Altstadt-Tore: Modell stößt auf wenig Gegenliebe

Von: -jül-
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Hartmut Kleis legt Wert auf den Tor-Charakter an der Schwelle zur Altstadt. Allerdings stieß dieser Entwurf auf eine gehörige Portion Skepsis im Arbeitskreis Tourismus. Jetzt wird ein Unter-Arbeitskreis gegründet.

Stolberg. Hartmut Kleis ist sichtlich enttäuscht. Nicht etwa seine Idee und Initiative, sondern lediglich seine Vorstellungen zur Gestaltung der geplanten Altstadt-Tore stießen nicht auf sonderlich große Gegenliebe im Arbeitskreis Tourismus.

Unter den gut zwei Dutzend Teilnehmern der Sitzung fanden sich offensichtlich keine Befürworter für das vorgestellte Modell. Das hatte Kleis gemeinsam mit Architekt Klaus-Josef Kaesler entwickelt, die Kunstschmiede Adi Radermacher und Lars Potente haben es in Form gebracht.

Dank Modell und Fotomontage konnten sich die Arbeitskreis-Mitglieder eine Vorstellung der optischen Wirkung machen. Diese entsprach nicht dem Geschmack der überwältigenden Mehrheit. Dabei wurde betont, dass die Initiative von Hartmut Kleis eine ausgesprochen gute Engagement zur Verbesserung des Marketings für die Altstadt sei. Ob aber der Weg dorthin in Form von Toren in Form eines auf dem Kupf stehenden „U“ der richtige Weg sei, wurde kontrovers debattiert.

Als reine Grundlage für die Diskussion steuerte der Historiker Christian Altena eigene Gedankenskizzen bei, die in Gestaltung, Größe, Anordnung und Positionierung variabel seien und ihre Wirkung dann umfassend entfalten, wenn sie in ein touristisches Marketingkonzept eingebunden sind, das er im Zusammenhang mit erarbeitet hat.

Diese Vorschläge wiederum missfielen Initiator Hartmut Kleis. Er hält sie zumindest an der Stelle des südlichen Zugangs zur Altstadt an der Zweifaller Straße für ungeeignet. Kleis betonte, dass er immer nur von „Stadttoren“ gesprochen habe: „Jedes Exponat muss weithin sichtbar sein. Die Werbeaussage muss größenmäßig Wirkung zeigen. Tore in Stadtzentren wecken Aufmerksamkeit“, argumentiert Kleis, dem sechs Standort für echte Tore vorschweben: „Südtor“ (Steinweg / Zweifaller Straße), „Osttor“ (Vogelsang-/ Hastenrather Straße), „Westtor“ (Steinweg / Mühlenstraße), „Nordtor“ (Klatterstraße / Katzhecke / Bergstraße) und das „Tor zum Vichtbach“ (Grüntal- / Sonnental- / Enkerei­straße). Seit März 2013 hat Kleis sein Torprojekt verfolgt. „Ich muss mit Enttäuschung feststellen, dass niemand aus dem Arbeitskreis sich bereit gezeigt hat, sich auch nur annähernd mit der Ausarbeitung einer Torlösung zu befassen, obwohl ich immer nur von ,Toren für die Altstadt‘ gesprochen habe“, resümiert er nun nach der Sitzung. Mit „deplatziert“, „keine aussagekräftige Fernwirkung“ und „keine große Resonanz zu erwarten“ spricht sich Kleis gegen die „Kunstwerke von Christian Altena“ aus.

Der wiederum hält „unterschiedlich künstlerisch gestaltete Stelen“ am Straßenrand kombiniert mit „Bodenplatten in der Fahrbahn als symbolische Markierung“ der Altstadt für die städtebaulich bessere Lösung. Bewusst wählt Altena den Begriff „Schwelle zur Altstadt“, um einen „fließenden Übergang zu dokumentieren und irreführende Assoziationen zu vermeiden“. Die Gestaltung ergänze das historische Stadtbild durch Einzelkunstwerke. „Diese bilden eigenständige Fotomotive und laden Touristen ein, die Grenzen der Altstadt zu erkunden“, argumentiert Altena: „Eine Broschüre kann Wege und Standorte vermitteln und zum Verweilen einladen“.

Ungeachtet dieser Diskussionen über das Wie wollen alle Beteiligten festhalten an dem Vorhaben, die Eingänge zur Kupferstädter Altstadt markant und marketingmäßig herauszustellen. Die grundsätzliche Idee und das Engagement von Hartmut Kleis um das Projekt hob am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung auch noch einmal Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier hervor. Um bei der Ausgestaltung und Realisierung zu Konsens und Fortschritten zu kommen, werde nun eine eigene Arbeitsgruppe innerhalb des Arbeitskreises Tourismus gebildet, die sich ausschließlich mit diesem Projekt befassen soll.

„Der Vorschlag, einen Arbeitskreis allein für die Stadttore ins Leben zu rufen, ist sinnvoll, da das Projekt in eine Richtung festgefahren ist“, konstatiert Hartmut Kleis. Ihm schwebt eine vielschichtigere Besetzung der Gruppe vor, da die im Arbeitskreis geäußerten Bedenken „in anderen Bevölkerungsschichten nicht geteilt werden“.

Ihm selber fehle aber „leider als Chef in Vollzeit mit mehreren ehrenamtlichen Aufgaben“ die Zeit, sich selbst dort regelmäßig einzubringen. Der „Vichter Dorfladen & Café“ werde ab jetzt für ihn Priorität haben. Gut vertreten sieht Kleis aber seine Ideen in dem Gremium durch Klaus-Josef Kaesler.

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