Ärztliche Versorgung geschwächt: Unmut über Praxis-Umzug

Von: km
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Stolberg. „Ich halte es für eine Katastrophe für die ärztliche Versorgung in Stolberg, dass dort nun kein freier Radiologe mehr ansässig ist“, sagt die Ärztin für Innere Medizin Dr. Christiane Vohn. Wie diese Zeitung bereits am 12. Juli berichtete, hat Dr. Hartmut Michael-Wernerus seine radiologische Praxis am Kaiserplatz nach 14 Jahren aufgegeben und sich zum 1. Juli dem Medizinischen Versorgungszentrum „Radiologie 360°“ in Eschweiler angeschlossen.

In den Augen von Dr. Vohn hätten die Zuständigen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) den Wegzug von Dr. Michael-Wernerus nach Eschweiler verhindern oder für baldigen Ersatz sorgen müssen. Für eine Stadt von der Größe wie Stolberg sei das ein herber Verlust. Vor allem älteren Leuten sei es kaum zuzumuten, selbstständig und auf eigene Kosten den Weg zu einer der umliegenden Praxen auf sich zu nehmen. Ein Brief an den Vorstand der KV Nordrhein, auch im Namen weiterer Stolberger Ärzte, sei aber bislang unbeantwortet geblieben.

Ebenso hatte sich Bürgermeister Tim Grüttemeier bereits Ende Juni an die KV gewandt und seinen Unmut über die Entscheidung mitgeteilt. Es sei eine deutliche Schwächung der medizinischen Versorgung in Stolberg, sagt er. Außerdem sei Stolberg auch Anlaufstelle für Patienten aus den Voreifelgebieten, für die der Weg nun noch weiter werde. Der Pressesprecher der Stadt, Robert Walz, sieht die Tendenz bestätigt, dass sich immer mehr kleinere Praxen zusammenschlössen und Stolberg in diesem Fall definitiv nicht davon profitiere. Er betont aber auch, dass in Notfällen noch immer eine gute Versorgung durch das Stolberger Krankenhaus sichergestellt sei.

Aus wirtschaftlicher Sicht könne sie die Entscheidung verstehen, gibt Dr. Vohn zu. Dem Radiologen sei kein Vorwurf zu machen, doch es ärgere sie, dass es überhaupt dazu kommen musste.

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