Altes Handwerk ganz neu kennen gelernt

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Sticken macht Spaß;: Das können Melike (v.l.), Linda, Eda und Yvonne nach der Projektwoche in der Grundschule Prämienstraße bestätigen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Münsterbusch. Flaggen stehen derzeit wegen der Fußballweltmeisterschaft hoch im Kurs. Auch in der Grundschule Prämienstraße war das jetzt der Fall, als eine 15-köpfige Gruppe im Alter von sechs bis elf Jahren im Rahmen des projektbezogenen Unterrichts Fantasieflaggen entwickelte.

Wie die kleinen Fahnen, die das Produkt einer Webarbeit sind, hergestellt wurden, erzählte Leonhard Winands den Besuchern, die beim „Tag der offenen Tür” die Ergebnisse der einwöchigen Projektwoche präsentiert bekamen.

„Den Rahmen habe ich aus Holzleisten gebastelt. Danach habe ich ihn mit Baumwollfäden bespannt und vorsichtig mit dem Weben begonnen”, bringt es der Siebenjährige auf den Punkt, dem der Stolz ins Gesicht geschrieben steht und der als Ergebnis seiner Gruppenarbeit eine kleine, blauweiße Fantasieflagge präsentiert, die eine Anspielung an die griechischen Nationalfahne darstellt.

Während Leonhard seine Kreativität dem Weben von Fahnen widmete und dabei nach eigenen Worten vielfältige Erfahrungen machte, haben seine Klassenkameraden unter anderem in der jeweiligen altersübergreifenden Gruppe Scherenschnitte hergestellt, Marienkäfer aus Ton geformt, Brot gebacken, Baumwolltaschen mit Kartoffelstempel bedruckt, Kerzen gegossen, fantasievolle Stickereien entwickelt und sich mit der Papierherstellung beschäftigt.

Regionale Museen besucht

Um Hintergrundinformationen und Einblicke in den Produktionsprozess zu erhalten, wurden regionale Museen besucht, in denen die Darstellung alter Handwerkskünste im Mittelpunkt steht. Vertieft wurde die Demonstration der traditionellen Handwerkstechniken beim Tag der offenen Tür, indem in den Klassenräumen Ausstellungen gezeigt wurden, die die geschichtlichen Hintergründe und die einzelnen Produktionsschritte erläuterten.

Die Bedeutung der einwöchigen Projektwoche erläuterte Günter Jansen, Leiter der Münsterbuscher Grundschule, in der derzeit 280 Jungen und Mädchen unterrichtet werden. „Durch das prozessbezogene Arbeiten, das diesmal unter dem Motto „altes Handwerk neu entdeckt” stand, werden die motorischen und kreativen Fähigkeiten der Kinder entwickelt”, versicherte Jansen, der der Anleitung zur Reflexion sowie der Schulung der Team- und Kritikfähigkeit einen hohen Stellenwert einräumt.

Außerdem freute sich der Schulleiter darüber, dass die vermeintlich traditionelle Rollenverteilung bei der Projektwoche eben keine Rolle gespielt habe.

Neben Schülern und Lehrern hatten auch etliche Eltern an der Projektwoche teilgenommen. Sie halfen beispielsweise beim Brennen der Tonfiguren und kümmerten sich als Förderverein um die Finanzierung der verwendeten Materialien und Museumsbesuche. Zusätzlich übernahm der Förderverein der Grundschule auch die Bewirtung der zahlreichen Gäste.
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