Stolberg/Aachen - „Aachener Modell 2” fördert Jugendliche mit besonderer Begabung

„Aachener Modell 2” fördert Jugendliche mit besonderer Begabung

Von: Sabrina Hüttermann
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Wollen die „hellen Köpfe” in der Region fördern: die Initiatoren des Projekts „Aachener Modell 2”. Foto: S. Hüttermann

Stolberg/Aachen. „Helle Köpfe sind unsere Zukunft” - dieses Motto haben sich die Damen und Herren, die jetzt in Aachen am Runden Tisch zusammenkamen, an ihr Revers geschrieben. Und ein bisher einmaliges Projekt auf die Beine gestellt, das „Aachener Modell 2”.

„Dahinter verbirgt sich die Förderung von Jugendlichen mit besonderer Begabung und noch mehr Interesse an den so genannten MINT-Fächern, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik”, erläutert Petra Pauli, Pressesprecherin der Vereinigten Unternehmerverbände Aachen (VUV).

Gemeinsam mit der Bürgerstiftung der Region Aachen und der Sparkasse Aachen entwickelt und finanziert der VUV unter Paulis Leitung seit Juni des vergangenen Jahres dieses Motivationskonzept für Schüler der Jahrgangsstufen acht bis elf der Gymnasien und Gesamtschulen. Auch das Stolberger Ritzefeld-Gymnasium und das Gothe-Gymnasium werden ihre schlausten Köpfe an dem Projekt beteiligen.

„Für die Jugendlichen ist die außerschulische Förderung eine besondere Chance für ihre persönliche Weiterentwicklung”, schätzt Burghart Klein, Schulleiter des Ritzefeld-Gymnasiums, das Aachener Modell 2 ein. Neben Mathe-Olympiaden, oder Projekten wie „Chemie neu entdecken” aus der Region, bietet das Aachener Modell 2 aber auch eine ganz neue Perspektive.

Erstmals wird mit den Hochschulen im Kreis Aachen zusammen gearbeitet - der RWTH Aachen und der FH Aachen. Dabei entwickeln die Lehrer der Schulen gemeinsam mit Hochschulmitarbeitern und Doktoranden interdisziplinäre Themen und Aufgaben für Aachens begabteste Schüler.

„Das schafft einen fundierten und wissenschaftlichen Boden - wir sind sehr dankbar, dass wir mit diesen hervorragenden Hochschulen zusammenarbeiten können”, freut sich Tanja Wansel, Referentin der Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Aachen, die gemeinsam mit Pauli das Projekt koordiniert. Zustande kam dieses Projekt nachdem der Vorgänger, das „Aachener Modell 1” zur Begabtenförderung von Grundschulkinder, einen großartigen Zuspruch bei Eltern und Kindern gefunden hatte.

Bei der Begabtenförderung der Mittelstufen spielt aber noch ein weiterer Faktor eine Rolle, wie Hans Meyer-Uellner, Hauptgeschäftsführer der VUV-Vereinigten Unternehmerverbände Aachen, erläutert: „Die momentane Wirtschaftskrise wird auch wieder vorübergehen. Was bleibt ist der immens hohe Bedarf an technisch orientierten Leuten. Deshalb müssen wir die so genannten MINT-Fächer interessanter und zugänglicher für unseren Nachwuchs machen.”

Auch der Prodekan des Fachbereichs Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen, Prof. Dr. rer. nat. Klaus-Peter Kämper, kennt die Problematik mit dem Nachwuchs in diesen Fachbereichen: „In den Mittelstufen würden, nach Befragungen, noch die Hälfte der naturwissenschaftlich interessierten Mädchen sein. Nun sehen wir uns um - in Deutschland beträgt der Frauenanteil in technischen Berufen aber weniger als zehn Prozent. Man muss auch in dieser Hinsicht motivierend tätig sein. Der Satz: Das ist nichts für dich, gilt nicht!”

Motiviert werden sollen die begabten Schüler dabei vor allem durch die überaus praxisnahe Arbeit an den Hochschulen. Kämper plant dabei die Schüler viel selbst entwickeln zu lassen, wie etwa im Bereich der neuen Technologie, der Roboterentwicklung, aber auch CAD-Modelle (Rechnerunterstützte Konstruktion) mit denen er den Aachener Dom in Schokolade hüllen will.

„Dabei werden all diese Projekte außerhalb der Schulzeit stattfinden und dadurch ein großes Engagement der Schüler vorausgesetzt”, meint Wansel. Dies sei eben eines der wichtigsten Kriterien um an der Begabtenförderung teilzunehmen: ein großes Interesse und nicht der IQ, so die Koodinatorin. Dabei werden ab diesem März die 240 Schüler ausgewählt, die an diesem ersten Probelauf der Aachener Modell 2 teilnehmen werden, dem dann eventuell nach gutem Gelingen auch die Begabtenförderung der Unterstufenschüler folgen wird.

„Ab August diesen Jahres starten die 16 AGs à 25 Schulstunden für die Mittelstufenschüler mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen, die von den Hochschulen und den Lehrern entwickelt wurden”, erläutert Pauli abschließend. Und das diese Themen begeistern können, stellt Prof. Dr. Eberhard Triesch, Lehrstuhl für Mathematik der RWTH Aachen, unter Beweis: „Schöne mathematische Ideen zu entwickeln, das ist die inhärente Ästhetik der Mathematik.”
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