Stolberg - Aktionsplan Inklusion ist nach zwei Jahren fertiggestellt: 24 Projekte geplant

Aktionsplan Inklusion ist nach zwei Jahren fertiggestellt: 24 Projekte geplant

Von: Sonja Essers
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Stellten den Aktionsplan Inklusion vor: Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger, Inklusionsbeauftragter Lukas Franzen und Sozialamtsleiter Paul Schäfermeier (von links). Foto: Sonja Essers

Stolberg. Zugehörigkeit, Teilhabe, Akzeptanz: Diese Wörter beschreiben allesamt einen Begriff – die Inklusion. Und die soll in Stolberg nicht nur reine Theorie sein. Das ist ein Ziel des Aktionsplans Inklusion, der nun fertiggestellt wurde. Auf insgesamt 74 Seiten wurde zusammengefasst, was Inklusion für Stolberg und für seine Einwohner bedeutet und natürlich wie diese künftig umgesetzt werden kann.

Dem fertigen Dokument geht ein zweijähriger, arbeitsintensiver Prozess voraus. Im Oktober 2015 hat Stolbergs Inklusionsbeauftragter Lukas Franzen seine Arbeit aufgenommen, Ende Mai 2015 beschloss schließlich der Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit (ASG), den Aktionsplan erstellen zu lassen. Im ASG stand das Thema in der vergangenen Woche ebenfalls auf der Tagesordnung. Nicht nur der Ausschuss-Vorsitzende Patrick Haas war begeistert. Auch die Parteien äußerten sich durch die Bank weg positiv.

Immer wieder hatten Lukas Franzen und Sozialamtsleiter Paul Schäfermeier die Ausschussmitglieder in der Vergangenheit über den aktuellen Sachstand informiert. Schließlich standen in den vergangenen beiden Jahren auch immer wieder verschiedene Formate auf dem Programm, an denen sich auch zahlreiche Bürger und Institutionen beteiligten. „Inklusion lebt vom Engagement der Menschen“, macht Franzen deutlich.

Eine dieser Beteiligungsformen war der erste Stolberger Begegnungstag Inklusion, der im Juli stattfand und auch für das kommende wieder geplant ist. Das Ziel der Beteiligung: „Wir wollen das Thema Inklusion praktisch erlebbar machen und praktische Ansätze dafür liefern, was Inklusion für unsere Stadt und die Menschen, die dort leben, bedeutet“, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger.

Das Thema Inklusion habe man darüber hinaus auch bewusst breit gefächert angelegt. Heißt: Menschen mit Behinderung wurden ebenso bedacht wie Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen verschiedener Altersklassen. „Inklusion bedeutet für uns, die gesamte Gesellschaft zu betrachten und das Thema einfach und verständlich darzustellen“, sagt Voigtsberger.

Foto-Projekt

Das Ergebnis: 24 Ideen sind entstanden, die allesamt bis 2020 auf den Weg gebracht werden sollen. Sechs davon stellten Franzen und Schäfermeier den Mitglieder des ASG vor. Sie sollen bereits in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Eine davon ist der Begegnungstag Inklusion. Geplant ist zudem ein Foto-Projekt unter dem Motto „Miteinander kinderleicht“. Dieses soll das inklusive Miteinander junger Stolberger dokumentieren. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der städtischen inklusiven Kindertagesstätte „Auf der Liester“, der Regenbogenschule der Städteregion und der Grundschule Hermannstraße in Zusammenarbeit mit der Fotografin und Künstlerin Agnes Bläsen. Vor den Sommerferien 2018 sollen die Werke zu verschiedenen Themen wie Waldaktionen, Besuchen im Seniorenheim, Proben für ein Schwarzlicht-Theater und dem Kita-Alltag, im Rathaus zu sehen sein.

Einen festen Platz im Terminkalender der Stolberger hat auch das Schülertheater-Festival. Im kommenden Jahr steht dieses zum ersten Mal unter einem Motto, das lautet „Alle vereint!“. Lukas Franzen wird auch dann – genauso wie in diesem Jahr – wieder in der Jury sitzen. In den vergangenen Wochen wurden die Schulen bereits angeschrieben und es meldeten sich auch schon einige Teilnehmer an, berichtet Franzen.

Ein weiteres Projekt ist ein Update der Hubertine-Heine-Stiftung. Die Stolbergerin legte in ihrem Testament fest, dass ihr gesamtes Vermögen nach ihrem Tod an die Stadt übertragen werden sollte, mit der Maßgabe, es für „körperbehinderte Kinder der Stadt Stolberg“ einzusetzen. Heines Vermögen wird seitdem von der Stadt verwaltet und in einer so genannten örtlichen unselbstständigen Stiftung – der Hubertine-Heine-Stiftung – angelegt. Davon konnten in der Vergangenheit bereits einige Projekte unterstützt werden. Nun will man eine Satzung mit klaren Förderrichtlinien erarbeiten, um künftig weitere Ideen fördern zu können. „Dieses Projekt ist auch eine Entscheidungshilfe für die Politik. Man könnte so auf konkrete Projekte hinweisen, die mit diesen Mitteln unterstützt werden könnten“, meint Schäfermeier.

Bei der Bürgerumfrage zur medizinischen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist der erste Schritt bereits gemacht. In allen Stolberger Ortsteilen, in denen es keinen niedergelassenen Hausarzt gibt, sprich in Breinigerberg, Dorff, Gressenich, Schevenhütte, Venwegen, Werth und Zweifall, wurden bereits Fragebögen ausgefüllt. Mit der Resonanz sei man zufrieden. „Bei den Bürger bestand großes Interesse“, so Franzen. In einem weiteren Schritt will man noch mehr Fragebögen verteilen, um so noch mehr Bürger erreichen zu können. Die Auswertung der Fragebögen steht in den ersten beiden Quartalen des kommenden Jahres auf dem Programm.

Im Rahmen des ersten Stolberger Begegnungstages Inklusion fand auch ein Workshop zur Verbesserung und Förderung des Miteinanders der Generationen statt. Das Ergebnis: Ab dem kommenden Jahr soll der Stolberger Generationendialog stattfinden, der Jung und Alt zusammenbringen soll. Dies soll während einer Pilotphase in einem Stolberger Stadtteil erprobt und nach und nach auf weitere Stadtteile ausgeweitet werden.

„Atmendes Papier“

Nachdem der ASG dem Aktionsplan Inklusion in seiner letzten Sitzung bereits zugestimmt hat, müssen Ende Januar nun auch noch Hauptausschuss und Rat ihr Okay geben. Dann kann mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden. Der Aktionsplan soll übrigens eine Art „atmendes Papier“ sein, sagt Robert Voigtsberger. Das heißt, dass sich das Dokument auch in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll. „Es sollen auch weiterhin neue Ideen und Projekte dazukommen, damit der Aktionsplan auch in den kommenden Jahren fortgeschrieben werden kann“, sagt auch Lukas Franzen. So werden die Mitglieder des ASG auch weiterhin in ihren Sitzungen über den aktuellen Stand der Projekte informiert.

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