Abwechslungsreiche Komödie: „Außer Kontrolle“ begeistert Publikum

Von: Leona Otte
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Richard Willey (Michael Straten) und Jane Worthington (Julia Heinen) diskutieren über die verflixte Situation. Toter (Marco Heil) fällt die ganze Zeit um. Foto: L. Otte

Stolberg-Büsbach. „Ich sehe schon die Schlagzeile: Staatsminister bei Sexorgie mit Leiche und Sekretärin erwischt!“, ruft Richard Willey, gespielt von Michael Straten, bei der Theateraufführung des Stückes „Außer Kontrolle“ mit Panik in der Stimme.

Die Situation ist aber auch einfach zu verflixt. Eigentlich wollte der Minister nach Ankunft im Westminster-Nobelhotel die Zeit vor seiner Rede im Parlament in einer romantischen Liaison mit der attraktiven Sekretärin der Opposition, Jane Worthington (Julia Heinen), verbringen. Eigentlich…

Zum zweiten Mal kamen die Darsteller der Theatergruppe „Spielfreunde 2010“ am Samstagabend ins Büsbacher Angies. Diesmal als Inszenierung im Scheinwerferlicht: die irrwitzige Komödie aus der Feder von Autor Ray Cooney.

Die Regisseurin, Stefanie Otten, verrät noch bevor das Licht aus- und der Spot angeht, dass es heute die Premiere sein wird: „Ich merke, dass alle super angespannt sind. Ein Jahr lang haben wir dreimal die Woche dafür geprobt. Doch ich bin mir sicher, dass die Zuschauer super viel Spielfreude auf der Bühne zu sehen bekommen werden“, sagt Otten.

Hier hätte alles so schön sein können. Zwischen den Charakteren knistert es anfangs gewaltig, romantische Musik erfüllt die Suite und Champagner, Kaviar und Austern stehen auch schon bereit. Als Jane Worthington die Vorhänge am Fenster beiseite schiebt, um einen Blick auf die Stadt zu werfen, durchfährt sie ein bis ins Mark erschütternder Schrei: „Ja, ich weiß, die Aussicht ist wirklich zum Schreien“, pflichtet ihr Richard Willey plaudernd bei, während die arme Sekretärin entgeistert auf eine Leiche (Marco Heil) starrt, die zwischen den Fensterrahmen eingeklemmt ist.

Der Schock ist groß, als auch Mr. Willey die Situation registriert. Was also tun in einer solch prekären Lage, wo doch Karriere und Ehe gleichermaßen auf dem Spiel stehen? Ganz klar: Die Leiche muss fort. „Ich hatte am Montag schon mal die Möglichkeit in die Generalprobe reinzuschauen und muss sagen, mir gefällt es sehr gut. Es ist interessant wie bühnenreif das Stück jetzt ist und wie es dargeboten wird“, erzählt Zuschauerin Sarah Eggen, die sich mit ihrer Mutter auf den Weg nach Büsbach gemacht hat. Sibylle Eggen ergänzt: „Vor allem hat der Hauptdarsteller das richtig gut im Griff. Ich finde er lebt die Rolle förmlich und hält die gesamte Inszenierung in Spannung.“ Für die geplante Nacht-und-Nebel-Aktion eilt nun Mr. Willey und Jane Worthington der herzensgute, etwas naive Privatsekretär des Ministers, George Picton (Bernhard Bienemann), zur Hilfe: „Mr. Willey, wie konnten Sie nur?“ echauffiert er sich über das sich Zutragende. „Ich konnte noch gar nicht!“, kontert Willey zurück, so dass das Publikum aus vollen Herzen lachen muss.

Das Schicksal meint es auch im weiteren Verlauf nicht gut. Die Beseitigung des „Problems“ erweist sich als regelrechte Prozedur, funken doch Brigitte Keldenich-Bergstein, Katharina Hugot, Anne Papenfuß, Thomas Häusler sowie Susanne Hermann mit ihren Rollen die ganze Zeit dazwischen.

Mit Witz, Pep, Turbulenz, einer unerwarteten Wendung nach der anderen und einem Fenster in der Nebenrolle, durch das man lieber nicht steigen sollte, begeisterten die neun Spielfreude aus Aachen und Umgebung das gesamte Publikum: „Wenn man Freude am Spiel hat, dann funktioniert der ganze Auftritt gut. Ich persönlich hatte meine Rolle sehr klar, auch wenn Richard Willey ganz anders ist, als ich persönlich bin“, äußert Hauptdarsteller Michael Straten im Nachhinein. Auch Zuschauerin Nicole Misamer aus Wuppertal ist happy: „Die Fahrt hierher hat sich definitiv gelohnt.“ Am 19. und 20. Mai werden die Spielfreunde 2010 mit ihrem Stück nochmals im Burghoftheater zu sehen sein.

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