Agnes Meyer wird am Sonntag 90 Jahre alt

Von: mlo
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Agnes Meyer hat im Seniorenfreundeskreis Stolberg viele Dinge ins Leben gerufen. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Zu den berühmten neunzigjährigen Persönlichkeiten in Stolberg zählt ab Sonntag, 25. Oktober, auch Agnes Meyer, langjährige Organisatorin im unabhängigen Seniorenfreundeskreis Stolberg.

Als „Mutter der Kompanie“, wie die Mitglieder sie gerne nennen, organisieren sie und Norbert Gönnewicht immer noch Vorträge und andere Veranstaltungen für ihre nunmehr 80 Mitglieder zählende Gemeinschaft.

So unternahmen sie 2015 bereits fünf Fahrten zum Niederrhein, in den Westerwald, in das Ruhrgebiet, in die Ardennen und an die Mosel. Zehn wunderschöne Tage verbrachten die Seniorinnen und Senioren in Bad Herrenalb, während die kürzere Fahrt (fünf Tage) im November nach Neustadt an die Weinstraße geht. Einmal pro Monat treffen sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen im Bürgerhaus Büsbach.

Gesunde Lebensweise

Dieses aktive Mittun für eine gute Sache führt Agnes Meyer mit an als Grund für ein langes Leben neben einer gesunden Lebensweise und positivem Denken. Sie ist Vorbild an „Engagement und Loyalität“ und wurde deshalb 2011 vom Bundesvorstand der Seniorenunion Deutschland in Berlin mit der Konrad-Adenauer-Medaille ausgezeichnet.

Den Weg gegangen

Die Jubilarin wirkt gut gelaunt, gesund und vital an ihrem Ehrentag. Sie habe sich nicht verbiegen lassen und sei ihren Weg gegangen, ist aus ihr herausbekommen. Agnes Meyer stammt aus einer sehr bekannten musikalischen Familie. Zu dieser gehörten der in Aachen geborene Opernsänger Willi Domgraf-Fassbaender (ihr Onkel), seine Tochter, die Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender und Koloratursopranistin Ina Fassbaender vom Landestheater in Dessau (Cousinen).

Im Alter von 16 Jahren studierte die junge Agnes auch Gesang, entschied sich aber, ihre „Brötchen“ in der Verwaltung zu verdienen. Von 1946 bis 1957 leitete Agnes Meyer das Einwohnermeldeamt in Kornelimünster und von 1971 bis zur Pensionierung 1986 arbeitete sie im gleichnamigen Amt in Stolberg, wo sie sich hauptsächlich um Ausländerangelegenheiten kümmerte.

Noch heute wird sie von vielen ausländischen Mitbürgern privat um Rat gefragt. Ihren Mann Hans Meyer, der mit Heinz Trimborn die Interessengemeinschaft Büsbach gründete, lernte sie 1954 kennen und lieben. Geheiratet wurde 1955, und seitdem ist sie Leserin der Stolberger Tageszeitung. Spricht man sie auf ihre Familie an, so reagiert sie sehr positiv. Ihr Stolz sind Sohn Peter, Schwiegertochter Birgit, ihre zwei Enkelinnen Marion und Verena sowie die drei Urenkel Lena, Julian und Raphael. Und natürlich gehört ihnen der Haupttag am Sonntag.

Offen für alles

Agnes Meyer ist auch im hohen Alter noch offen für alles und hilfsbereit für jedermann. Sie, die schon Angela Merkel persönlich kennengelernt hat und noch davon träumt, Helmut Kohl einmal zu begegnen, liebt immer noch Opern und Operetten.

In ihren Erinnerungen schwelgend, berichtet sie von dem gemeinsamen Auftritt mit dem Büsbacher Sänger Josef Otten in der Stadthalle. Aus der romantischen Operette „Land des Lächelns“ von Franz Lehár habe sie mit ihm im Duett gesungen. Es war zu der Zeit, als ihr Ehemann Vorsitzender des Gartenbauvereins war.

„Früher habe ich auch 50 Jahre lang in verschiedenen Kirchenchören gesungen“, sagt die Jubilarin, und ihre Augen leuchten. „Darunter war auch der Kirchenchor in Naumburg an der Saale, wo unsere Familie ein Jahr lang evakuiert war.“ Heute singt sie nur noch das „Ave Maria“ auf den Fahrten mit ihrer Zweitfamilie, bei der sie sich sehr wohl fühlt. „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe“, sagte Marlene Dietrich einst, die wie das Stolberger Geburtstagskind auch 90 Jahre alt geworden ist. Agnes Meyer lächelt und meint, dass sie diese Aussage unterstreichen würde.

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