Stolberg - Am Tomborn hilft nur noch der Abriss

Am Tomborn hilft nur noch der Abriss

Von: Michael Grobusch
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In die Jahre gekommen: In der Kita „Am Tomborn” gibt es einen Sanierungsstau. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die Bestandsaufnahme fällt vernichtend aus: Sicherheitsmängel im Innen- und Außenbereich sowie eine insgesamt marode Substanz des pavillonähnlichen Gebäude haben das städtische Hochbauamt dazu veranlasst, eine dringende Empfehlung gegen eine Sanierung der Kindertagesstätte am Tomborn auszusprechen.

Zwar wurden die größten Mängel mit provisorische Mitteln vorerst beseitigt. An der Grundeinschätzung der städtischen Fachleute ändert dies aber nichts.

„Eine langfristige Lebenserhaltung kann auch nach einer kostspieligen Grundsanierung nicht gewährleistet werden”, heißt es in dem Bericht, mit dem sich am 4. Juni der Jugendhilfeausschuss beschäftigen wird.

Für die Verwaltung gibt es deshalb auch nur eine Option: Das vorhandene Gebäude muss abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Kein Umzug erforderlich

Die vorgeschlagene Maßnahme hat allerdings ihren Preis: Rund eine Million Euro müssten aufgebracht werden, um an Stelle der maroden zweigruppigen Einrichtung eine neue und moderne Kindertagesstätte für drei Gruppen zu schaffen.

Knapp 400.000 Euro könnten als Zuschussmittel vom Land fließen, wenn in Breinigerberg nicht nur baulich, sondern auch strukturell neue Voraussetzungen geschaffen würden: Das Jugendamt plädiert für eine zusätzliche Gruppe und will von den 50 Plätzen, die es im neuen Gebäude geben soll, 22 an Kinder unter drei Jahre vergeben.

Sie würden nach derzeitigem Planungsstand verteilt auf eine Gruppe mit Zwei- bis Sechsjährigen (12 Plätze) sowie eine zehnköpfige Gruppe mit unter Dreijährigen.

„Aus Sicht der Verwaltung und mit Blick auf den bis 2013 zu erfüllenden Rechtsanspruch für Kleinkinder sollte unbedingt die Gelegenheit wahrgenommen werden, für den Sozialraum Breinig, Breinigerberg, Vicht und Zweifall das erforderliche Betreuungsangebot zu schaffen”, mahnt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auch unter diesem Aspekt dringenden Handlungsbedarf an.

Um die Beeinträchtigung der Kinder und Erzieherinnen möglichst gering zu halten, will die Stadt einen zwischenzeitlichen Umzug in die benachbarte alte Schule in Breinigerberg vermeiden.

„Zumal diese mit erheblichen Mehrkosten verbunden wären”, gibt Jugendamtsleiter Willi Seyffarth zu bedenken. Alternativ ist ein Neubau in zwei Schritten vorgesehen. Die Lieferung und Montage von Fertigbauteilen, die laut Ferdi Gatzweiler in Bezug auf Form und Material als „gehobene Bauweise” eingestuft wird, würde einen Teilabriss des alten Gebäudes und nach Fertigstellung einen nahtlosen Umzug der Kinder in den ersten Trakt des Neubaus ermöglichen.

In einem zweiten Schritt würde dann die neue Kita fertiggestellt - und das in der Summe in einer Zeit von nur zwölf bis 15 Wochen.

Weil Teile des Außengeländes wegfallen werden, will die Stadt zusätzlich ein angrenzendes Grundstück pachten - oder sogar die gesamte Fläche, die für Neubau und Spielbereich eingeplant ist, erwerben, um auch in diesem Punkt langfristig die Weichen zu stellen.

Realisiert werden sollen die Pläne spätestens bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2010/11. Voraussetzung dafür ist aber nicht nur ein positives Votum des Stadtrates in kommunalpolitisch letzter Instanz, sondern auch eine Genehmigung des Förderantrages durch die Bezirksregierung.
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