Aktiv mitgestalten: Eifel- und Heimatverein Breinig feiert Jubiläen

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Josef Naumann (vorne links) in seinem Element: Mit Vereinsmitgliedern und Gästen erwandert er regelmäßig die Natur rund um den Stolberger Ortsteil Breinig. Dabei gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Foto: Archiv/D. Müller

Stolberg-Breinig. Gleich mehrere „Geburtstage“ feiert der Eifel- und Heimatverein Breinig in 2016: Der Verein wird 65 Jahre alt, gibt seit 40 Jahren die Breiniger Heimatblätter heraus, betreibt seit 25 Jahren das Informationszentrum Naturschutzgebiet Schlangenberg und seit 20 Jahren den antiquarischen Büchermarkt.

Mit dem Vorsitzenden Josef Naumann sprach Dirk Müller über die Aktivitäten des Vereins in einem ereignisreichen Jahr.

Der Eifel- und Heimatverein Breinig ist keine reine Ortsgruppe des Eifelvereins...

Naumann: Das stimmt. Unsere Mitglieder sind teils dem Eifelverein angeschlossen, teils dem Heimatverein. Und es gibt Mitglieder, die Beidem angeschlossen sind. In einer klassischen Ortsgruppe des Eifelvereins steht die Natur im Vordergrund. Bei uns kommen noch mehrere weitere Aspekte hinzu wie etwa Heimatgeschichte, Förderung von Brauchtum, Geselligkeit und Kultur, Verschönerung des Ortes und aktive Mitgestaltung des Lebens in Breinig.

Wie bringt der Verein sich im Ort ein?

Naumann: Aktuell zum Beispiel, indem wir uns nicht nur aktiv an der Frühjahrskehrwoche in Stolberg beteiligen, sondern die Aktion in Breinig auch koordinieren. Mit Unterstützung der Werbegemeinschaft Breinig haben wir 2011 fünf Breiniger Rundwanderwege angelegt, die wir bis heute pflegen und betreuen. Auch an der relativ neuen Info-Tafel in Altbreinig war der Heimat- und Geschichtsverein beteiligt. Hinsichtlich des Neubaugebiets in Breinig haben wir Anregungen für Straßennamen gegeben. In Breinig entsteht ein großes Seniorenzentrum nahe des Naturschutzgebietes Schomet, und wir hatten die Idee, dort Ruhebänke für Senioren zu errichten. Das ist in einem Naturschutzgebiet allerdings nicht so einfach möglich. Dank der wie immer hervorragenden Zusammenarbeit mit Förster Theo Preckel hat die Stadtverwaltung jetzt zwei Doppelbänke genehmigt, und für eine Bank gibt es bereits einen Sponsor. Hinzu kommen zahlreiche weitere Aktivitäten, die sich mit anderen Aspekten wie der Heimatgeschichte überschneiden.

Welche sind die heimatgeschichtlichen Aktivitäten?

Naumann: Dazu zählt für uns die Denkmalpflege. Wir nehmen Gehölz- und Grünschnitt vor und kümmern uns um die Instandhaltung und die Sanierung der Denkmale. Was wir können, machen wir selbst, und wenn Profis mit der Sanierung beauftragt werden müssen, sorgen wir für die Finanzierung, so dass die Kosten sowohl durch Sponsoring, als auch durch unsere Vereinskasse getragen werden. In dem denkmalgeschützten historischen Straßenzug Altbreinig fragt die Stadtverwaltung bei Bauherren an, ob der Eifel- und Heimatverein Breinig beratend tätig sein soll. Und wir geben seit nunmehr vier Jahrzehnten die Breiniger Heimatblätter aus. Diese sind eigentlich keine „Blätter“ wie die jüngste Ausgabe verdeutlicht, die sich dem Naturschutzgebiet Schlangenberg widmet. Das gebundene Buch umfasst rund 170 Seiten.

Und wie betätigt sich der Verein in Richtung Brauchtum, Geselligkeit und Kultur?

Naumann: Wir bieten beispielsweise Vorträge an. Bei dem Breiniger Pfarrfest unterhalten wir einen Bücherstand und einen Pfannkuchenstand, und der Erlös kommt der Pfarre zugute. Seit zwei Jahrzehnten veranstalten wir unseren antiquarischen Büchermarkt in der alten Schule am Breinigerberg. Es gab früher einen vereinsinternen Singkreis, der aber leider aus personellen Gründen aufgelöst wurde. Positives gibt es von unserer Theatergruppe „Applaus“ innerhalb des Eifel- und Heimatvereins. Nachdem die Gruppe rund zwei Jahre ruhte, gibt es sie noch, und die Aktiven wollen wieder auf die Bühne. Für die nächsten Aufführungen hat die Theatergruppe das Frühjahr 2017 anvisiert.

Mit dem Eifelverein verbindet man das Wandern in der Natur...

