Stolberg - Aachener Straße: Und täglich grüßt der lange Stau am Dollgarten

Aachener Straße: Und täglich grüßt der lange Stau am Dollgarten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Der große Stau zur Morgenstunde auf der Finkensiefstraße (L 221) vor der Lichtzeichenanlage an der Zweifaller Straße (L 238) – zeitweise bis zur Autowaschanlage am Büsbacher Berg. Foto: J. Lange
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Der große Stau am Nachmittag auf der städtischen Zweifaller Straße vor der Ampel zur Europastraße (L 238) sowie auf der Zufahrt von Burg-Center und Kaufland – zeitweise reicht er bis zur Aachener Straße zurück. Foto: J. Lange
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Rohre mit der Truffel frei gelegt: Auf diesen Abschnitt zwischen Burgstüttgen und Klüttgens-Wiese soll noch in diesem Jahr die Bitumenschicht. Foto: J. Lange

Stolberg. Bill Murray und Andie McDowell sind sicherlich nicht unter den Autofahren, die täglich zwischen Büsbach und der Innenstadt pendeln müssen. Aber ähnlich wie den beiden Schauspielern im Spielfilm täglich das Murmeltier grüßt, stecken zahlreiche Berufspendler alltäglich im langen Stau am Dollgarten.

Seit vor einem Monat der Ausbau der als vom Stadtrat ausdrücklich als verkehrswichtig eingestuften Aachener Straße begann, hat sich die Situation auf den Ausweichstrecken keineswegs entschärft.

4100 Autos weichen täglich aus

Betroffen sind in erster Linie die Finkensiefstraße (Landesstraße 221) im Bereich der Einmündung zur Europastraße (L 238) während der Morgenstunden sowie im Berufsverkehr die städtische Zweifaller Straße, die am Tunnel der Europastraße in die L 238 mündet.

Staut sich auf der Finkensiefstraße zur Morgenstunde die Autofahrer zeitweise bis zur Waschanlage am Büsbacher Berg zurück, so ist während des Nachmitttags der kleine Ast der Zweifaller Straße dicht bis an den Willy-Brandt-Platz. Dort wird die Situation gleich noch erschwert durch die Ausfahrt der Parkplätze von Burg-Center und Kaufland: Auf der stadtauswärts weisenden Fahrspur stauen sich die Auto zeitweise bis zur Parkhaus-Ausfahrt.

Eine Alternative zur endlos langen Wartezeit in Oberstolberg ist kaum in Sicht. Der Weg durch die Innenstadt, um über den Schellerweg auf die Europastraße oder nach Münsterbusch zu gelangen, ist jedenfalls keine Alternative. Der Schellerweg ist bereits im Alltag ohne Baustelle auf ihm selbst und auf der Aachener Straße während der Rushhour absolut überlastet. Dann staut sich vor der Ampel zur Landesstraße der Verkehr auf dem Steilstück ohnehin zurück bis in die Rathausstraße.

Da könnte allenfalls noch der Versuch, eine flüssige Fahrstrecke in Richtung Heimat zu finden, auf den Mühlener Ring und den Fettberg führen, um durch Münsterbusch oder Buschmühle weiter nach Büsbach oder in Richtung Aachen zu gelangen. Allerdings erscheint dies ein Umweg zu sein, dem die wenigsten Autofahrer zugeneigt sind. Jedenfalls sind diese Strecken seit Sperrung der Aachener Straße nicht wesentlich mehr belastet als zu üblichen Zeiten.

Der erste Monat der Baustelle hat jedenfalls unter Beweis gestellt, dass die Entscheidung des Rates, die Aachener Straße als verkehrswichtig einzustufen, richtig war. Dies geschah zwar vor dem Hintergrund, dass lediglich der Ausbau derart bedeutende Verkehrswege mit Bundesmitteln bezuschusst werden. Aber auch die Zahlen, die im Rahmen der Verkehrsuntersuchung für das westliche Stadtgebiet im September 2010 auf den Tisch kamen, sprechen eine deutliche Sprache.

Demnach wurden im Tagesdurchschnitt auf der Finkensief­straße 7300 Fahrzeuge und in ihrem Einmündungsbereich mit der Europa- / Zweifaller Straße (L 238) 15.400 Fahrzeuge gezählt. Hinzu kommen nun offensichtlich ein Großteil der 4100 Verkehrsteilnehmer, die bislang die Aachener Straße benutzen konnten. Für das städtische Teilstück der Zweifaller Straße wies das Gutachten eine Belastung von 2000 Fahrzeugen im Tagesschnitt auf – eine Zahl, die der heutigen Realität kaum noch standhalten kann.

Eine Perspektive für die weitere Bauzeit auf der Aachener Straße, die bis Ende 2014 andauern soll, ist derzeit nicht in Sicht. Jedenfalls konnte die Verwaltung auf der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses auf Nachfragen der Politik weder eine Alternative aufzeigen noch zeigte sie sich gewillt, eine Initiative zu ergreifen.

Detlev Maschler und Rolf Pompejus (SPD) sowie Fritz Thiermann (CDU) schilderten der Verwaltungsbank eindringlich die Situation, dass während der Hauptverkehrszeiten zu wenige Autos die Ampeln passieren könnten, warnten vor gefährlichen Situationen bei Winterwetter und hinterfragten eine Anpassung der Ampelschaltungen der L 238 an Finkensief- und Zweifaller Straße sowie dem Schellerweg. Dort, so berichtete Fachbereichsleiter Bernd Kistermann, würden die Umlaufzeiten der Ampelschaltung kaum mehr Möglichkeiten hergeben, dem aus der Innenstadt kommenden Verkehr eine längere Grünphase zugestehen.

Zudem zeige sich der zuständige Landesbetrieb Straßenbau wenig geneigt, den Verkehrsfluss auf seiner bevorrechtigten Landesstraße zugunsten einer Gemeindestraße zu beschränken, so Kistermann. Dies gelte auch grundsätzlich für die Einmündungsbereiche in Oberstolberg. Sollte Stolberg aber den Landesbetrieb bewegen können, eine Änderung der Umlaufzeiten an der Finkensief- und Zweifaller Straße zuzugestehen, dann würde die Rechnung für die Kosten für die Berechnung und die Änderung der Ampelschaltung an die Stadt gehen. Mit dieser Auskunft blieb das Thema auf der Sitzung ungelöst und wird nicht weiter vertieft.

Mit der Truffel statt dem Bagger

Derweil machen die Arbeiten an der Aachener Straße planmäßig Fortschritte. Die an Burgstüttgen begonnene Verlegung der neuen Kanalleitung hat Kranensterz erreicht. In diesem Abschnitt wird später die neue Fahrbahn auf der alten aufgebaut, was bereits an den höher liegenden Kanalhaltungen zu erkennen ist. Der Vorteil dabei ist, dass auf eine kostenintensive Entsorgung des vorhandenen Stolberger Bodens in diesem Bereich verzichtet werden kann.

Trotz guter Fortschritte ein wenig Sorgen bereitet der Ausbau von Burgstüttgen bis zur Kurve der Klüttgens-Wiese, der voraussichtlich noch in diesem Jahr mit der Bitumenschicht versehen werden kann. Eine vielfaches Gewirr von Leitungen, Rohren und Anschlüssen unbekannter Funktion und Herkunft macht den Arbeitern das Leben schwer. „Sie müssen dort fast mit der Truffel graben“, erklärt Projektleiter Werner Lövenich.

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