Als Familienpate mit beiden Beinen im Leben stehen

Von: Dirk Müller
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Familienpaten-Bild
Bringen Familien und Paten zusammen: Martina Küpper vom Bethlehem Gesundheitszentrum und Sabine Beckers vom SKM (v. l.). Foto: D. Müller

Stolberg. Eine Familie zu managen ist nicht immer einfach. Wenn die Anforderungen des Alltags über den Kopf wachsen, ist es daher hilfreich auf Verwandte und gute Freunde zurückgreifen zu können. Diese Möglichkeit haben aber manche Familien, da sie zum Beispiel zugezogen sind und noch kaum über Kontakte vor Ort verfügen. Hier kann eine kostenlose Familienpatenschaft helfen.

„Familien stützen - Kinder schützen” ist ein Stolberger Kooperationsprojekt des Bethlehem Gesundheitszentrums, des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) und des Sozialdiensts katholischer Männer (SKM). Es umfasst das Beratungsangebot des Gesundheitszentrums, das Elterntraining des SkF und die Familienpatenschaften, die der SKM und das Bethlehem Gesundheitszentrum betreuen. „Ein Pate unterstützt die Familie zum Beispiel durch Kinderbetreuung oder begleitet bei Behördengängen und Arztbesuchen. Er hilft, wo er gebraucht wird”, erläutert Martina Küpper, Leiterin des Sozialdiensts im Bethlehem.

Die Patenschaft ersetze allerdings nicht professionelle Hilfe, die das Gesundheitszentrum bei Bedarf ebenfalls vermittelt. „Es geht darum, eine Beziehung aufzubauen und der Familie langfristig zur Seite zu stehen. Die Paten haben nicht die Aufgabe, die Lebensumstände einer Familie zu verändern, sondern unterstützen ihren Fähigkeiten entsprechend die Familien im Alltag”, konkretisiert Küpper.

Das Angebot der Familienpatenschaft richte sich an alle Stolberger Familien unabhängig von sozialem Status oder der Herkunft, betont Sabine Beckers, Diplom-Sozialarbeiterin beim SKM. „Jeder kann Hilfe gebrauchen. Alleine ist man oft überfordert, und dann kann der Familienpate eine willkommene Stütze sein”, erklärt Beckers.

Pate werden kann, wer in seiner Freizeit eine sinnvolle Tätigkeit sucht, Kinder mag und Familien ehrenamtlich bei anstehenden Herausforderungen unterstützen möchte. Sie sollten fest im Leben stehen und die Familie an ihrer Lebenserfahrung teil haben lassen. „Grundsätzlich gestalten sich die Patenschaften individuell. Wie oft man sich trifft und wie die Hilfe konkret aussehen soll, wird je nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten von Familie und Pate vereinbart”, so Beckers.

Die Kooperation von SKM und Bethlehem bietet die Familienpatenschaft seit einem Jahr an und hat bereits sechs Patenschaften installiert - vier weitere sind derzeit in unmittelbarerer Vorbereitung. Die Paten werden zunächst kostenfrei geschult und beide Seiten, Familie und Pate, können sich dann ausgiebig beschnuppern. „Im weiteren Verlauf stehen Gesundheitszentrum wie SKM als ständige Ansprechpartner und Beratungsstellen zur Verfügung. Die Paten sind außerdem versichert und bekommen ihre Fahrkosten erstattet”, ergänzt Küpper.
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