Altstadt-Chaussee: Im Advent soll es klare Antworten geben

Von: Jürgen Lange
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Die geforderte Schrittgeschwindigkeit scheint für viele Verkehrsteilnehmer auf der Burgstraße ein Fremdwort zu sein. Anwohner fordern eine Sperrung der Durchgangsstrecke. Der Verkehrsausschuss hat eine Entscheidung erst einmal auf Dezember vertagt. Foto: J. Lange

Stolberg. Herbert Bank muss nicht lange überlegen. Er kennt die Sachlage in- und auswendig. Kein Wunder. Er hat alle Aspekte dieses Themas studiert. Seit mehr als drei Jahrzehnten.

Problemlos könnte er promovieren und habilitieren zur Situation um, an und auf der Burgstraße. Seit den 1970er Jahren wohnt Familie Bank an der Altstadt-Chaussee, und einmal mehr ist er im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt der Wortführer der Anwohner, die sich nichts sehnlicher wünschen, als die Durchsetzung der ausgeschilderten verkehrsberuhigten Anliegerstraße. Und das geht nur mit einer Sperrung für den störenden Durchgangs- und Linienbusverkehr, davon sind Bank und seine Mitstreiter überzeugt.

Denn für sie ist die Situation seit der Altstadtsanierung und trotz des Baus der innenstadtnahen Umgehungsstraße durch den Burgholzer Graben von Jahr zu Jahr immer nur schlimmer geworden. „Wie lange ist das Problem Burgstraße bekannt“, ist seine erste, wohl mehr rhetorische Frage in eben der Fragestunde für Einwohner zu Beginn der Sitzung. Schlag auf Schlag kommen weitere: „Was will die Stadt unternehmen?“ „In welchem Zeitrahmen soll etwas geschehen?“

Es ist Tobias Röhm, der die in Fragen gekleideten Beschwerden beantworten muss. Denn bei diesem Tagesordnungspunkt dürfen nicht die Politiker, sondern es muss die Verwaltung antworten. Und so ist es der Job des Technischen Beigeordneten Stellung zu einem Thema zu beziehen, zu dem die Politik gefordert ist zu entscheiden. „Ich bin zwar erst seit einem Jahr hier, aber das Problem ist seit Jahren bekannt“, sagt Röhm und lässt durchblicken, dass nun etwas geschehen soll.

„Seit 35 Jahren“, sagt Bank, zitiert die Straßenverkehrsordnung, laut der die Stadt Gefahren für die Bürger abzuwenden habe und lässt weitere Fragen folgen. Etwa zu Kosten und Mehrkosten bei einer Verlagerung der Linie 72, zu alternativen Möglichkeiten des Nahverkehrs und zum Unterhaltungsaufwand der Pflasterstrecke – so detailliert, dass der Beigeordnete die Fragen sicherheitshalber lieber schriftlich beantworten möchte.

Dann wird die Befragung der Bürger zur Sperrung der Burgstraße – damit auch weitere Bürger zu anderen Themen in dieser halben Stunde Fragen stellen können – erst einmal ausgesetzt. Bis sie als regulärer Tagesordnungspunkt zurückkehrt, um dann auf die Sitzung am 3. Dezember vertagt zu werden. „Dann gibt es Antworten“, verspricht Rolf Engels (SPD), denn es gebe in den Reihen der Koalition noch Beratungsbedarf über das Wie. Dass es Veränderungen geben soll, das macht sein Kollege Siegfried Pietz (CDU) noch einmal ganz deutlich: „Wir fühlen uns von den Bürgern in die Pflicht genommen“. Deutlich spürbar geworden sei, dass die Bewohner der Altstadt unzufrieden mit der heutigen Situation sind.

Aber Pietz geht an diesem Abend noch weiter. Es gehe nicht nur darum, auf die Sorgen und Nöte der Anwohner von Burg- und Vogelsangstraße zu reagieren. „Es geht auch um touristische Ansätze“, so betont es der planungspolitische Sprecher der Christdemokraten, „die Burgstraße ist ein Kernstück unserer Altstadt“. Und deren touristische Vermarktung zu fördern, habe man sich ja auf die Fahnen geschrieben. „Wir haben noch nicht alle Details diskutiert“, so Pietz und Engels. „Geben sie uns noch einen Monat Zeit“.

Solche Sätze nähren die Hoffnung auf Seiten der Betroffenen, dass nach 35 Jahren sich nun vielleicht doch etwas bewegt. Sie werden sicherlich am 3. Dezember wieder in den Ausschuss kommen. Dann ist Advent, eine Zeit, in der man sich auf die Ankunft einer frohen Botschaft freut. Ob das wohl ein Zeichen ist?

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