Stolberg - Albert Maiden Triett: Bravouröse Intonierung großer Gefühle

Albert Maiden Triett: Bravouröse Intonierung großer Gefühle

Von: Dirk Müller
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Andrea Kramer-Rodermund, Charlotte-Maria Brückner und Nike Roos (v. l.) begeistern als „Albert Maiden Triett“ mit einem abwechslungsreichen Abend auf hohem Niveau. Foto: D. Müller

Stolberg. Lieder, Erzählungen und Lyrik – das erste Abokonzert im Rahmen des städtischen Kulturkalenders ist eindeutig mehr gewesen als „nur“ ein Konzert. Im Rittersaal der Burg begeisterte das „Albert Maiden Triett“ mit einem romantischen Abend auf hohem Niveau und einem Konzept, das ungewöhnlich aber stimmig und vor allem ansprechend war.

Musik, Geschichten und Gedichte gingen dabei fließend ineinander über, das „Albert Maiden Triett“ ließ die einzelnen Komponenten harmonisch zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen und bereitete den Gästen einen gefühlvollen Abend, der mit „Liebeszeiten – Jahresreigen“ überschrieben war.

Schon mit dem ersten Lied „Freudvoll und leidvoll“ von Franz Liszt (1811-1886) setzte Charlotte-Maria Brückner Maßstäbe. Die Mezzosopranistin brillierte zur virtuosen Begleitung von Andrea Kramer-Rodermund am Flügel und berührte das Publikum tief, indem sie mit ihrer leidenschaftlichen Stimme eine Fülle von Emotionen transportierte.

Lieder wie „Dies und das“ von Robert Franz (1815-1892), „Liebst Du um Schönheit“ von Clara Schumann (1819-1896), Josephine Langs (1815-1880) „Ob ich manchmal Dein gedenke“ und „Laue Sommernacht“ von Alma Mahler-Werfel (1897-1964) bot Brückner ergreifend dar, brachte nicht nur klare Töne zu Gehör, sondern große Gefühle.

Zur Freude der Zuhörer begnügte Kramer-Rodermund sich nicht damit, die Mezzosopranistin von Format zu begleiten, sondern unterhielt auch glänzend solistisch am Flügel. Bravourös intonierte sie Arioso (BWV 1056) und Largo (BWV 596) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) oder die Klavierminiatur „Chopin“ aus der Feder von Robert Schumann (1810-1856).

Nike Roos steuerte nicht nur Rezitationen bei, indem sie Gedichte wie Rainer Maria Rilkes (1875-1926) „Die Liebende“ oder „Im Abendrot“ von Joseph von Eichendorf (1788-1857) vortrug. Roos umspannte die musikalischen Elemente zudem mit freien Erzählungen, in die sie auch szenische Passagen einbaute.

Sie gab etwa die auf Giovanni Boccaccios (1313-1375) Novellensammlung „Decamerone“ basierende Geschichte vom Beichtvater als Kuppler wieder oder berichtete von „Jimmy, dem Tinker“ und erzählte dieses bezaubernde Märchen aus Irland.

Lyrik von Mascha Kaléko (1907-1975) und Erich Kästner (1899-1974) trafen bei dem „Albert Maiden Triett“ auf Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), von Johan Hoven, hinter dem sich Johan Vesque von Püttlingen (1803-1883) verbirgt, und von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749). Der Abend in intimen Kreis war ein abwechslungsreicher Genuss, der sicherlich mehr als ein Dutzend Gäste im Rittersaal verdient hatte.

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