Stolberg-Zweifall - Am Denkmaltag dreht sich vieles ums Holz

Am Denkmaltag dreht sich vieles ums Holz

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Wuchtige, wehrhafte EingangstÀ
Wuchtige, wehrhafte Eingangstür: Jürgen Scheepers, Gisla Badura, Annemarie Pinke und Tobias Scheepers (von oben nach unten) laden zum Besuch des alten Reitmeisterhauses ein. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. Der Weg nach oben ist nicht nur für Ingo und Ulrike Busse mühsam. Auch die anderen Besucher, die am „Tag des offenen Denkmals” den Glockenturm der evangelischen Kirche besteigen, haben ihre liebe Not mit den steilen Treppen und Leitern. Oben angekommen, widmen sich die beiden Mausbacher den Glocken, deren aufwendig gestaltete Inschriften ihre Aufmerksamkeit erregen.

„Wer war Pfarrer Müller?”, fragt Ulrike Busse Diakon Joachim Richter, als sie den Text auf einer Glocke entdeckt. Da auch Richter, der das Ehepaar sicher über die fast senkrecht angeordneten Stufen gelotst hat, die Frage nicht umgehend beantworten kann, geht es auf direktem Weg wieder nach unten. Schließlich hofft man in der Sakristei, wo sich eine Bildergalerie der einst in Zweifall tätigen Pfarrer befindet, das Rätsel lösen zu können.

Doch auch dort gibt kein Bild Auskunft über den gesuchten Geistlichen; deshalb wird Inge Krings, die das dunkelblau gestrichene Kirchengestühl und die alten Grabplatten vorführt, um Rat gefragt. „Diese Glocke stammt aus einer im Saarland gelegenen Gemeinde und gelangte in den 1920er Jahren nach Zweifall”, weiß die Küsterin, die auch geduldig die Fragen von Jürgen Scheepers und Gisla Badura beantwortet, die sich um die Innenausstattung des 1683 erbauten Gotteshauses drehen.

Ähnlich wie viele andere Interessenten nutzen Scheepers und Badura die auf Zweifall konzentrierten Angebote des von der Stadt und der Stolberg-Touristik organisierten Denkmaltages, um sich mit dem Thema Holz und seiner Verwendung vertraut zu machen. Darum führt ihr direkter Weg zu einem alten Reitmeisterhaus in der Döllscheidter Straße, wo sie von Annemarie Pinke empfangen werden, die im Auftrage von Hausbesitzerin Marianne Prick den Erdgeschossbereich vorführt.

Großartige Schnitzarbeiten

Dort fällt den in Krewinkel ansässigen Besuchern ein alter Schrank ins Auge, der - von beiden Seiten nutzbar - als Raumteiler dient. „Eine großartige Schnitzarbeit”, lobt Scheepers, als er mit den Fingern behutsam über die kunstvollen Vertiefungen streicht, mit der ein Handwerker einst die Oberfläche des wuchtigen Möbelstückes ausgestattet hat.

Neben der historischen Schnitzarbeit findet auch die mit handgeschmiedeten Nägeln versehene Eingangstür das Interesse der Krewinkeler.

Als Scheepers und Badura danach das an der Tannenbergstraße gelegene Fachwerkhaus besichtigen, wo Hausbesitzerin Rita Stoff, unterstützt von Hans-Georg Dickmann, das alte Eichenholzgebälk vorführt, treffen sie auch auf die Busses. Schließlich hat das Ehepaar - ähnlich wie viele andere an diesem Tag - die in Zweifall beheimateten Angebote zu einem Rundgang durch den Ort genutzt.

Eine Besichtigungstour unternimmt auch Gisela Menden aus Simmerath. Die 71-Jährige, die viele Jahre lang in der Stolberger Innenstadt ansässig war, hat gerade den Rita Stoff gehörenden Fachwerkbau verlassen und ist noch damit beschäftigt, das Erlebte zu verarbeiten. „Die hohen und zweckmäßig ausgestatteten Räume haben mich überrascht. Denn in einem Fachwerkhaus hatte ich tief hängende Decken erwartet”, sagt Menden, die zuvor dem in Münsterbusch gelegenen Museum Zinkhütter Hof einen Besuch abgestattet hatte.

Dass der Tag des offenen Denkmals zahlreiche Menschen nach Zweifall gelockt hatte, bemerkte auch Förster Theo Preckel, der im Zweistunden-Turnus Führungen anbot, die die Besucher mit den an der verlängerten Roggentalstraße wachsenden Holzarten und ihrer Weiterverarbeitung vertraut machten. In das vielfältige und umfangreiche Angebot einbezogen war auch das Museumssägewerk. Allerdings gab es dort kein Schausägen, sondern nur Führungen durch den historischen Maschinen- und Werkzeugpark. Kein Problem für die Scheepers, Mendens, Busses und Co., die auch so auf ihre Kosten kamen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert