Stolberg-Atsch - Am Dreieck in Stolberg-Atsch entsteht neues Gewerbe

Am Dreieck in Stolberg-Atsch entsteht neues Gewerbe

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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„Et Küllchen“ in Sichtweite: Als Erster investiert Dieter Bierfert (Mitte) auf 5000 m2 am Dreieck in eine Kfz-Betriebsstätte. Weitere Investoren werden an der Rhenaniastraße folgen, sind sich auch Architekt Marin Hennig und seine Mitarbeitern Katharina Engel sicher. Foto: Lange
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Das Grundstück 1972 noch mit Bebauung. Foto: Stadtarchiv Stolberg

Stolberg-Atsch. Ältere Atscher erinnern sich noch an die frühere Bebauung an der Rhenaniastraße. Mehrfamilienhäuser mit Garagen im Innenhof standen noch bis in die 1970er Jahre zwischen Dreieck und der Einmündung der Hasencleverstraße. Nach ihrem Abriss verwilderte das gut 11.000 Quadratmeter große Areal.

In späteren Jahren wurde die Straßenansicht zwar in Art einer kleinen Grünanlage „aufgehübscht“, aber ein richtig repräsentatives Aussehen hat dieses Entree nie erfahren.

In den nächsten Wochen wird sich das Erscheinungsbild allerdings deutlich ändern. Neues Gewerbe entsteht. Städtebaulich gesehen wird die „Atscher Automeile“ entlang der Würselener Straße konsequent bis zum Dreieck verlängert und der Bestand von Gewerbebetrieben an der Rhenaniastraße erweitert.

Den Anfang dazu macht Dieter Bierfert, der seine an der Steinbachstraße ansässige Lackiererei um weitere Betriebsteile erweitert. Mit Kfz-Reparaturen und weiteren Dienstleistungen rund ums Auto sowie dem Angebot von Sachverständigen-Prüfungen und Hauptuntersuchungen möchte er seine Angebotspalette nachhaltig ergänzen.

Bereits 1965 war die Lackierei in Atsch gegründet worden, die er 2005 übernommen hatte. Aber am Rand der Kali-Halde fehlt an der Steinbachstraße die Möglichkeit zur Expansion. „Ich habe aus organisatorischen Gründen ein Grundstück in direkter Nähe meines Betriebes gesucht“, sagt der Lackierermeister. Das war gar nicht so einfach. Als Bierfert hörte, dass die Stadt ihr Grundstück am Dreieck als Gewerbeflächen vermarkten möchte, ergriff er diese Chance.

Verdacht auf Altlasten

Allerdings galt es einige Hürden aus dem Wege zu räumen. Als Architekt stellte sich Martin Hennig nicht nur die Herausforderung, in dem vom Dreieck bis zur Gewerbepark um mehr als fünf Meter ansteigenden Gelände die neue Betriebsstätte städtebaulich attraktiv und durch Stützmauern gesichert anzuordnen. Durch die Lage an dem stark genutzten Knotenpunkt der beiden Landesstraßen 23 und 236 blieb nur die Möglichkeit, möglichst weit entfernt vom Dreieck die Zufahrt an der Rhenania­straße zu realisieren. Sie wurde bei der jüngst erfolgten Fahrbahnsanierung bereits vorgesehen.

Untersucht wurde zudem der Verdacht auf Altlasten der früheren Bergbautätigkeit in dem Stadtteil. Das „Küllchen“ als frühere Förderturm der bis 1870 betrieben Grube Atsch steht nur wenige Meter entfernt von der Immobilie. Aber untertägiger Bergbau ist offensichtlich nur oberhalb des Standortes umgegangen und eventuelle frühere Pingen sind eine beherrschbare Frage beim Setzen des Fundamentes. Abgeändert werden musste die ursprüngliche Planung allerdings, weil auf alte Gewölbekeller Rücksicht genommen werden musste.

Es bleibt aber das „übliche Stolberger Thema“ des belasteten Erdreiches, das zur Gründung sowie zur Nivellierung des Geländes abgetragen und auf einer Deponie gelagert werden muss, erklärt Hennig. Eine andere Frage, die mit Forst- und Landschaftsbehörde zu klären war, war die des in den vergangenen vier Jahrzehnten entstandenen Wildwuches. Der ist zwar kein Wald im Sinne des Forstgesetzes, aber umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen muss sich der Investor stellen bzw. mit Ökopunkten abgelten. Während im Innenbereich des rund 5000 Quadratmeter großen Areals die Rodungsarbeiten bereits laufen, können Teile des Baumbestandes am Rand erhalten werden und sollen Bestandteil einer attraktiv gestalteten Böschung werden.

Zusätzliche Arbeitsplätze

Noch in diesem Jahr soll die umfahrbare Betriebsstätte mit ihren drei Gebäudeteilen nebst einem Lager und Parkplätzen fertiggestellt sein. Neben der Werkstatt mit acht Kfz-Arbeitsplätzen gliedert sich der Sachverständigen-Flügel auf der einen und auf der anderen Seite Verwaltung und Sozialräume des Kfz-Betriebes. Neben seinen 13 Mitarbeitern in der Lackierei schafft Bierfert an der Rhenaniastraße sechs zusätzliche Arbeitsplätze; weitere acht Beschäftigte sind es bei den Sachverständigen.

„Weitere werden an der Rhenaniastraße folgen“, ist sich Martin Hennig sicher, denn für die verbleibenden gut 6000 Quadratmeter „werden sich schnell weitere Unternehmen finden, die sich hier ansiedeln wollen“.

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