Stolberg - Aachener Straße mehr als zehn Prozent teurer

Aachener Straße mehr als zehn Prozent teurer

Von: -jül-
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Was gehört wozu? In großem Umfang unbekannte Versorgungsleitungen mussten in Handarbeit frei gelegt werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Mehr als zehn Prozent teurer als geplant ist der Neubau der Aachener Straße geraten. Um 475.000 auf rund 4,82 Millionen Euro sind die Gesamtkosten angestiegen. Knapp die Hälfte davon fällt auf den Ausbau der Straße; und das bedeutet für die Anlieger, dass sie bei der Heranziehung mit Mehrkosten rechnen müssen.

Der Großteil der Mehrkosten entfällt auf den Kanalbau, der über die Abwassergebühren finanziert wird. Dies gilt insbesondere für die Hinterlassenschaften früherer Generationen im Untergrund: Teer! Pechstämmige Schwarzdecke heißt das heute. Und von diesem Material sowie die damit kontaminierten Unterschichten aus Schotter fanden die Straßenbauer weit mehr als befürchtet im Unterbau der Aachener Straße. Sie konnten teilweise mit wirtschaftlich wie technisch vertretbaren Mitteln vor Ort separiert werden, berichtet der Technische Dezernent Tobias Röhm für den am 10. Dezember tagenden Bauausschuss. Alleine hierdurch entstanden bereits Mehrkosten von über 175.000 Euro. Dabei achtete das Umweltamt der Städteregion peinlich genau auf das Entsorgungskonzept.

Doch auch in ihrem weiteren Verlauf wartete die Aachener Straße mit einer Menge von Überraschungen auf. „Es wurden umfangreiche, teils nicht bekannte Versorgungsleitungen angetroffen“, erläutert Röhm. Das ging dann nur in Handarbeit. Gesucht werden mussten auch Hausanschlussleitungen, um ihre horizontale und vertikale Lage bestimmen zu können.

Ein unbekanntes Gewölbe wurde entdeckt in Höhe der Aachener Straße 29 bis 37; das sich bis zu einem Bruchsteinturm auf einem Privatgelände erstreckt. „Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen mussten getroffen werden“, so Röhm weiter. Mehrfach mussten Wasserleitungen in Absprache und unter Kostenbeteiligung der Enwor tiefer gelegt werden, weil anderenfalls keine Frostsicherheit mehr gegeben war. Zahlreiche weitere Details summierten sich. Etwa die Bruchsteinmauer, die entlang der Brauereistraße umfangreicher abgebrochen und durch L-Steine ersetzt werden musste. Oder in Höhe von Gut Kranensterz die Palisadenwand, die anstelle der geplanten Gabionen errichtet werden musste, weil anderenfalls Privatgrundstücke hätten überbaut werden müssen. Damit Gewerbebetriebe während der Bauarbeiten ausreichend erreichbar blieben, musste eine Baustraße über den Hof der Propst-Grüber-Schule angelegt und mit Zäunen abgesichert werden.

Damit der Verkehr auf der Büsbacher Kreuzung nicht zusammenbrach, wurden die dortigen Kanäle nicht wie geplant in offener Bauweise, sondern mit Inlinern saniert. Hinzu kommen ein Mehr an Signalisierungstechnik und jede Menge kleine Massenmehrungen.

Für den Teil des Straßenbaus, zu dem Anlieger herangezogen werden, liest sich die Bilanz wie folgt. Die Gesamtkosten betragen nun 4.011.200 Euro. Bei 205.500 Euro Mehrkosten steigt der Bundeszuschuss um 71.000 Euro auf 1,879 Millionen Euro. Auf Anwohner werden mit insgesamt 463.000 Euro nun 37.000 Euro mehr als erwartet umgelegt. Der Anteil der Stadt steigt um 97.500 Euro.

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