Aktionskreis bietet Nachhilfe für Flüchtlingskinder

Von: mlo
Letzte Aktualisierung:
10929541.jpg
Das Nachhilfeteam von Hartmut Kleis will sich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge in Stolberg die Basis für einen Neunafnag erhalten. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Sprache ist das verbindende Element für Integration und Völkerverständigung. Damit auch Migrantenkinder den Zugang in die Gesellschaft finden, hat Hartmut Kleis einen Aktionskreis gegründet, in dem Personen aus verschiedenen Herkunftsländern Nachhilfe für Kinder und Jugendliche anbieten.

Derzeit gehören diesem Kreis 37 Mitglieder an, davon fördern 31 Personen 49 Kinder, wobei noch neun ohne Förderung sind. Wie wichtig dieses Ehrenamt ist, davon konnten sich die Anwesenden beim Empfang von Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier im kleinen Sitzungssaal überzeugen. Neben einem persönlichen Kennenlernen war es gleichsam ein Danke sagen für ein so vorbildliches bürgerliches Engagement, das Stolberg in weiterem positivem Licht erscheinen lässt.

Hartmut Kleis berichtete, dass er 2011 Prof. Dr. Christian Pfeiffer, den Mentor der Bürgerstiftungen in Deutschland, gehört habe, der sagte, dass „das Potenzial von Kindern mit Migrationshintergrund nicht vergeudet werden dürfe“. Eine Fördermaßnahme würde zur gezielten „Anhebung des Gesamtbildungsstandards von Kindern führen, also auch von Stolberger Kindern.

Dieses Credo sei ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Verstärkt wurde dieser Gedanke durch seine Mitarbeiter im Gesundheitszentrum und anderen Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln. Er habe ihre Not gesehen und sich verpflichtet gefühlt, zu handeln, so Kleis. Das Gesundheitszentrum ist das Schaltzentrum des Aktionskreises, der kein Verein ist, sondern seit dem 11. Juli 2014 unter dem Dach der Bürgerstiftung steht, damit in Zukunft auch Spendenquittungen ausgestellt werden und sie sich nach außen besser und seriöser präsentieren können.

Zu den Hauptinitiatoren zählen neben Hartmut Kleis Mazeena Ismael, Layeal Bechir und Nursen Yilmaz. Die ehrenamtlichen Lehrpersonen, die aus Deutschland, Türkei, Sierra Leone, Sri Lanka, Nigeria, Marokko, Libanon, Kasachstan, Italien und Iran kommen, sprechen mehrere Sprachen, die für die Förderung in den Grundschulfächern nützlich sind. Sie fahren zwei mal in der Woche zu den Kindern nach Hause, um mit diesen zu lernen.

Die ganze Familie

Einige von ihnen betreuen oft die ganze Familie. Das Vermitteln zwischen Kindern und Eltern ist zwar manchmal anstrengend, mache aber Spaß, weil auch viel zurück kommt und sie über die anderen Kulturen etwas erfahren. Im Gesundheitszentrum melden sich sowohl die Lehrkräfte als auch die Eltern, die Nachhilfe für ihre meist lernwilligen Kinder wünschen. Natürlich werden immer noch engagierte Personen gesucht, die ihren Landsleuten oder Neubürgern ehrenamtlich Bildungsförderung zukommen lassen wollen.

Eine Altersgrenze gibt es da nicht. Die Anwesenden, darunter ehemalige Lehrer und erwachsene Schüler, berichteten dann aus ihrer Erfahrung mit den Kindern. Motivation und Begeisterung für das Lernen zu vermitteln, ist allen ein wichtiges Anliegen. „Und etwas zurückgeben von dem, was sie in Deutschland bekommen haben“, ist für manch anderen erste Pflicht. Renate Krickel von der Hermannschule stellt Räume in ihrer Schule für die Nachhilfe zur Verfügung und weist auf ein Bildwörterbuch Deutsch hin, das sie als Begleiter bei der Alphabetisierung von Kindern und Erwachsenen schon eingesetzt hat.

Im hinteren Teil des Buches befindet sich eine alphabetische Auflistung aller Stichwörter mit Übersetzungen in sieben Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Spanisch). Krickel sieht sich als Ansprechpartnerin und Ratgeberin in diesem Förderungs-Netzwerk. Hildegard Nießen, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, dankte dem Aktionskreis, weil er ein lebender Beweis dafür sei, dass Ehrenamt ein Gesicht brauche. Sie verwies auf die Ehrenamtsbörse auf der Homepage der Stadt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert