Stolberg-Büsbach - Adler Büsbach: „Wir werden im Jahr 2018 auf Kunstrasen spielen“

Adler Büsbach: „Wir werden im Jahr 2018 auf Kunstrasen spielen“

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Jugendleiter Jörg Mauelshagen (v. l.), der Adler-Vorsitzende Günter Mauelshagen und Holger Schulz vom Kunstrasen-Team wollen schon in 2018 die rote Farbe auf dem Kranensterz gegen grüne Tauschen.

Stolberg-Büsbach. Auf dem Kranensterz in Büsbach soll die nächste moderne Sportstätte in der Stadt Stolberg entstehen. Dort möchte der FC Adler Büsbach schon in 2018 auf Kunstrasen trainieren und spielen. Mit dem Jugendleiter des Traditionsvereins, Jörg Mauelshagen, sprach Dirk Müller über die Ambitionen des Büsbacher Fußballklubs.

Wie sind Sie Jugendleiter des FC Adler Büsbach geworden?

Mauelshagen: Das ist eine lange Geschichte, die eigentlich damit beginnt, dass ich meine eigene Jugendzeit kickend beim Adler verbracht habe. Als ich 16 Jahre alt war, bin ich allerdings zur Alemannia Aachen gewechselt, damit ich in der höchsten Jugendklasse spielen konnte. Weitere Stationen waren Dürwiß und Blau-Weiß Aachen, bis ich mit 21 Jahren wieder zum Adler zurückgekehrt bin. Jetzt bin ich schon seit mehr als zehn Jahren Leiter der Jugendabteilung in Büsbach.

Als Adler Büsbach bereits Ende 2012 erstmals das ehrgeizige Kunstrasen-Vorhaben in der Öffentlichkeit verkündete, wurde das Vorhaben von vielen Seiten eher belächelt, weil es keine Fusionspläne gab und auch kein Bauland konkret veräußert werden konnte.

Mauelshagen: Es mag sein, dass einige Leute dachten, wir könnten der Stadt nichts bieten. Das sehen wir aber anders, denn wir hatten die vage, aber wie sich heute zeigt, begründete Hoffnung, Bauland abgeben zu können. Und auch eine mögliche Fusion war bereits ein Thema für uns. Außerdem hat der FC Adler Büsbach eine der größten Jugendabteilungen in Stolberg. Dadurch erfüllen wir wichtige Aufgaben für das Allgemeinwohl.

Welche Aufgaben für das Allgemeinwohl meinen Sie?

Mauelshagen: Kinder und Jugendliche lungern nicht auf der Straße herum, sondern treiben bei uns gesundheitsfördernden Sport. Sie nehmen am Vereinsleben teil und trainieren sowohl Fußball als auch soziale Kompetenzen. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Respekt, fairer und freundschaftlicher Umgang miteinander sind wichtige Dinge, die dem Nachwuchs bei uns quasi nebenher vermittelt werden. Ebenso wie Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, mit Niederlagen zu leben.

Zumal wir uns dem Breitensport verschrieben haben und nicht erfolgs- und leistungsorientiert arbeiten. Bei uns soll jeder Fußballspielen können, der das will. Was natürlich auch für alle Menschen mit Migrationshintergrund gilt und erst recht für Menschen, die vor Krieg und Folter fliehen: Der FC Adler Büsbach ist ein Verein, der alle in seinen Reihen willkommen heißt und damit auch eine wichtige Integrationsarbeit leistet.

Und inwieweit war eine mögliche Fusion ein Thema beim Adler Büsbach?

Mauelshagen: Wir haben uns ernsthaft mit dem Gedanken befasst und auch Sondierungsgespräche mit anderen Vereinen geführt. Letztendlich ist jede mögliche Fusion allerdings an unserer eigenen positiven Situation gescheitert: Wir haben derzeit etwa 400 Mitglieder, davon sind rund 180 aktive Kinder und Jugendliche. Von den Minis, die noch keine sechs Jahre alt sind, bis hin zur A-Jugend sind alle Jahrgänge besetzt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass unser Platz am Kranensterz voll ausgelastet ist. In Zeiten der Ganztagsschule beginnen die Trainingseinheiten erst am späteren Nachmittag, und auf unserem Platz wird von montags bis freitags durchgängig trainiert. Die Wochenenden gehören dem Spielbetrieb. Eine Fusion mit einem anderen Verein würde bedeuten, dass noch mehr Mannschaften auf dem Kranensterz trainieren und spielen müssten, was einfach nicht funktioniert, denn der Platz ist bereits völlig ausgelastet.

Dennoch kooperiert der Büsbacher FC jetzt in der Jugendarbeit mit der DJK Sportfreunde Dorff.

