Stolberg-Atsch - Ab Montag wird der Verkehr in Atsch beruhigt

Ab Montag wird der Verkehr in Atsch beruhigt

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Bislang wurde versucht mit provisorischen Baken die Verkehrsbelastung auf der Sebastianusstraße in den Griff zu bekommen. Ab Montag werden vier Querungshilfen eingebaut und vier Bushaltestellen umgestaltet. Foto: J. Lange
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Ortsumgehung Eilendorf mit Anschluss an die A44.

Stolberg-Atsch. Die Vorgeschichte reicht zurück in die 1990er Jahre: Die Planung einer Ortsumgehung für Eilendorf (L 221n) soll Stolberg den lang ersehnten Anschluss an die Autobahn bringen. Der ist an der A44 vorgesehen im Bereich des Aachener Kompostplatzes an der Debyestraße.

Von dort aus soll die Umgehung zur Von-Coels-Straße (L221) nahe der Einmündung der Sebastianusstraße (L236) führen. Seit Bekanntwerden des Vorhabens sorgen sich die Atscher und Münsterbuscher über eine deutliche Zunahme des Verkehrs auf den beiden Hauptverkehrsachsen in ihren Stadtteilen.

Deutliche Zunahme des Verkehrs

Über die Achse Buschmühle / Cockerillstraße (L221) rollen laut Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2010 rund 7800 Fahrzeuge täglich; auf der Sebstianusstraße sind es 5100 Fahrzeuge. Durch den Autobahnanschluss wird die Belastung deutlich zunehmen. Die Prognose für das Jahr 2025 erwartet auf der L221 eine Steigerung auf 10.700 Fahrzeuge und für die Sebastianus­straße sogar auf 12.800 Fahrzeuge täglich.

Steigerung der Verkehrssicherheit

Vor diesem Hintergrund ist der Knoten Atsch Dreieck bei seiner Neugestaltung im Rahmen der Ansiedlung des Fachmarktzentrums auf dem Kistenplatz bereits auf zukünftige Verkehrsbelastungen ausgelegt worden. Am Montag beginnen nun die Arbeiten zu einer Steigerung der Verkehrssicherheit auf der Sebastianusstraße in der Atscher Ortsdurchfahrt. Vier Querungshilfen werden eingebaut und vier Bushaltestellen umgestaltet.

Allerdings sind diese Maßnahmen nur noch ein Teilstück einer umfassenderen Planung, die der Landesbetrieb Straßenbau im Rahmen des Radwegeausbaus umsetzen wollte. Allerdings stoppte eine Beschwerde eines vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) unterstützen Mitbürgers beim Düsseldorfer Verkehsminister Michael Groschek das Vorhaben.

Aufgrund streckenweise nicht ausreichender Straßenbreite sah die Planung abschnittsweise eine Radwegeführung über Gehwegbereiche vor; dies ist nach neuen Richtlinien aber nicht mehr gestattet. Da der Landesbetrieb aufgrund der Verhältnisse vor Ort aber keine Alternativplanung erarbeiten konnte, wanderten die Pläne für den Radweg komplett in den Papierkorb.

Umgesetzt werden in Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger jetzt nur noch die Maßnahmen, die Stolberg zusteuern wollte und ohnehin aus eigener Tasche hätte bezahlen müssen. Rund 450.000 Euro nimmt die Kupferstadt in die Hand, um so die Sebastianusstraße zumindest ein wenig sicherer machen zu können.

Die Arbeiten werden ab Montag unter Vollsperrung der jeweils betroffenen Bereiche durchgeführt. Der überörtliche Verkehr wird umgeleitet über Buschmühle und Cockerillstraße. „Der Anliegerverkehr bis zur jeweiligen Baustelle ist immer möglich“, sagt Bernd Kistermann. Ortskundige können die punktuellen Baustellen über die Nebenstraßen umfahren, so der Leiter des Amtes für Immobilienmanagement und technische Infastruktur.

Diesen Umweg würden auch die Busse der Linie 22 sowie die Nachtbuslinie 8 nehmen. Laut Aseag werden im Rahmen der ersten beiden Ausbauschritte die Linien über Pastor-Keller-, Hamm- und Friedhofstraße geführt. Für die aufgehobenen Haltestellen Nordstraße werden Ersatzhaltestellen in der Friedhofstraße eingerichtet.

Für die aufgehobene Haltestelle Kirche in Fahrtrichtung Eilendorf wird eine Ersatzhaltestelle in der Pastor-Keller-Straße und für die Fahrtrichtung Stolberg in der Sebastianus­straße vor Haus Nr. 42 eingerichtet. Wie die Umleitungen für den Linienverkehr bei den weiteren Ausbauschritten gestaltet werden, ist derzeit noch offen.

Baubeginn an der Kirche

Begonnen wird zunächst mit den Arbeiten im Bereich der Kirche. Dort werden die beiden Haltestellen umgebaut. Die Bürger­steigsbereiche werden verbreitert und mit taktilen Elementen barrierefrei ausgestaltet. Zukünftig werden die Busse hier hälftig auf der Straße halten, um so den Verkehr zu bremsen.

Voraussichtlich werden in der Folge die Maßnahmen in Richtung Eilendorf angepackt. Vor Haus Nr. 70 wird eine Querungshilfe eingebaut, Vor der Einmündung der Nordstraße wird eine Fahrbahneinengung angelegt. Und zwischen Rehgrund und Dachsweg werden ebenfalls die beiden Haltestellen umgestaltet sowie eine Querungshilfe eingebaut.

Im Zuge der Arbeiten wird auch der „Starenkasten“ demontiert; das Radargerät soll später an einer anderen Stelle wieder aufgestellt werden. Zudem erfolgt der Einbau einer Querungshilfe an der Einmündung der Goethestraße – voraussichtlich als letzter Arbeitsschritt des Paketes. „Wenn das Wetter mitspielt und alles nach Plan läuft sollen die Arbeiten bis Ende Januar abgeschlossen werden können“,so Kistermann weiter.

Vorentwürfe in Prüfung

Bei weitem noch nicht abgeschlossen sind derweil die Planungen für die Ortsumgehung Eilendorf und den Autobahnanschluss. Der Landesbetrieb Straßenbau hatte zwar bereits Ende 2005 erste Entwürfe bei einer Bürgerversammlung im Rathaus mit den Stolbergern diskutiert, musste dann aber andere Projekte vorrangig bearbeiten. Derzeit sind die Vorentwürfe in Prüfung. Eingearbeitet werden sollen noch die Ergebnisse der 2015 erarbeiten Verkehrsprognosen für 2020, die dem Landesbetrieb aber noch nicht vorliegen.

Im kommenden Jahr sollen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erarbeitet werden, das in der Regel zwei Jahre dauert. Frühestens 2018 könnte die Offenlage erfolgen. Wann Rechtskraft eintritt und gebaut werden kann, ist offen.

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