Am Birkengang bricht eine neue Ära an

Von: Katharina Menne
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Täuschend echt sieht er aus, der neue Kunstrasenplatz am Birkengang. Selbst Bienen fallen darauf rein. Schon bald darf er von den Kinder- und Jugendmannschaften ausgiebig getestet werden. Foto: K. Menne
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Haben schon einmal auf der neuen Trainerbank Platz genommen: (v.l.) Markus Baginski (Vorstandsvorsitzender), Dieter Tartemann (Bauunternehmer) und Frank Paulus (Vorstandsmitglied). Foto: K. Menne

Stolberg-Donnerberg. Wenn selbst die Bienen auf den neuen Kunstrasenplatz des FSV Columbia Donnerberg fliegen, dann muss er wohl gut sein. Die begutachteten den neuen grünen Bodenbelag der Sportstätte am Birkengang nämlich bereits ausgiebig, noch bevor er überhaupt fertig verlegt war.

Aber auch Markus Baginski, der erste Vorsitzende des neu fusionierten Fußballvereins, ist sehr zufrieden. „Bis jetzt lief alles nach Plan. Es ist genau so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt er.

Wie im April bereits angekündigt, konnte der neue Kunstrasen pünktlich Mitte Juni fertiggestellt werden. Damit ist der alte, harte Ascheplatz jetzt offiziell Vergangenheit. Und die Vorfreude im gesamten Verein ist groß: Schon ganz bald dürfen die Kinder und Jugendlichen die neue, moderne Anlage im ersten Training nach monatelanger Pause einweihen; ein wichtiger Schritt nach dem Zusammenschluss des TSV Donnerberg und des FC Columbia im vergangenen Herbst.

Naturnahe Bauweise

„Es ist sogar sehr wichtig, dass der Rasen jetzt sofort genutzt und eingespielt wird“, sagt Baginski. Denn die insgesamt 6076 Quadratmeter Kunstrasen wurden „schwimmend verlegt“. Das bedeutet, dass die langen Bahnen nicht mit dem Untergrund verklebt wurden, sondern allein dadurch nicht verrutschen, dass insgesamt knapp 200 Tonnen Quarzsand und Gummi-Granulat darauf verteilt wurden. Damit es auch hält, muss die Granulatmischung nun durch normale Benutzung eingearbeitet und verteilt werden.

Und es gibt noch eine Besonderheit, auf die Baginski stolz ist. „Anders als bei anderen Plätzen in der Region haben wir uns für die sogenannte naturnahe Bauweise entschieden“, sagt er. Das bedeutet, dass der Rasen anstatt nur vier ganze sechs Zentimeter lang ist und auf eine Gummimatte als Untergrund verzichtet wird. Die Kraftübertragung erfolgt allein durch das eingestreute Gummi-Granulat und kommt damit dem Naturrasen sehr nah. Stolz ist er darauf, weil der Verein ziemlich dafür kämpfen musste – und das obwohl diese Variante sogar günstiger ist.

„Zehn bis fünfzehn Jahre alt kann so ein Kunstrasen locker werden“, sagt Dieter Tartemann von der Firma Sportsgrass GmbH. Der Bauunternehmer und Kunstrasen-Experte stand dem Verein während der gesamten Planungs- und Bauzeit mit Rat und Tat zur Seite. „In Stadien und im Profibereich bin ich nach wie vor für Naturrasen, aber im Kinder- und Jugendbereich ist es wichtig, dass ein Platz das ganze Jahr nutzbar ist“, sagt er. Denn während auf Kunstrasen locker 2000 Stunden pro Jahr gespielt werden kann, werden auf Echtgras maximal 400 Stunden erreicht.

Und das sei nicht der einzige Vorteil. Auch die Instandhaltungskosten seien weitaus geringer. Während Naturrasen viel und ausgiebig gepflegt werden müsse, reiche es beim künstlichen Pendant aus, alle paar Monate das Granulat neu zu verteilen. Außerdem federe der künstliche Untergrund etwas mehr und sei daher rücken- und leistenschonend.

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass in absehbarer Zeit, nämlich in zehn bis fünfzehn Jahren, die Entsorgung und Neuverlegung der Kunstrasenfläche anstehen. Ob ein Kunstrasenplatz im Vergleich zu einem Rasenplatz dann immer noch günstiger ist, bleibt fraglich.

Doch erst einmal ist das Spielfeld schick und neu. Deshalb hat der Vereinsvorstand beschlossen, gleich auch das Vereinsheim zu modernisieren. Noch ist zwar von außen nichts zu sehen, doch innen nimmt die Renovierung bereits Form an. Die Duschen und die Umkleideräume wurden neu gefliest, neu gestrichen und neu gestaltet.

So freut sich auch Vorstandsmitglied Frank Paulus auf die neuen Spiel- und Trainingsbedingungen. „Ich spiele hier im Verein seit ich sieben Jahre alt bin. Auf der alten Asche habe ich mir so einige Schürfwunden zugezogen. Das war einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt er.

Der Meinung ist auch Marco Bartgens, ehemaliges Columbia-Mitglied und einer der beiden Jugendleiter des neuen Vereins – auch wenn er mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft blickt. „Klar, freue ich mich, dass die Kinder jetzt eine vernünftige Spielanlage haben. Aber der Abschied vom alten Platz am Trockenen Weiher im Zuge der Fusion tat schon weh, vor allem den Älteren“, sagt er.

Finanziert wurde das ambitionierte Projekt – allein der neue Rasenplatz kostete 420.000 Euro – vor allem durch städtische Zuschüsse. Das Geld bezieht die Stadt größtenteils aus der Vermarktung des Neubaugebiets Stadtrandsiedlung. „Wir werden dennoch ein Darlehen beantragen müssen“, sagt Baginski. „Darüber hinaus hoffen wir aber darauf, für die kommende Saison auch Sponsoren gewinnen zu können.“

Das zumindest hält er für leichter als noch in den Jahren zuvor, denn das Projekt hat einen unerwarteten Nebeneffekt. „Wir stehen als Verein seit Baubeginn im Fokus der Öffentlichkeit. Viele kommen gucken, was hier passiert. Das beschert uns enormen Zulauf. Dadurch sind auch die Anmeldezahlen schlagartig in die Höhe geschnellt“, sagt er.

Je näher der Saisonstart rückt, desto mehr steige auch die Euphorie im gesamten Verein. Den Aufstieg habe man fest im Blick, sagen Baginski und Paulus lachend. Der FSV Columbia Donnerberg startet mit insgesamt acht Jugendmannschaften, drei Seniorenmannschaften und einer Altherrenmannschaft in die Saison. Und erstmals wird der Verein sogar eine Mädchenmannschaft ins Rennen schicken.

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