Mauelshagen: Was sinnvoll und gut ist, aber keinerlei Anzeichen für eine anstehende Fusion. Sowohl der Adler Büsbach, als auch die Sportfreunde Dorff werden definitiv eigenständige Vereine bleiben. Trotzdem profitieren beide Seiten von der Kooperation im Jugendbereich: Wenn es bei dem einen Verein Überhänge, also zahlenmäßig sehr große Jahrgänge gibt, und bei dem anderen Verein Spieler fehlen, um eine Mannschaft zu komplettieren, ergänzen wir uns gegenseitig. Das gilt für das Training ebenso wie für den Spielbetrieb.

Zurück zum Kunstrasen: Wie ist der aktuelle Sachstand am Kranensterz?

Mauelshagen: Tatsächlich ist die mögliche Modernisierung unserer Anlage in greifbarere Nähe gerückt, das Projekt ist konkreter denn je. Die Stadt Stolberg hat das Gelände der ehemaligen Propst-Grüber-Schule verkauft, damit ein Investor dort ein neues Pflegezentrum bauen kann.

Auch auf dem Areal, auf dem sich die alten Tennisplätze vom Adler Büsbach befunden haben. So werden wir quasi indirekt an dem Verkaufserlös beteiligt, und die Stadt investiert 200.000 Euro in die Modernisierung unseres Sportplatzes und 30.000 Euro in die Modernisierung unseres Vereinsheims. Allerdings nur, wenn die Finanzierung der gesamten Baumaßnahme in trockenen Tüchern ist.

Wie hoch kalkuliert der FC die Kosten für die gesamte Modernisierung?

Mauelshagen: Das Gesamtvolumen der Investition liegt bei fast 500.000 Euro. Das heißt, wir erhalten insgesamt 230.000 Euro von der Stadt, müssen aber als Verein etwa 270.000 Euro selbst finanzieren. Dabei freuen wir uns sehr über Spendengelder und Sponsoring, greifen auf Rücklagen in der Vereinskasse zurück, und wir haben einen Kredit bei der NRW-Bank beantragt.

270 000 Euro Eigenanteil ist eine Menge Geld für den Verein. Lohnt sich die Investition?

Mauelshagen: Auf jeden Fall. Der FC Adler Büsbach ist seit Jahren gut aufgestellt, und das soll er auch in Zukunft bleiben. Wenn wir irgendwann von zeitgemäßen Sportstätten umringt sind, in denen über das ganze Jahr unter guten Bedingungen trainiert werden kann, würden wir dann mit unserem jetzigen Aschenplatz im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Stattdessen möchten wir die ortsnahe Möglichkeit erhalten, im Verein Fußball zu spielen, und dieses Angebot noch attraktiver machen. Und damit auch den ganzen Stadtteil. Büsbach hat Kindertagesstätten, eine Grundschule, einen neuen Spielplatz, und ein weiterer soll folgen, sowie Seniorenheime.

Es gibt eine intakte Infrastruktur mit vielen guten Einkaufsmöglichkeiten, diversen gastronomischen Angeboten und mehrere aktive Vereine. Moderne Sportstätten wie hoffentlich bald am Kranensterz oder auch die neue Turnhalle an der Bischofstraße, die im Jahr 2020 fertiggestellt sein soll, erhöhen die Attraktivität des Ortes und machen den Stadtteil damit für alle Generationen interessanter.

Wann wird in Büsbach auf Kunstrasen gespielt?

Mauelshagen: Wir glauben fest daran, noch in 2018 auf Kunstrasen trainieren und spielen zu können. Sobald die NRW-Bank grünes Licht gibt, also die Kreditzusage erfolgt, kann die Baumaßnahme theoretisch beginnen. Da wir aber mit einer zwei- bis dreimonatigen Bauphase kalkulieren, wäre es wünschenswert, dass die Baumaßnahme auch in die spielfreie Zeit der Sommerpause fällt.

Denn der Vorstand des FC Adler Büsbach setzt alles daran, dass es im Zuge der Modernisierung keine Ausfälle bei Training und Spielbetrieb gibt. Deswegen hoffen wir auch auf die Unterstützung befreundeter Vereine, deren Plätze nicht zu stark ausgelastet sind. Sie können uns helfen, die Baumaßnahme zu überbrücken. Die Wartezeit bis zum Start der umfassenden Modernisierung unserer Sportstätte vertreiben wir uns übrigens nicht nur mit dem normalen Trainings- und Spielbetrieb. Zwischenzeitlich steht nämlich auch noch ein echtes Sport-Highlight an.

Welches sportliche Highlight ist das?

Mauelshagen: Der FC Adler Büsbach richtet im Februar 2018 eines der größten Jugend-Hallenturniere in der Region aus. An den Wochenenden 3. und 4. Februar sowie 17. und 18. Februar muss in der Halle des Goethe-Gymnasiums das Runde ins Eckige. Obwohl Mannschaften sich dafür noch bis zum 1. Januar 2018 anmelden können, verzeichnen wir jetzt schon 110 teilnehmende Teams, und nur noch zehn Plätze sind frei. Interessenten können sich auf unserer Internetseite anmelden: www.adler-buesbach.de.

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