Aachener Land schlecht für Stolbergs Image

Von: Toni Dörflinger
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Positive Darstellung: Friedric
Positive Darstellung: Friedrich Holtz hat den Begriff „Aachener Land” mit industriegeschichtlichen und geografischen Hintergrundinformationen versehen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Den Begriff „Aachener Land”, den die Stadt und auch die Stolberg-Touristik für ihren Werbeslogan nutzt, findet Friedrich Holtz, Herausgeber der Internetversion „stolberg-abc”, nicht passend.

„Allein schon dadurch, dass ihn eine Neonaziorganisation in ihrem Namen führt, ist er negativ besetzt und für das Image der Stadt absolut nicht zuträglich”, versichert der passionierte Heimathistoriker. Der pensionierte Verfahrenstechniker untermauert seine Meinung, indem er mit der Bezeichnung „Aachener Land” eine marktführende Suchmaschine im Internet „füttert”. Dort erscheint in der Auflistung tatsächlich der Hinweis auf die rechtsextreme Gruppierung an erster Stelle. Ein Problem, das Holtz, der nach eigener Aussage mit seiner Forderung, die umstrittene Vokabel durch eine positiv besetzte Benennung zu ersetzten, bisher bei den Verantwortlichen der Stadt auf taube Ohren gestoßen sei, auf seine Art gelöst hat.

Er hat der 2001 entstandenen Internetversion des Stolberg-Abc kürzlich ein neues Kapitel hinzugefügt, indem er die die Bezeichnung „Aachener Land” unter geografischen und industriegeschichtlichen Gesichtspunkten erläutert. So informiert Holtz die Nutzer unter dem Stichwort „Stolberg im Aachener Land”, dass das besagte Gebiet zu den ältesten Industrieregionen Deutschlands gehört und einst von dem Abbau von Eisen- und Zinkerz sowie Steinkohle gekennzeichnet war.

Ein Abbau, der laut Holtz in Verbindung mit dem Holz- und Wasserreichtum des Aachener Landes, die Entstehung von Messing-, Eisen-, Zink- und Bleiindustrie gefördert hat. Neben den industriehistorischen Hinweisen hat der 70-Jährige, der sich in der Vergangenheit als versierter Hobby-Historiker einen Namen gemacht hat, auf seiner neuen Internetseite auch die lokalen Sehenswürdigkeiten berücksichtigt.

So werden stichwortartig unter anderem das Rote Haus in Monschau, das Besucherbergwerk in Rescheid, das Museum Zinkhütter Hof und das Jugendstilkraftwerk in Heimbach aufgezählt. Daneben spielen auch die geografischen und topographischen Besonderheiten eine Rolle, die Holz als abwechslungsreiche Vennfußfläche mit tief eingeschnittenen Tälern darstellt.

Friedrich Holtz hat den Zugriff auf seine Seite, die den Begriff Aachener Land unter historischen Gesichtspunkten erläutert, geschickt gelöst. Beim Öffnen seiner Internetversion stößt man nämlich sofort auf den Button „Bitte starten Sie hier”, der einem nach kurzen Hintergrundinformationen auf die entsprechende Seite lotst. „Jeder Klick auf meiner Seite erhöht die positive Präsenz im Internet”, versichert der Hobby-Historiker, der die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, dass in absehbarer Zeit seine positiv besetzte Darstellung die Berichterstattung über die rechte Szene von Platz eins verdrängt.

Neben der Internetversion gibt es das Stolberg-Abc seit 2003 auch in Buchform. Allerdings ist dieses Werk längst vergriffen und durch die nachfolgenden, bisher nur im Internet veröffentlichen Ergänzungen, nicht mehr auf dem neuesten Stand. Darauf angesprochen sagt Holtz: „Die finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. Dadurch das dass Stolberg-Abc auch im Internet präsent ist, sehe ich momentan keinen zwingenden Bedarf für eine Neuauflage in Buchform.” Bleibt zu hoffen, dass zumindest der Traum des rührigen Hobby-Historikers in Erfüllung geht, dass durch das vermehrte Öffnen seiner Aachen-Land-Darstellung im Internet seine Begriffserklärung zukünftig Platz eins einnimmt.
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