Alte „Schnauferl” verschnaufen auf dem Kaiserplatz

Von: Toni Dörflinger
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Nur eine Flasche? Lust auf mehr „Ketsch” hatten Heidi Hetzer und Jan Hendrix aus Berlin (v.l.), denen Ruth Gerres und Willi Engels als Botschafter Stolbergs Kupferstädter Präsente überreichten. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Kaum hat der aus den Niederlanden stammende Maarten Vermeulen die Flagge mit den Deutschlandfarben gesenkt und die Strecke freigegeben, macht der schwarz-weiße 1921er „Hispano Suiza” einen Satz nach vorn und beschleunigt rasant.

Trotzdem muss Heidi Hetzer Gas- und Kupplung genau dosieren, denn vor dem alten Rathaus ist eine Messstrecke aufgebaut, die der Oldtimer-Fahrerin im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl abverlangt. Denn die 25 Meter Strecke soll in genau 7,77 Sekunden durchfahren werden. Jede Abweichung von der Sollzeit bringt Minuspunkte.

Dass die mit Motorradbrille und Lederkappe ausgerüstete Berlinerin, die als Favoritin auf den Gesamtsieg gilt, einen sensiblen Gasfuß besitzt und über das erforderliche Quäntchen Glück verfügt, beweist die per Lichtschranke gemessene Zeit. Von 200 möglichen Punkten erreichte Hetzer bei einer Zeit von 7,46 Sekunden immerhin 191.

Nicht schlecht schnitten auch die regionalen Teams ab. So erreichten die Stolberger Hans Baum und Friedel Steffens, die in einem 1960 gebauten Sport-Coupé der Marke MG (Morris Garages) unterwegs waren, 128 Punkte. Noch besser machten es Karin und Josef Schumacher aus Würselen, die einen 1974 entstandenen BMW steuerten. Mit 194 Punkten kamen sie dem anvisierten Ziel recht nahe.

Prüfungen hatten am Samstag vor dem Rathaus auch Fahrerteams aus Italien, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien. Sie waren in Alt-Fahrzeugen - darunter zwei Motorräder und ein Bus - unterwegs, die allesamt im Zeitraum zwischen 1921 und 1979 gefertigt wurden. Und so wurde die stolze Zahl von 67 Oldtimern erreicht, die die Schlussetappe der Anfang Juli in Hannover gestarteten Tour nutzten, um in Stolberg einen Zwischenstopp einzulegen.

Nach Bad Honnef, Rheinbach und Zülpich war die Kupferstadt Kontrollstation der 7. und letzten Etappe. Begrüßt wurden die Fahrer vom stellvertretenden Bürgermeister Willi Engels und der Leiterin der Stolberg-Touristik, Barbara Breuer. Sie überreichten neben Prospektmaterial auch eine Flasche des von Dr. Rüdiger Fröschen wiederbelebten Ketschenburg-Bieres.

Für die Moderation war Kollege Stefan Babic zuständig, der für die musikalische Unterhaltung, die Aachener Jazz-Band „Avalon” verpflichtet hatte. Rund 200 Besucher säumten die Strecke und sparten nicht mit Applaus, wenn das ein oder andere „Schnauferl” durch lautes Hupen, rasantes Fahren oder eine nostalgische Ausstattung auf sich aufmerksam machte.

Für Nostalgie pur hatte auch der Aachener Automobilclub gesorgt, der vor dem neuen Rathaus neun, chromblitzende Oldtimer präsentierte. Star der Ausstellung war ein grün lackierter Ford A aus dem Jahre 1928. Einer Einlage mussten sich die Teilnehmer aus Würselen stellen. Kollegen des Clubs sorgten dafür, dass der auf die Windschutzscheibe aufgesprühte Reinigungsschaum den Schumachers freie Sicht auf die noch zu fahrenden 150 Restkilometer verschaffte. Denn nach einem Abstecher ins niederländische Roermond endete am Abend in Düsseldorf die 2000-Kilometer-Tour.
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