80 Neonazis, 80 Gegendemonstranten

Von: gro/jül
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Einfach malö Solidarität mit den Mitbürgern zeigen: Das taten am Freitagabend einige huhndert Stolbergerinnen und Stolberger, die ihre meist türkischstämmigen Mitbürger auf der Mühle besuchten. Daraus entwickelte sich ein rauschendes Nachbarschaftsfest, mit denen die Stolberger ein schönes Zeichen gegen den Aufmarsch der Braunen am Mühlener Bahnhof setzten. Foto: Michael Grobusch.

Stolberg. Während an der Absperrung auf Höhe der Stadthalle rund 80 linke Demonstranten ausharrten und sich in der Talbahnstraße etwa die gleiche Zahl an Neonazis in Begleitung eines geballten Polizeiaufgebotes auf den „Fackelmarsch” vorbereitete, brandete unter den gut 300 Menschen auf dem Mühlener Markt plötzlich Beifall auf.

Es war jener Augenblick, in dem Stolberg im Kampf gegen Rechts den ersten Erfolg an diesem Wochenende verbuchen konnte. Ferdi Gatzweiler hatte soeben verkündet, dass vom Veranstalter des „Trauermarsches” keine Rechtsmittel gegen die erheblichen Auflagen der Polizei eingelegt worden waren. Und das bedeutet, dass die Großveranstaltung „Für ein nazifreies Stolberg” am Samstag ab 10 Uhr wie geplant und in vollem Umfang stattfinden kann.

Die Stimmung war also entspannt auf der Mühle, was auch daran lag, dass die Bewohner ihren Gästen Tee und türkische Spezialitäten reichten und an diesem lauen Frühjahrsabend auch noch das Wetter seinen Beitrag leistete.

Unterdessen setzten sich um 20.40 Uhr die Rechtsradikalen Richtung Birkengang in Bewegung, wobei sie auf ihrem Weg immer wieder lautstark dazu aufgefordert wurden, die Stadt zu verlassen. Das taten sie zwar erwartungsgemäß erst nach Abschluss der Kundgebung kurz vor 22 Uhr; gleichwohl hatten die Einsatzkräfte, die die Innenstadt zwischen Stadthalle und Salmstraße seit 18.30 Uhr absperrten, die Lage jederzeit im Griff und ließen die protestierenden Bürger relativ nahe an die rechten Demonstranten heran.

Die Taktik der Polizei ging wie schon im letzten Jahr auf, der „verbale Austausch” fand statt, ohne dass es zu irgendwelchen Übergriffen kam. Nicht anders, das betonte Klaus Oelze am Rande des Geschehens gegenüber unserer Zeitung, werde es auch am Samstag sein. Daran soll auch der Umstand nichts ändern, dass die „antifaschistischen Kräfte”, denen die Polizei erst ab 15 Uhr eine Demonstration zwischen Mühlener Bahnhof und Mühlener Markt erlaubt hatte, eine Änderung ihrer Planung angekündigt haben und sich nun bereits um 11 Uhr am Stolberger Hauptbahnhof versammeln wollen.

„Wenn sie kommen, werden wir schon da sein”, reagierte Oelze gelassen darauf, dass es vor den Toren der Stadt zu einer möglichen Begegnung zwischen Linken und den ebenfalls ab 11 Uhr zu erwartenden Neonazis kommen könnte. Bereits um 10 Uhr beginnt die Veranstaltung gegen Rechts in der City. Hierzu werden mehrere Tausend Menschen erwartet.
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