Stolberg - Adler Werth und SV Gressenich planen Fusion

Adler Werth und SV Gressenich planen Fusion

Von: Kolja Linden
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Zwei Vereine, die vielleicht schon bald fusionieren. Die Verhandlungen laufen. Foto: (kol)

Stolberg. Wenn sich Donnerstagabend die Mitglieder von Adler Werth und des SV Gressenich zu ihren jeweiligen Versammlungen treffen, dann wird es vornehmlich um ein Thema gehen: die Fusion beider Vereine, womöglich noch in diesem Jahr.

Die Vorstände haben schon einige Vorarbeit geleistet, wollen ihre Mitglieder aber nicht mit den Fusionsplänen überfallen, sondern sie Schritt für Schritt mitnehmen. Und deshalb werden beide die Mitglieder umfassend informieren und um den Auftrag bitten, die Verhandlungen weiter voranzutreiben.

Vorantreiben möchte auch die Gestaltungsmehrheit aus SPD, FDP, Grünen und ABS im Stolberger Rat das Thema. „Fusionen sind ein Gebot der Stunde”, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Wolf und nennt neben sportlichen Gründen auch den Erhalt arbeitsfähiger Vorstände und Betreuer für eine reduzierte Zahl von Klubs.

Fraktionskollege Hans Kleinlein ergänzt: „Wenn durch Fusionen die Zahl der Sportstätten sinkt, bringt das auch Einsparungen für die Kommune.”

Deshalb soll die Stadt den Fusionsvereinen auch bestmöglich unter die Arme greifen. Darin ist man sich in der Koalitionsrunde einig und hat sich auf eine Marschroute festgelegt, die sich auf drei Grundsätze stützt: Erstens müssen Fusionen „hieb- und stichfest” sein, wie es Bert Kloubert (ABS) ausdrückt. Erst dann könne die Stadt aktiv werden, sagt auch Bernd Engelhardt (FDP): „Alleine die Ankündigung einer Fusion reicht dafür nicht.”

Grund seien Erfahrungen wie die des Stolberger SV mit dem SC Münsterbusch, die zeigen, dass ernsthafte Fusionsverhandlungen der Vorstände nicht zwangsläufig zum gewünschten Ergebnis führen. „Die Stadt kann nicht für alle theoretischen Vereinszusammenschlüsse detaillierte Sportstättenkonzepte in der Schublade haben”, sagt Dieter Wolf und liegt damit auf einer Linie mit der Verwaltung, für die Kämmerer und Sportdezernent Wolfgang Zimdars ergänzt: „Die Vorarbeiten dazu, von der Planung bis hin zu Umweltverträglichkeitsprüfungen, kosten viel Geld. Das vorab zu machen, wäre kein verantwortlicher Umgang mit Steuergeldern.”

Zweitens könne man pro Jahr nur die Entwicklung einer Sportstätte begleiten. „Mehr ist angesichts der finanziellen Situation der Stadt nicht möglich”, sagt Marita Stahl von den Grünen. Mittel werden aber auch dann nur fließen, wenn eine angemessene Eigenleistung des jeweiligen Fusionsvereins erbracht wird, „wie es beim VfL Vichttal in hervorragender Weise läuft”, so Bernd Engelhardt (siehe Infokasten). Das Beispiel des VfL zeigt aber auch, dass es nicht möglich ist, „dass die Stadt jedem Verein ein Stadion auf die grüne Wiese setzt.” Da in diesem Jahr der neue Kunstrasenplatz der Vichttaler im Vordergrund steht, wäre nach den Plänen der Gestaltungsmehrheit ein nächster Verein, zum Beispiel der aus Werth und Gressenich entstehende, im Jahr 2010 an der Reihe.

Drittens hat sich die Koalition darauf geeinigt, dass die Erlöse aus dem Verkauf frei werdender Sportplatzgrundstücke Bedingung sind für die Finanzierung moderner Sportstätten. Diese Mittel können in einem Pool zusammengefasst werden, aus dem alle Fusionsvereine schöpfen können.

Mit dieser Marschroute sieht sich die Gestaltungsmehrheit als „berechenbarer Partner der Vereine”, sagt Dieter Wolf und macht deutlich: „Nach vollzogenen Fusionen steht die Stadt in der Pflicht.”
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