Altmaier zu Gast: Politischer Alltag und Käsebrötchen

Von: Sonja Essers
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Zu Gast in Stolberg: Bundesminister Peter Altmaier. Foto: Sonja Essers
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Gute Stimmung beim Frühstück im ökumenischen Gemeindezentrum. Organisiert wurde dieses vom Stadtverband der CDU Stolberg und der Senioren Union. Zu Gast war Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Mit leerem Magen lässt sich schlecht Wahlkampf machen. Aus diesem Grund sind die Tische im ökumenischen Gemeindezentrum in der Frankentalstraße reichhaltig gedeckt. Neben frisch aufgebrühtem Kaffee gibt es auch Brötchen belegt mit Salami, Käse und hartgekochten Eiern.

Über 100 Menschen haben an diesem Morgen den Weg ins Gemeindezentrum gefunden. Der Grund dafür sind allerdings nicht die Speisen und Getränke, sondern Peter Altmaier. Der Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben stattet der Kupferstadt einen Besuch ab und unterstützt damit den CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt.

Noch ist Altmaier, der an diesem Tag aus seiner Heimat – dem Saarland – anreist, nicht angekommen und im Saal des Gemeindezentrums wird genau darüber geredet. „Mit vollem Magen ist man nicht so angriffslustig“, sagt eine Dame und lacht. Wirklich angriffslustig ist an diesem Morgen eigentlich niemand. Schließlich sind die Gäste allesamt Mitglieder der Stolberger CDU. Gemeinsam haben Senioren Union – unter ihrem Vorsitzenden Ludwig Hahn – und der Stadtverband das Frühstück mit anschließender Diskussion organisiert. Dabei soll Altmaier auf die vergangene Wahlperiode zurückblicken und einen Ausblick in die Zukunft wagen – eine Zukunft, in der Angela Merkel weiterhin Bundeskanzlerin ist.

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt betritt die Bühne und begrüßte die Anwesenden. Peter Altmaier werde gleich da sein, so lange könne man in Ruhe frühstücken, sagt er und wünscht einen guten Appetit. Diese Aufforderung nimmt man im Saal gerne wahr, greift beherzt zu Kaffee und Brötchen und plaudert mit seinen Sitznachbarn. Nahezu unbemerkt betritt ein groß gewachsener junger Mann in einem dunklen Anzug den Saal.

Eigentlich nichts Ungewöhnliches – könnte man zumindest annehmen. Sein aufmerksamer Blick wandert durch die Reihen und es scheint als würde er innerhalb weniger Sekunden den gesamten Saal ganz genau unter die Lupe nehmen. Leisen Schrittes geht bis zu dem schwarzen Flügel, der auf der gegenüberliegenden Seite des Saales steht und wirft einen Blick darunter. Er trägt einen hautfarbenen Knopf im Ohr, über den er sich austauschen kann. Er spricht allerdings nicht, sondern verlässt den Saal wieder und positioniert sich vor den Fenstern im Foyer.

Dort werfen auch Helmut Brandt und Jochen Emonds, Vorsitzender der Stolberger CDU, immer wieder einen Blick heraus. „Es sind fünf vor neun“, sagt ein älterer Herr im Saal. Nach einem kurzen Blick auf seine Armbanduhr vertieft er sich allerdings wieder in der Gespräch mit dem Ehepaar, das im gegenüber sitzt. „Möchten Sie auch noch eine Tasse Kaffee?“, fragt er. Als Antwort erhält er ein „Nein, vielen Dank!“ Nur wenige Sekunden später flüstert eine Dame ihrem Mann zu: „Da kommt er.“ Doch diese Aussage erweist sich als falscher Alarm.

„Wichtigster Minister überhaupt“

Wenige Minuten später ist es dann allerdings tatsächlich soweit. Unter Beifall betritt Peter Altmaier gemeinsam mit Helmut Brandt und Jochen Emonds den Saal und nimmt an einem reich gedeckten Tisch auf der Bühne Platz. Während im Saal Kameras und Smartphones gezückt werden, genehmigt sich Peter Altmaier erst einmal eine Tasse Kaffee – mit einem kleinen Döschen Milch.

Dann tritt Jochen Emonds ans Mikrofon und begrüßt Altmaier als „einen der wichtigsten Minister überhaupt, einen der wichtigsten Vertrauten unserer Bundeskanzlerin, ohne den es in Berlin nicht so reibungslos laufen würde“. Während im Saal zustimmend applaudiert wird, beißt Altmaier in ein Käsebrötchen. Daraus, dass ihm das Stolberger Backwerk schmeckt, macht er keinen Hehl. „Ich habe meine Krawatte heute Morgen an der Garderobe zu Hause vergessen. Ich habe gedacht, wenn ich noch einmal zurückfahre, sind alle Brötchen aufgegessen. Da bin ich lieber ohne Krawatte zu Ihnen gekommen“, sagt Altmaier. Es wird gelacht. „Ich bin nicht der wichtigste Minister. Ich bin aber mit Abstand der gewichtigste Minister der Bundesrepublik. Sigmar Gabriel hat zwar versucht mir den Rang abzulaufen, hat aber aufgegeben.“ Weitere Lacher folgen.

In den nächsten eineinhalb Stunden redet Altmaier über das, was man in den vergangenen vier Jahren bereits geschafft habe und das, woran in Zukunft noch gearbeitet werden soll. Die Stichworte lauten: mehr Kindergeld, eine bessere Betreuung und Unterstützung bei Wohneigentum. „Eine tolle Bilanz und ein toller Ausblick“, resümiert Helmut Brandt, während Altmaier ein weiteres Mal in sein Brötchen beißt und sich eine zweite Tasse Kaffee einschenkt.

Dann sind die Zuhörer an der Reihe. Sie stellen ihre Fragen an den Chef des Bundeskanzleramtes und Altmaier beantwortet jede einzelne ausführlich. Ob er sich vorstellen könnte der Nachfolger von Angela Merkel zu werden, möchte ein Herr wissen. Altmaiers Antwort: „Das ist alles längst erledigt. Ich war schon Angela Merkels Nachfolger. Ich war auch Umweltminister.“ Nachdem Helmut Brandt ihm für die kommenden Wochen viel Erfolg und Kraft gewünscht hat, geht es für Altmaier zurück nach Berlin.

Begeisterung teilen

Nahezu unbeobachtet huscht er an den Gästen vorbei- Begleitet wird er dabei von dem jungen Mann im schwarzen Anzug. Im schwarzen Kombi fährt er davon, wenige Meter dahinter folgt ein Polizeiwagen. Im Gemeindezentrum in der Frankentalstraße bekommt man davon allerdings kaum etwas mit. Auf den Tischen im Saal werden die Teller und Tassen zusammengestellt. Den Gästen scheint es geschmeckt zu haben. Brötchen sind kaum noch übrig – ihre Begeisterung für das Stolberger Backwerk teilen sie also mit Peter Altmaier. So wie ihre Leidenschaft für Politik.

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