Abwasser und Abfall werden in Stolberg deutlich teurer

Von: Jürgen Lange
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Um durchschnittlich 3,7 Prozent steigen die Kosten für die Abfallentsorgung im kommenden Jahr; als Grund werden allgemein gestiegene Kosten angegeben. Foto: J. Lange

Stolberg. Das Leben in der Kupferstadt wird im kommenden Jahr deutlich teurer. Sowohl die kostendeckend erhobenen Gebühren für die Entsorgung des Abfalls wie auch des Abwassers steigen; gesenkt werden kann die Straßenreinigungs- und Winterdienstgebühr.

Künstlich mit erheblichen Subventionen konstant gehalten werden sollen die Bestattungskosten. Am Dienstag entscheidet der Stadtrat über die neuen Gebührensatzungen für 2017.

Abwasser

Besonders drastisch fällt die Erhöhung der Abgaben für Schmutzwasser um 22 Cent (8,53 Prozent) auf 2,80 Euro/m³ sowie für Niederschlagswasser um 14 Cent (12,1 Prozent) auf 1,30 Euro/m² aus. Als Ursache gibt die Verwaltung steigende Kosten für Personal und Energie an. Gleichzeitig ist der Frischwasserbezug leicht rückläufig. Während Privathaushalte ein recht konstantes Verbrauchsverhalten zeigten, habe die Industrie als Großabnehmer über fünf Jahre gemittelt ihren Wasserverbrauch weiter reduziert.

Die Betriebsabrechnung für 2015 hat zwar einen Überschuss in Höhe von rund 279.000 Euro ergeben, die gebührenreduzierend in die Kalkulation eingerechnet werden; allerdings war der Überschuss aus dem Vorjahr mit einem Volumen von rund 963.000 Euro wesentlich spürbarer. Unter dem Strich muss ein Aufwand von 8,317 Millionen Euro (+9,39) durch 2,97 Millionen Kubikmeter Frischwasser (-1,1 ) gedeckt werden, was 2,80 Euro/m³ ausmacht.

Beim Niederschlagswasser ist die Entwicklung vergleichbar. Die Summe befestigter Flächen ist durch Entsiegelung oder Versickerung vor Ort um rund 13.000 auf 6,06 Millionen Quadratmeter gesunken. Der Gebührenbedarf ist um 12,5 Prozent auf 7,84 Millionen Euro gestiegen. Reduzierend werden Überdeckungen aus Vorjahren in Höhe von 561.661 Euro eingebracht. Für 2016 waren noch rund 1,3 Millionen Euro ausgeschüttet worden.

Bei Kleinkläranlagen steigt die Gebühr um 16 Cent auf 30,86 Euro/m³. Für abflusslose Gruben sind ohne Frischwasserbezug 23,09 Euro/m³ (+32 Cent) und mit Frischwasserbezug 2,80 Euro/m³ zu zahlen.

Abfall

Obwohl die Kostensätze der Müllverbrennungsanlage Weisweiler nahezu konstant bleiben, steigen die Gebühren für die Abfallentsorgung um rund 3,7 Prozent. Als Grund werden allgemeine Kostensteigerungen und geringere Überdeckungen aus Vorjahren bei konstantem Litervolumen angegeben.

Bei den Müllmengen sind das Aufkommen von Restmüll um 0,7 Prozent und Papier um 2,4 Prozent leicht rückläufig; Sperrmüll (13,7 ) und Grünabfall (11,3 ) legten zu. Beispielsweise kostet im kommenden Jahr (2016) die 35-Liter-Ringtonne bei wöchentlicher Leerung 227,28 (219,12) Euro, die 60-Liter-Eurotonne bei 14-täglicher Leerung 202,36 (195,36) Euro oder die 120-Liter-Tonne bei wöchentlicher Leerung 727,92 (702) Euro.

Straßenreinigung

Die milden Winter der vergangenen Jahre wirken sich ebenso mildernd bei den Straßenreinigungsgebühren aus. Die Betriebsabrechnung 2015 hat beim Winterdienst einen Überschuss von rund 281.000 Euro, bei der Straßenreinigung ein Minus von 7800 Euro ergeben. Zudem müssen noch Überdeckungen in Höhe von 213.000 Euro aus Vorjahren eingerechnet werden.

Unter dem Strich reduziert sich die Gebühr nur für Winterdienst um 97 Cent auf 2,03 Euro je Frontmeter. Die Gebührenanteile für Straßenreinigung steigen eigentlich um 25 auf 66 Cent je Frontmeter, was durch den Winterdienstanteil kompensiert werden kann; die kombinierte Gebühr sinkt um 72 Cent auf 2,69 Euro je Frontmeter.

Bestattungswesen

Rund 1,53 Millionen Euro müssten von den Angehörigen aufgebracht werden, um die Friedhofsgebühren im kommenden Jahr kostendeckend zu gestalten. Das würde erneut zu einem drastischen Anstieg der Bestattungskosten führen, das wiederum zu einem Rückgang der Fallzahlen mit weiter steigenden Gebührensätzen.

Seit 2013 wählt die Kupferstadt einen anderen Weg, in dem sie die Bestattungs- und Nutzungsentgelte in etwa auf dem Stand des Jahres 2010 eingefroren hat, um dem Bestattungstourismus zu begegnen. Die Strategie zeige Erfolg, analysiert Tobias Röhm mit Blick auf die Sterbestatistik. Fallzahlen und Einnahmen entwickelten sich tendenziell nach oben, so der Technische Beigeordnete.

Das bedeutet auf der anderen Seite, dass die Friedhofsgebühren aus allgemeinen Haushaltsmitteln erheblich subventioniert werden müssen. Bei konstanten Gebührensätzen wird anhand der prognostizierten Fallzahlen (366 Nutzungsrechte, 467 Bestattungen, 40 Fälle mit Samstagsgebühr und 353 Trauerhallennutzungen) ein Kostendeckungsgrad von 72,74 Prozent erreicht. Das bedeutet eine Subventionierung des Friedhofwesens mit 417.093 Euro.

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