchfahrten.

Im November 2013 hatte die Städteregion die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der Burgstraße eine Woche lang in Höhe der „Pont du Valognes“ gemessen. Zwischen 18,9 Prozent (Fahrtrichtung Steinweg) und 27,9 Prozent (Fahrtrichtung Alter Markt) der erfassten Fahrzeuge waren in dem Zeitraum zu schnell unterwegs. Insgesamt wurden in Fahrtrichtung Alter Markt über 10.300 Fahrzeuge gemessen, in Gegenrichtung etwa 11.400.

Mittlerweile hat das Verwaltungsgericht Aachen der Stadt die Pistole auf die Brust gesetzt, eine Regelung zu finden, die die verkehrsrechtlichen Anordnungen für die Altstadtachse wirksam durchsetzt. Bis November soll Klarheit bestehen, haben die Richter in den blauen Roben befunden.

Sicherlich auch dank der richterlichen Rückendeckung brachte der Verkehrsausschuss eine Lösung einstimmig auf den Weg, nachdem er sich seit 2015 eher schleppend wieder mit dem seit über 30 Jahren gärenden Thema befasst. Vor allem die SPD-Mitglieder sahen sich seitdem immer wieder zu einem intensiven Hinterfragen von Möglichkeiten, Hindernisse und Sonderregelungen veranlasst. Und auch auf der jüngsten Sitzung stimmten die Genossen nur zu, „damit die Sache ohne Zeitdruck auf den Weg kommt“, wie ihr Sprecher Rolf Engels betonte.

Wesentlich forscher sind in dieser Angelegenheit die Christdemokraten unterwegs, die bereits zwar vor zweieinhalb Jahren ankündigten, möglichst rasch eine Lösung herbeiführen zu wollen, sich aber durch die Zwänge der großen Koalition eher ausgebremst fühlten.

Beschlossen ist jetzt erst einmal, die Kosten für die Installation einer Ampel mit Kennzeichenerkennung zu ermitteln. Für die soll der genaue Standort zwar noch ermittelt werden, angedacht ist bis dato eine Station zwischen dem verkehrsberuhigten Bereich der Vogelsangstraße und der Einmündung der Saarstraße auf die Trasse der früheren Kreisstraße 6.

Die Ergebnisse sollen in der Sitzung des Ausschusses am 29. März präsentiert werden. Im direkten Anschluss soll eine Beteiligung der betroffenen Anwohner erfolgen, die bereits im Dezember 2015 zu der Verkehrssituation befragt worden waren. Über die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wiederum soll der Ausschuss auf seiner Sitzung am 7. Juni beraten und auch eine Entscheidung in der Sache fällen, damit die weitere Umsetzung angelassen werden kann.

Mittels der Ampel mit Kennzeichenerfassung soll den Anwohnern der angrenzenden Straßen und den Linienbussen die Durchfahrt gewährt werden. Dagegen sollen Taxen, Lieferverkehren, Handwerkern und Besuchern die Durchfahrtsberechtigung verwehrt werden. Anders als zunächst geplant, geht die Stadtverwaltung davon aus, dass nach einer kurzen Eingewöhnungsphase Rotlicht-Verstöße von Anfang an auch sanktioniert, also mit Bußgeldern bedacht werden.

Noch nicht zur Zufriedenheit des Ausschusses beendet sind die Gespräche mit der Aseag über einen Einsatz von Kleinbussen auf der Altstadtlinie 72. Dies lehne das Verkehrsunternehmen aber aufgrund seiner betrieblichen Strukturen ab, berichtete Beigeordneter Tobias Röhm. Noch Gesprächsbedarf bestehe aber über die Möglichkeit, analog zum Netliner-System mit Kleinbussen in Monschau eine auf Stolberg abgestimmte Variante zu entwickeln.

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