Naumann: Selbstverständlich wandern auch wir. In diesem Jahr stehen 15 geführte Wanderungen auf unserem Programm, und teilnehmen kann jeder Interessierte, denn Gäste sind herzlich willkommen. Die Termine und Treffpunkte werden in der Tageszeitung bekanntgegeben und sind auf unserer Internetseite zu finden. Das Erwandern der Natur motiviert zu Umweltbewusstsein. Es geht darum, die Natur zu entdecken und zu verstehen, sie zu schätzen und zu schützen. Unsere Wanderungen sind in erster Linie Naturerlebnisse, aber eben nicht nur. Wenn wir zum Beispiel ein Industriedenkmal passieren, machen wir Halt, und der gut vorbereitete Wanderführer referiert kurz und informativ dazu. So genießen wir nicht nur die Natur, sondern befassen uns dabei auch mit Geschichte, Geologie und so weiter.

Führen alle Ausflüge des Vereins in die Natur?

Naumann: Nein, denn neben den Wanderungen bieten wir auch verschiedene abwechslungsreiche Exkursionen an. Wir haben etwa schon geführte Besichtigungen von Stadtarchiven und einer Synagoge unternommen. Sehr beliebt ist auch unsere jährliche Tages-Busreise, die uns schon in Museen oder Schlösser geführt hat.

Hat der Eifel- und Heimatverein Breinig sich auch den Naturschutz auf die Fahne geschrieben?

Naumann: Oh ja, in Großbuchstaben! Das wird schon an folgender Relation deutlich: Der Verein hat rund 270 Mitglieder, und wir pflegen 250 Nistkästen im Stolberger Wald. Dabei binden wir auch gerne Kindertagesstätten mit ein, um die Kleinen für die Natur zu begeistern. Die Pflege der Nistkästen geschieht in Kooperation mit Förster Theo Preckel. Ebenso wie bei dem Insektenhotel, das wir zwischen Breinigerberg und Schlangenberg erbaut haben. Ein gutes Beispiel für den Anspruch unseres Vereins ist das Informationszentrum Naturschutzgebiet Schlangenberg, das wir seit 25 Jahren in der alten Schule am Breinigerberg betreiben.

Inwiefern ist das Informationszentrum ein gutes Beispiel?

Naumann: Weil es Naturschutz und Heimatgeschichte vereint. Das Informationszentrum widmet sich der Flora und Fauna des Naturschutzgebiets, die wohl als weltweit einzigartig bezeichnet werden kann. Damit verstanden werden kann, wo diese Natur herrührt, informieren wir aber auch über Geologie und Mineralogie. Die Bodenschätze wie das Erz „Galmei“ haben wiederum die Bergbau- und Industriegeschichte unserer Heimat stark beeinflusst, was auch Thema im Informationszentrum Schlangenberg ist.

Wann kann das Informationszentrum besucht werden?

Naumann: Es ist immer Sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet; außer an Feiertagen und während der Schulferien. Auf Anfrage sind auch ergänzende Führungen im Informationszentrum und durch das Naturschutzgebiet Schlangenberg für Schulklassen und Besuchergruppen möglich.

Wie begeht der Eifel- und Heimatverein Breinig dieses besondere Jahr der Jubiläen?

Naumann: Schon am morgigen Sonntag, 17. April, laden wir in das Informationszentrum Schlangenberg ein. Ab 16 Uhr erfolgen dort dann gleich zwei Vorträge. Rolf Küpper, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle in Breinig, referiert zur politischen, finanziellen und gesellschaftlichen Geschichte zur Zeit Napoleons, die unser Land geprägt hat. Und der Schriftsteller Jürgen Klosa aus Übach-Palenberg berichtet am Beispiel der ehemaligen Grube „Adolf“ in Merkstein von seinen Erinnerungen aus dem Bergbau. Anschließend besteht die Gelegenheit, Fragen zu stellen, und auch zur Diskussion, und selbstverständlich können die Gäste unser Informationszentrum am Breinigerberg 95 näher kennenlernen.

Wie geht das Jubeljahr weiter?

Naumann: Zu unserer Jubiläumsfeier laden wir für nächste Woche Sonntag, 24. April, ab 15 Uhr ein. Die Feier findet im großen Saal auf der ersten Etage der alten Schule am Breinigerberg statt. Mit musikalischer Begleitung, einer Präsentation zu „65 Jahre Eifel- und Heimatverein Breinig“, Grußworten und vielem mehr. Wichtiger Bestandteil unserer Jubiläumsfeier ist der Fachvortrag von Prof. Dr. Klaus Freitag, der Breinig und die römische Antike beleuchten wird. Mit dem Bus unternehmen wir zudem einen Tagesausflug durch die Eifel nach Luxemburg und Echternach, und zwei weitere Fachvorträge folgen.

Was ist Gegenstand der weiteren Vorträge?

Naumann: David Burs von der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule (RWTH) Aachen wird am Mittwoch, 11. Mai, um 19 Uhr über die Geologie und Hydrogeologie des Hastenrather Grabens referieren und präsentiert dabei neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Umland von Stolberg. „Kupfer und Messing in Stolberg“ ist der Themenbereich, den der Stolberger Heimatkundler und Buchautor Friedrich Holtz am Mittwoch, 8. Juni, um 19 Uhr beleuchtet. Diese beiden Vorträge finden im Restaurant „Zur Treppe“, Altbreinig 59, im kleinen Saal auf der ersten Etage statt.

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