Alternative Sitzung der „ersten kleinen“ begeistert mit Humor

Von: Dirk Müller
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Passend zum Motto der Sitzung präsentiert sich die erste kleine in Leggins und amüsiert die Gäste mit einem witzigen und abwechslungsreichen Programm jenseits des konventionellen Sitzungskarnevals. Foto: D. Müller
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Oliver Vinck (v.l.), Björn Kinkel und Benno Vinck bringen unter großem Applaus eine trickreiche und originelle „Kleinkunst“-Nummer auf die Bühne.
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Herbert „Keule“ Wenn bringt das Publikum als „Danniella“ bei einem Casting-Show-Scherz mit Humor und Gesang zum Lachen.

Stolberg. Es ist eine Sensation gewesen: Erstmals in ihrer mehr als drei Jahrzehnte währenden Geschichte hat die erste kleine eine klassische Karnevalssitzung mit allen herkömmlichen Elementen des rheinischen Brauchtums veranstaltet.

Präsident Christian „Cher“ Erberich begrüßte die Gäste, es folgten Stippeföttche und Mariechentanz, eine Büttenrede und der Besuch des „Prinzen“ Olli I. (Oliver Vinck), der Auftritt der Böllerschützen mit Konfettikanonen und Musik der Trompetenbläser. Und nach fünf Minuten war alles vorbei.

„Im Schnelldurchlauf“

Die „Sitzung im Schnelldurchlauf“ als Persiflage auf den althergebrachten Sitzungskarneval diente der ersten kleinen freilich nur zum Aufwärmen, und bald füllte der n.e.V. (nicht eingetragene Verein) wieder die Bühne im Saal von „Angie‘s Bistro“, um dem proppenvollen Saal die eigentliche Sitzung der ersten kleinen zu präsentieren: Stilecht in Leggins – denn das Motto der Sitzung, dem sich die Jecken im Saal in originellen Kostümen angeschlossen hatten, lautete: „Haute Couture völl ze dür – Leggins am Asch“.

Ein kleiner Laufsteg führte von der Bühne ins Publikum, und von nun an war die erste kleine wieder voll in ihrem ureigenen Element und amüsierte mit alternativem karnevalistischen Treiben voller Elemente von Kabarett und Comedy.

Präsident „Cher“ gab gleich einen Protest-Song zum Besten und sang „ich bin froh, dass ich kein Model bin“ zur Melodie von „Dicke“ von Marius Müller-Westernhagen. „Zu Ehren aller Schwiegermütter im Saal“ ließ Kommandant Oliver Vinck die dreibeinige Hanno-Marie (Hanno Topoll) tanzen, und es folgte ein hochkarätiges humoristisches Programm voller Höhepunkte, bei dem kein Auge trocken blieb. Die erste-kleine-Mischung aus Show, Musik und Reden kam beim Publikum hervorragend an – bester Beweis dafür: So sehr die Gäste auch ausgelassen feierten und auf Bänken und Tischen standen, so aufmerksam verfolgten sie die überaus witzigen Programmpunkte.

Zum Beispiel die „Kleinkunst“, die Benno Vinck, Björn Kinkel und Oliver Vinck darboten. Sie machten ihre Knie zu Gesichtern und ernteten für ihre gelungene Show ebenso viel Applaus wie die „Pupsburger Augenkiste“, bei der Andy Orgeig ein heiteres Spiel moderierte: Rolf Schmitz, Hans-Karl „Charly“ Engels und Axel Bedra verliehen Handpuppen Leben, und diese „erste-kleine-Schlangen“ halfen Angelika Wenn alias Harald Glööckner und Reiner Schmitz, beliebte Karnevalsschlager zu erkennen. Hanno Topoll ging zunächst in die Bütt, präsentierte dann aber zusammen mit Silas Nobel, Marcel Kinkel und Uli Nobel köstliche erste-kleine-Interpretationen bekannter Hits.

„Born to be jeil“

Urkomisch variierten sie das „Alte Fieber“ der Toten Hosen und den Steppenwolf-Klassiker „Born to be jeil“. Absoluten Mitsingcharakter hatte die erste-kleine-Version von Bob Dylans „Knockin‘ on Heaven‘s Door“, bei der das Publikum passend zum Sitzungsmotto skandierte: „Leg, Leg, Leggins am Asch“.

Als „Saunaboys“ in Bademänteln begeisterten Helmut Collas, Marcel Kinkel und Peter Effenberg ebenfalls mit einer witzigen Musiknummer – bis Herbert „Keule“ Wenn in der Rolle der „Danniella“ hinzukam. Dank „Keule“ geriet der amüsante Programmpunkt zu einem Comedy-Casting, und „Danniella“ gab trotz frisch aufgespritzter Lippen auch noch eine Kostprobe ihres gesanglichen Könnens.

Weil laut Motto die Haute Couture eben „völl ze dür“ ist, zeigte die erste kleine kleidsame Alternativen auf und bewies etwa, dass man Hose und Jackett jeweils auch einzeln tragen kann.

Liesel Steffens, Klaudia Bergs-Breda, Ulrike Erberich, Norbert „Paschik“ Steffens, Rolf Schmitz, Christoph Engels und Axel Bedra machten auf dem Catwalk gute Figuren und präsentierten die erste-kleine-Kollektion, die mit Schick und Funktionalität bestach. Und natürlich mit viel Humor.

So thematisierte die Modenschau unter anderem die „Hochzeitsstadt Stolberg“, und die erste kleine zeigte Mode für Braut und Bräutigam, die auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich ist. Gespart wurde an den Kehrseiten des Paares, die frei blieben.

Doch ganz ohne traditionelle karnevalistische Elemente beließ es auch die erste kleine nicht: Von den Trompetenbläsern Donnerberg, der Prinzengarde der Ersten Großen und seinem Hofstaat begleitet, zog der Stolberger Prinz Holli I. (Holger Schulz) in den Saal von „Angie‘s Bistro“ ein. Mit besonderem Beinkleid, denn Holli I. trug eine eigens angefertigte erste-kleine-Leggins.

Die Erste Große erfreute das Publikum mit den Tänzen von Mariechen Eva Schulz und Damen- wie Herrentanzgarde. Die Kupferstädter „Hollität“ dankte für den herzlichen Empfang „wie im Wohnzimmer“, und beim Prinzenlied mit Hofstaat hieß es wieder „Holli und die Ehrenhut sind da“.

Gefühlvolle Lieder

Auch bei seiner Zugabe mit gefühlvollen Liedern wurde Holli I. kräftig gefeiert, und erste-kleine-Präsident „Cher“ enthüllte, wie der Bürger Holger Schulz wirklich zum Prinzen geworden ist: „Wenn man einem Umzugsunternehmer am Rosenmontag den größten Umzug Stolbergs anbietet, kann er natürlich nicht ablehnen“, meinte Christian Erberich.

Ein Augenschmaus bei der ersten-kleine-Sitzung war der Auftritt der Showtanzgruppe der KG De Wenkbülle, die auch in der neuen Generation ein imposantes Bild abgab, und für die Ohren und die Stimmung waren die Donnerberger Trompetenbläser zuständig, die am Ende der rund vierstündigen Sitzung die Gäste mit ihren Klängen begeisterten.

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