Abschied von der Einbahnstraße in Büsbach

Von: Jürgen Lange
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Die offizielle Entscheidung wird zwar erst am kommenden Donnerstag fallen, aber bereits heute ist klar, dass die Galmeistraße (Bild) und die Bischof­straße in Büsbach nicht zu Einbahnstraßen werden. Foto: J. Lange­

Stolberg. Das Thema war so etwas wie das Sommertheater des Jahres; der große Aufreger in Büsbach. Aber spätestens nachdem sich Anfang diesen Monats die zuständigen Ortsverbände von CDU und SPD positioniert hatten, war absehbar, dass der Verkehr in Büsbach weiterhin in alt gewohnten Bahnen fließen wird. Nun rät auch die Verwaltung ab von einer Einbahnstraßen-Regelung im Herzen des Dorfes.

Es war Karl-Wilhelm Stettner, der im Juli mit einem von rund 140 Unterzeichnern mitgetragenen Bürgerantrag die Debatte um eine Einbahnstraßenregelung für die oberen Teile von Bischof- und Galmeistraße angestoßen hatte. Prompte Gegenrede kam vom Aktionsring Handel und Handwerk, dessen Vorsitzender Georg H. Braun vor problematischen Verkehrssituationen an der Einmündung der Galmei- in die Konrad-Adenauer-Straße sowie vor Schule und Kindergarten in der Dell warnte.

Mittlerweile liegen der Verwaltung die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vor, die die Verwaltung zu beiden möglichen Alternativen eines Einbahnverkehrs befragt hatte. Überwiegender Tenor der Antworten ist eine Ablehnung des Bürgerantrages. Lediglich die Aseag würde sich nicht an einer Einbahnstraße stören, wenn diese in Fahrtrichtung der Linie 62 die Bischofstraße bergab führen würde, wertet Rainer Lewandowski. Das Nahverkehrsunternehmen würde es sogar begrüßen, wenn dann an der Einmündung zum Lehmkaulweg eine separate Linksabbiegerspur zur Leistungssteigerung der Kreuzung eingerichtet werden könnte.

Als eine „ungünstige Lösung“ kennzeichnet Dr. Josef Michels vom Kirchenvorstand St. Hubertus als Träger der integrativen Tagesstätte die Einbahnstraßen-Vorschläge. Es würde nur ein Ringverkehr um den Block geschaffen, der den Büsbachern Umwege aufbürde und für mehr Verkehr vor dem Kindergarten in der Dell sorgen würde, führt der Vorsitzende des Kindergartenausschusses des Kirchengemeindeverbandes Stolberg Süd an. Dabei würde auch die Verkehrssicherheit verschlechtert. „Deutlich mehr Sicherheit bringt das schon jetzt von der Schule praktizierte Projekt, dass die Kinder nicht mehr mit dem Auto gebracht werden, sondern in Gruppen zu Fuß zur Schule kommen“, sagt Michels.

Auf dieses Projekt verweist auch Irmgard Remmert: „Eine dauerhafte Veränderung der Verkehrsführung halten wir nicht für notwendig und sinnvoll“, schreibt die Rektorin nach Beteiligung der Schulgremien.

Allerdings würde die Büsbacher Grundschule es begrüßen, wenn im Kreuzungsbereich Dell/Galmeistraße der Gehweg von der Fahrbahn der „Dell“ durch erhöhte Bordsteinkanten abgegrenzt würde, ein Fußgängerüberweg im oberen Teil Galmeistraße eingerichtet wird zur Optimierung der Schulwegsicherung und ein Verbot für Schwerlastverkehr ausgesprochen werden würde.

Klar positioniert sich ebenfalls die Stolberger Feuerwehr: „Eine Einbahnstraßen-Regelung wird nicht befürwortet, da es sich in jedem Fall um eine Verschlechterung der bereits kritischen Verkehrssituation für die Feuerwehr handeln wird“, konstatiert Stadtbrandinspektor Andreas Dovern. Bereits heute sei die Situation für die Feuerwehr angesichts der engen Fahrgasse in der Dell alles andere als optimal. „Ausweichmöglichkeiten bestehen kaum und nicht selten sind die Fahrgassen für das Einsatzfahrzeug der Löschgruppe Büsbach nicht oder nur schwer passierbar“, analysiert Dovern. Mit einer weiteren Reglementierung würde die Verkehrssituation sich verschlechtern und das Ausrücken der Löschgruppe weiter erschwert.

Allesamt Argumente, die auch die Polizei in ihrer ablehnenden Stellungnahme aufführt. Die beiden überbreiten Fahrbahnen als Einbahnstraßen auszuweisen würde das Geschwindigkeitsniveau gravierend erhöhen, und durch die Steigung der Galmeistraße könne es beim Ein- oder Abbiegen zu Unfällen kommen, während die derzeitige Unfalllage unauffällig sei, argumentiert Polizeihauptkommissar Siegfried Hess: „Wir stimmen nicht zu.“

Auf seiner Sitzung am Donnerstag, 4. Dezember, dürfte somit im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt auch offiziell der Schlussstrich unter das Thema gezogen werden.

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